Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Eine Kur für die „Grimmer Vier“

Grimmen Eine Kur für die „Grimmer Vier“

Pastorengemälde sind nach ihrer Restaurierung in die St.-Marien-Kirche zurückgekehrt

Voriger Artikel
Toni Kroos versteigert EM-Trikot
Nächster Artikel
Kahlschlag in Eldena - Ermittlungen ergebnislos

Der Rostocker Restaurator Georg von Knorre verhalf den „Grimmer Vier“ zu neuem Glanz.

Quelle: Raik Mielke

Grimmen. Die „Grimmer Vier“ sind wieder vereint: Die Gemälde von vier Pastoren aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden in den vergangenen beiden Tagen in der Grimmener Marienkirche aufgehängt.

Noch vor einem Jahr stand es traurig um die mannshohen Gemälde. Jahrelang standen die vier Bilder unbeachtet im Chorraum. Holzwürmer taten sich an den Rahmen gütlich, die durch die Feuchtigkeit sowieso schon angegriffen waren. Moderfäule, verursacht durch Schimmel und Pilzbefall, hatte sich ausgebreitet. Die Leinwände waren zum Teil beschädigt. „Die Gemälde befanden sich in einem außerordentlich schlechten Zustand“, erinnert sich Restaurator Georg von Knorre. Er habe sogar Bedenken gehabt, wie er die Bilder wieder in Ordnung bringen könne.

Im April 2015 traten die „Grimmer vier“ ihre Reise in die Werkstatt von Knorres nach Rostock an. Erste Maßnahme war die Schädlingsbekämpfung. „Der Insektenbefall war gewaltig. Die Gemälde wurden zunächst in einem Zelt eingehaust und mit Stickstoff begast“, erzählt der Restaurator. Über einen Monat wurden sie rund um die Uhr mit dem chemischen Element behandelt, um sämtliche Schädlinge und deren Eier und Larven abzutöten. Anschließend widmete sich von Knorre den von Moderfäule befallenen unteren Bereichen der Gemälde. Gut ein halber Zentimeter des Holzrahmens war bereits regelrecht zersetzt und musste abgetragen und das dadurch fehlende Material ersetzt werden.

Auch die Gemälde an sich seien sehr angegriffen gewesen. „Die Oberfläche war kaum mehr zu erahnen“, so Georg von Knorre. Der Restaurator befreite sie von Staub und Schmutz und nahm eine Schicht vergilbten Firnis, eine Schutzschicht aus einem farblosen Anstrich, ab. Die Leinwände selbst wurden ausgebessert. Ähnlich wie bei einer Transplantation entnahm von Knorre die an Rändern der Gemälde überstehende Leinwand, um damit Löcher und Risse zu flicken. Kopfzerbrechen bereitete ihm auch die Bildtafel eines Gemäldes, dessen Inschrift praktisch nicht mehr erkennbar war. „Mittels ultravioletten Lichts haben wir sie wieder sichtbar gemacht und eine Pause angefertigt. So konnten wir schließlich auch die Inschrift erneuern“, erzählt der Restaurator.

Am Dienstag brachte er die „Grimmer vier“ wieder in ihre Heimat, wo sie einen exponierten Platz in St. Marien fanden. Das Aufhängen der bis zu 40 Kilogramm schweren Bilder war noch einmal eine kleine logistische Meisterleistung. „Ohne Unterstützung aus der Kirchengemeinde wäre das nicht zu machen gewesen. Aber es hat alles prima geklappt“, lobt Georg von Knorre. Mit einem Mitarbeiter ist er derzeit noch dabei, Abstandshalter an die Gemälde anzubringen, die ebenso wie die Balsaholzplatten, mit denen von Knorre die Rückseiten abgedichtet hat, die Bilder vor Feuchtigkeit schützen sollen.

Am Sonntag wird gefeiert

Bei den „Grimmer vier“ handelt es sich um Gemälde von Pastoren, die im 17. und 18. Jahrhundert in Grimmen wirkten.

14 solcher Porträts gab es ursprünglich in Grimmen, nur noch vier davon sind erhalten.

Bei den Pastoren handelt es sich um Bernhard Alberti (1588-1644), Johann Christian Behrends (1680-1775), Carl Wilhelm Bindemann (1814-1878) und August Christian Brunst (1690-1768).

Alle vier Gemälde waren stark

angegriffen: Feuchtigkeit, Schmutz und Insekten hatten ihnen arg

zugesetzt.

28000 Euro kostete die Restaurierung der Gemälde, die der Rostocker Georg von Knorre übernahm.

Zur Finanzierung wurden unter anderem Spenden eingeworben. So kamen 3000 Euro von der Sparkassenstiftung, die Landeskirche steurte 10000 Euro bei. Der Verkauf von ausgedienten

Orgelpfeifen brachte bislang

920 Euro ein.

4000 Euro fehlen derzeit noch.

Am Sonntag um 10 Uhr findet ein Festgottesdienst statt, anschließend wird das Gemeindehaus eingeweiht.

Claudia Noatnick

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Mukran
Der Bayer Franz Lorenz (l.) auf seiner NSU 601 TS, Baujahr 1930, und der Insulaner Tom Fahrow auf seiner NSU 501 TS, Baujahr 1929, fachsimpeln am „Hülsenkrug“ in Neu Mukran – natürlich über Zweirad-Oldtimer der süddeutschen Marke.

Franz Lorenz legt mit einem Motorrad-Oldtimer der süddeutschen Marke aus dem Jahr 1930 knapp 1000 Kilometer in einem Ritt zurück

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Greifswald
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.