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Greifswald Endlich: Hafen wird ausgebaggert
Vorpommern Greifswald Endlich: Hafen wird ausgebaggert
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20:24 14.06.2018
Jeannette von Busse und Peter Lubs in Ladebow vor dem neu angelegten Spülfeld für das Baggergut. Quelle: Foto: Petra Hase

Gute Nachrichten für Greifswalder Wirtschaftsunternehmen: Nächsten Mittwoch beginnt in Ladebow die Ausbaggerung der versandeten Fahrrinne einschließlich des Hafenbeckens. Ziel dieser Arbeiten ist es, dass künftig wieder größere Schiffe mit mehr Transportgut den Seehafen anlaufen können. Aktuell haben nur Schiffe mit einem Tiefgang von 4,20 Metern die Chance, Ladebow zu erreichen. Das hatte laut Michael Ott, Geschäftsführer der Hafen- und Lagergesellschaft Greifswald (HLG), katastrophale Auswirkungen auf den Umschlag (die OZ berichtete).

„Die Baggertiefe wird künftig 6,50 Meter betragen, sodass bald wieder Schiffe mit einem Tiefgang von 5,70 Meter den Hafen anlaufen können“, sagt Greifswalds Baudezernentin Jeannette von Busse (CDU).

Das führe zu einer deutlichen Verbesserung der Situation für die Unternehmen. „Wir hoffen, dass dann auch die Umschlagszahlen wieder steigen“, fügt sie hinzu. Zu den Hauptumschlagsgütern in Ladebow zählen Düngemittel, Kies, Öl und Holz, erklärt Peter Lubs, zuständig für Brücken und Häfen im städtischen Tiefbau- und Grünflächenamt. In Vorbereitung dieser etwa fünf Wochen andauernden Baggerarbeiten gab es eine gemeinsame Ausschreibung der Hansestadt und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Stralsund (WSA), informiert die Baudezernentin. Denn für das Hafenbecken ist die Stadt als Eigentümerin zuständig, für die Fahrrinne das WSA. Da eine Vertiefung des Hafenbeckens nur sinnvoll ist, wenn gleichzeitig die Fahrrinne den gleichen Tiefgang der Schiffe ermöglicht, schlossen sich beide Seiten für diese Maßnahme zusammen. Dieser Tage erhielt eine Firma nun den Auftrag.

Bis es dazu kam, war es allerdings ein steiniger Weg. Lange Zeit war unklar, ob eine Lösung für das Problem der zunehmenden Versandung gefunden wird. Konkret ging es für das WSA, das Bundesmittel einsetzt, um die Frage der Wirtschaftlichkeit einer solchen Ausbaggerung. Doch schließlich gab es grünes Licht, nachdem eine Prüfung ein positives Ergebnis zutage förderte. Die Untersuchung des WSA hatte bereits im Frühjahr 2016 ergeben, dass der Einsatz von Bundesmitteln in Höhe von etwa drei Millionen Euro zu vertreten sei. Damals ging die Behörde allerdings noch davon aus, dass das Nassbaggergut auf das Spülfeld nach Drigge (Rügen) verbracht wird. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. „Das Baggergut wird in der Pommerschen Bucht verklappt“, sagt WSA-Sprecher Dirk Berger auf OZ-Anfrage. Zu den genauen Kosten indes konnte er gestern keine Aussage treffen.

Anders Greifswalds Baudezernentin. Die Bürgerschaft hat für die Ausbaggerung des Hafenbeckens 600000 Euro zur Verfügung gestellt. „In diesem Rahmen werden wir bleiben“, versichert von Busse.

Peter Lubs konkretisiert: „Die Baggerung von rund 20000 Kubikmetern kostet 215000 Euro. Doch wir haben bereits für 250000 Euro ein Spülfeld hergerichtet. Und auch dessen Betreibung muss finanziert werden.“ Dieses Spülfeld befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hafenbecken, teure Transportkosten entfallen somit. Es handelt sich dabei um eine Fläche, die ringsum mit einem 4,50 Meter hohen Damm versehen wurde. Quasi in dieses neu geschaffene Naturbecken gelangt etappenweise das Nassbaggergut – eine Mischung aus Sand und Wasser. Feststoffe werden sich mittels Gravitation unten absetzen. Nach einer gewissen Zeit könne das Wasser dann per Schlauch über einen Sandfang zurück ins Hafenbecken gepumpt werden.

Für Michael Ott, Geschäftsführer der Hafen- und Lagergesellschaft Greifswald, sind das gute Nachrichten: „Wir freuen uns sehr, dass es nach den langen Kämpfen endlich mit der Ausbaggerung losgeht“, sagt er und spricht damit auch für die Firma Weser Petrol. Die Geschäfte wieder zum Laufen zu bringen, sei nicht einfach, „nachdem fast alles zum Erliegen kam“. Jetzt heiße es nur abzuwarten, „welchen Tiefgang die Schiffe am Ende tatsächlich haben dürfen“.

Petra Hase

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