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Eltern fordern Ampel vor Kollwitzschule

Greifswald Eltern fordern Ampel vor Kollwitzschule

Noch vor den Ferien machen Mütter und Väter mit Unterschriftenaktion auf Gefahren für Kinder aufmerksam

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Manche Autos hielten gestern Morgen an, wenn Kinder an der Loefflerstraße warteten, die meisten fuhren weiter.

Quelle: Peter Hase

Greifswald. Gestern Morgen, 7.02 Uhr: Autos passieren die Friedrich- Loeffler-Straße in beide Richtungen. Manche Fahrer halten, um ihre Kinder aussteigen zu lassen. Andere steigen selbst mit aus, begleiten die Lütten ins Schulhaus der Käthe-Kollwitz-Grundschule. Plötzlich kreuzen drei radfahrende, sich unterhaltende Kinder – ohne nach links und rechts zu gucken – mit rasantem Tempo die Fahrbahn vor der Schule. Ein Vater, der sein Kind an der Hand hält und zum Eingang begleitet, schüttelt verständnislos den Kopf. Nichts passiert. Denn zum Glück war gerade kein Auto in unmittelbarer Nähe.

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Noch vor den Ferien machen Mütter und Väter mit Unterschriftenaktion auf Gefahren für Kinder aufmerksam

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Die Verkehrssituation vor der Kollwitzschule in der Greifswalder Innenstadt bezeichnen viele Eltern als „unübersichtlich und für Kinder gefährlich“. Deshalb fordern sie jetzt die Stadtverwaltung auf, für einen sicheren Schulweg zu sorgen. In einem Brief an den Oberbürgermeister und die Bürgerschaft der Hansestadt plädieren sie für eine Bedarfsampel in Höhe der Knopfstraße, „wie sie auch in der Steinbeckerstraße vor der Musikschule zu finden ist“. Die Unterschriftenliste haben 100 Eltern unterzeichnet.

„Eine Ampel wäre unserer Meinung nach die beste Lösung“, sagt Veronika Balau, deren Tochter die erste Klasse der Käthe-Kollwitzschule besucht. Täglich beobachte sie vor der Schule, „dass die Autos vor dem Huckel zwar abbremsen, aber nicht halten, wenn Kinder dort stehen und die Straße überqueren wollen.“ Die Schüler indes würden das Abbremsen der Fahrzeuge missverstehen und über die Straße laufen. „Das ist kreuzgefährlich, deshalb bringe ich mein Kind jeden Morgen zur Schule“, sagt Veronica Balau, die das Problem gemeinsam mit Magdalena Schneider in der vergangenen Bürgerschaftssitzung öffentlich ansprach.

Ähnlich wie die beiden Mütter empfindet Johann Tollin, der mit seiner Familie in der Johann-Sebastian-Bach-Straße wohnt. Jeden Morgen bringt er seine beiden Töchter zur Schule. Sie besuchen die erste und die zweite Klasse. „Gern würden sie allein zur Schule gehen, denn sie haben ja nur einen Fußweg von zwei, drei Minuten“, sagt der Vater. „Doch ich finde das hier viel zu gefährlich. Der Verkehr vor Schulen in Deutschland geht gar nicht“, kritisiert der gebürtige Schwede.

Wenn nach den Sommerferien der Unterricht wieder beginnt, wird auch Daniela Riesebeck ihre Tochter weiterhin zur Kollwitzschule begleiten. Dann besucht das Mädchen die zweite Klasse. „Mir ist das sicherer, denn sie muss die Loefflerstraße queren. Viele Autos halten hier trotz wartender Kinder nicht an. Eine Ampel oder ein Fußgängerüberweg wäre echt gut“, sagt die Mutter und hofft auf ein Agieren der Hansestadt.

Um die Sache in Schwung zu bringen, richtete Erik von Malottki von der SPD-Bürgerschaftsfraktion jetzt eine Kleine Anfrage an den Oberbürgermeister. Er will wissen, wie die Stadtverwaltung die Verkehrssituation vor der Kollwitzschule bewertet – insbesondere in der Zeit von 7 bis 8 Uhr. Außerdem sollen verschiedene Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen aufgezeigt werden, den Verkehr an dieser Stelle zu beruhigen.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Initiativen von Eltern, die Situation vor der Kollwitzschule zu entschärfen. Vergeblich. Die Straßenverkehrsbehörde sah nach Untersuchungen weder für eine Ampel noch für einen Zebrastreifen die rechtlichen Voraussetzungen gegeben.

Vielleicht ändert sich das nun, da ein grüner Oberbürgermeister Chef der Verwaltung ist. Immerhin kämpfte Stefan Fassbinder, als er noch Fraktionschef der Grünen war, jahrelang für mehr Zebrastreifen in Greifswald. Im Mai 2014 sorgte die Partei sogar mit einem Zebrakostüm an der Knopfstraße und anderen für Fußgänger schwer passierbaren Fahrbahnen für Aufregung. Der Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung bietet Kommunen dafür zumindest einen Ermessensspielraum – unter der Voraussetzung, „dass aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht“. Dennoch wollte sich die Stadt jetzt erst einmal nicht zu dem Problem äußern. Nur so viel: „Wir werden messen und prüfen“, hieß es aus dem Rathaus.

Beim Vorbild fängt es an

Eltern wollen, dass ihre Kinder sicher zur Schule gelangen. Diesen Wunsch kann ich absolut nachvollziehen. Allerdings bezweifele ich, dass Bedarfsampeln und Zebrastreifen die Allheilmittel für mehr Sicherheit sind.

Was ich gestern Morgen an der Kollwitzschule erlebte, spottet jeder Beschreibung: Etliche Kinder laufen oder fahren quer und ohne zu gucken über die Fahrbahn. Noch schlimmer ist das Verhalten einiger Eltern. Wer auf der falschen Fahrbahnseite parkt, ist kein Vorbild für Grundschulkinder. Wer auf der Straße zehn Minuten lang das Warnblinklicht eingeschaltet lässt, um sein Kind in den Klassenraum zu bringen, sorgt bewusst für noch mehr Chaos und Unübersichtlichkeit vor dem Schulhaus. Wer fix mal zwischen den fahrenden Autos hindurch rennend die Straße überquert, vermittelt Kindern: Geht doch! Hier läuft gewaltig etwas schief. Sicherheit im Straßenverkehr ist unser aller Ding.

Petra Hase

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