Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Eine Kur für die „Grimmer Vier“
Vorpommern Greifswald Eine Kur für die „Grimmer Vier“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 14.07.2016
Der Rostocker Restaurator Georg von Knorre verhalf den „Grimmer Vier“ zu neuem Glanz. Quelle: Raik Mielke

Die „Grimmer Vier“ sind wieder vereint: Die Gemälde von vier Pastoren aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden in den vergangenen beiden Tagen in der Grimmener Marienkirche aufgehängt.

Noch vor einem Jahr stand es traurig um die mannshohen Gemälde. Jahrelang standen die vier Bilder unbeachtet im Chorraum. Holzwürmer taten sich an den Rahmen gütlich, die durch die Feuchtigkeit sowieso schon angegriffen waren. Moderfäule, verursacht durch Schimmel und Pilzbefall, hatte sich ausgebreitet. Die Leinwände waren zum Teil beschädigt. „Die Gemälde befanden sich in einem außerordentlich schlechten Zustand“, erinnert sich Restaurator Georg von Knorre. Er habe sogar Bedenken gehabt, wie er die Bilder wieder in Ordnung bringen könne.

Im April 2015 traten die „Grimmer vier“ ihre Reise in die Werkstatt von Knorres nach Rostock an. Erste Maßnahme war die Schädlingsbekämpfung. „Der Insektenbefall war gewaltig. Die Gemälde wurden zunächst in einem Zelt eingehaust und mit Stickstoff begast“, erzählt der Restaurator. Über einen Monat wurden sie rund um die Uhr mit dem chemischen Element behandelt, um sämtliche Schädlinge und deren Eier und Larven abzutöten. Anschließend widmete sich von Knorre den von Moderfäule befallenen unteren Bereichen der Gemälde. Gut ein halber Zentimeter des Holzrahmens war bereits regelrecht zersetzt und musste abgetragen und das dadurch fehlende Material ersetzt werden.

Auch die Gemälde an sich seien sehr angegriffen gewesen. „Die Oberfläche war kaum mehr zu erahnen“, so Georg von Knorre. Der Restaurator befreite sie von Staub und Schmutz und nahm eine Schicht vergilbten Firnis, eine Schutzschicht aus einem farblosen Anstrich, ab. Die Leinwände selbst wurden ausgebessert. Ähnlich wie bei einer Transplantation entnahm von Knorre die an Rändern der Gemälde überstehende Leinwand, um damit Löcher und Risse zu flicken. Kopfzerbrechen bereitete ihm auch die Bildtafel eines Gemäldes, dessen Inschrift praktisch nicht mehr erkennbar war. „Mittels ultravioletten Lichts haben wir sie wieder sichtbar gemacht und eine Pause angefertigt. So konnten wir schließlich auch die Inschrift erneuern“, erzählt der Restaurator.

Am Dienstag brachte er die „Grimmer vier“ wieder in ihre Heimat, wo sie einen exponierten Platz in St. Marien fanden. Das Aufhängen der bis zu 40 Kilogramm schweren Bilder war noch einmal eine kleine logistische Meisterleistung. „Ohne Unterstützung aus der Kirchengemeinde wäre das nicht zu machen gewesen. Aber es hat alles prima geklappt“, lobt Georg von Knorre. Mit einem Mitarbeiter ist er derzeit noch dabei, Abstandshalter an die Gemälde anzubringen, die ebenso wie die Balsaholzplatten, mit denen von Knorre die Rückseiten abgedichtet hat, die Bilder vor Feuchtigkeit schützen sollen.

Am Sonntag wird gefeiert

Bei den „Grimmer vier“ handelt es sich um Gemälde von Pastoren, die im 17. und 18. Jahrhundert in Grimmen wirkten.

14 solcher Porträts gab es ursprünglich in Grimmen, nur noch vier davon sind erhalten.

Bei den Pastoren handelt es sich um Bernhard Alberti (1588-1644), Johann Christian Behrends (1680-1775), Carl Wilhelm Bindemann (1814-1878) und August Christian Brunst (1690-1768).

Alle vier Gemälde waren stark

angegriffen: Feuchtigkeit, Schmutz und Insekten hatten ihnen arg

zugesetzt.

28000 Euro kostete die Restaurierung der Gemälde, die der Rostocker Georg von Knorre übernahm.

Zur Finanzierung wurden unter anderem Spenden eingeworben. So kamen 3000 Euro von der Sparkassenstiftung, die Landeskirche steurte 10000 Euro bei. Der Verkauf von ausgedienten

Orgelpfeifen brachte bislang

920 Euro ein.

4000 Euro fehlen derzeit noch.

Am Sonntag um 10 Uhr findet ein Festgottesdienst statt, anschließend wird das Gemeindehaus eingeweiht.

Claudia Noatnick

Der Tüv Rheinland hat die Anlage unter die Lupe genommen / Beim Blitzlicht musste nachgebessert werden

27.07.2016

CDU-Fraktionschef Axel Hochschild kritisiert den geplatzten Verkauf städtischer Grundstücke an den Inhaber des Campingplatzes an der Dänischen Wiek in Eldena, Carsten Becker.

14.07.2016

Dampfsonderzüge mit historischen Loks sowie Wagen des Schweriner Traditionszuges werden am Freitag, Sonnabend und Sonntag von Greifswald nach Ladebow fahren.

14.07.2016
Anzeige