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Greifswald Endlich: Kinderarzt-Hotline ist geschaltet
Vorpommern Greifswald Endlich: Kinderarzt-Hotline ist geschaltet
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00:05 20.09.2016
Es ist ein Hilfsangebot besonders für junge Eltern.“Dirk Scheer, Kreis-Sozialdezernent

Keine Kinderstation, noch nicht mal ein Nottelefon für ratsuchende Eltern, wenn das Kind abends oder nachts plötzlich erkrankt: Wolgast ist seit Jahresbeginn arm dran. Seit der Schließung der Kinderstation im Wolgaster Kreiskrankenhaus forderten die Mitglieder der Bürgerinitiative und zahlreiche Wolgaster und Insulaner auf Demonstrationen und mit tausenden Unterschriften die Wiedereröffnung der Station.

Immer wieder demonstrierten Wolgast für ihr Krankenhaus. Quelle: tw

Das Sozialministerium und der alte Landtag lehnten das Ansinnen ab. Doch weil die Proteste nicht nachließen und die Bürger vehement ihr Recht einforderten, haben kassenärztliche Vereinigung und Ministerium der Bürgerinitiative zugesagt, bis Oktober einen Kindernotdienst in der Region einzurichten. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte im Mai sogar davon gesprochen, zur Absicherung der Versorgung an zwei Standorten – in Wolgast und auf der Insel Usedom – Kindernotarztpraxen einrichten zu wollen.

Ob der Kindernotdienst tatsächlich kommt, ist derzeit nicht bekannt. Doch zumindest der Landkreis Vorpommern-Greifswald reagiert nun auf die vielen Bürgerbeschwerden und anhaltenden Proteste. Seit gestern Abend 18 Uhr gibt es eine Kinderarzt-Hotline, die außerhalb der Öffnungszeiten der niedergelassenen Kinderärzte der Region abends oder am Wochenende von Eltern oder Großeltern angerufen werden kann. „Wir wollten nicht länger auf eine Entscheidung der kassenärztlichen Vereinigung warten. Die Hotline ist gedacht, um vor allem Ratsuchenden aus der Region Wolgast/Insel Usedom bei einer plötzlichen Erkrankung von Kindern, etwa Fieber oder unklarer Hautausschlag, Rat zu bieten“, erläutert der Sozialdezernent des Landkreises, Dirk Scheer (parteilos). „Gerade jungen Eltern, die noch unerfahren sind, soll damit auch ein Stück weit die Angst genommen werden“, ergänzt er. Scheer verweist darauf, dass die Hotline ein zusätzlicher Service der Leitstelle des Landkreises ist. „Unsere Disponenten wurden umfassend geschult und klären zunächst im sachlichen Gespräch mit dem Anrufer ab, ob es sich um eine leichte Erkrankung von Kindern handelt oder ob ein echter Notfall vorliegt. Die Vernetzung mit der Kinderklinik ist vorhanden, sodass bei unklaren Symptomen auch direkt beim diensthabenden Klinikkinderarzt nachgefragt werden kann“, ergänzt der medizinische Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Lutz Fischer. Dank der unterschiedlichen Rufnummer zum echten Notfall würden die Leitstellen-Mitarbeiter aber in der Regel davon ausgehen, dass eine leichtere Erkrankung vorliege.

Anke Kieser, Vorsitzende der Wolgaster Bürgerinitiative zum Erhalt des Krankenhauses, nannte die neu geschaffene Kinderarzthotline eine vernünftige Entscheidung des Landkreises. „Wenigstens dort passiert etwas. Dennoch handelt es sich für uns um keine endgültige Lösung, sondern um ein zusätzliches Hilfsangebot. Das werten wir positiv“, betont die Vorsitzende. „Uns als Bürgerinitiative wurde seitens der kassenärztlichen Vereinigung zugesichert, dass es ab Oktober einen Kindernotdienst im medizinischen Versorgungsbereich der Insel Usedom und der Stadt Wolgast sowie dem Umland gibt“, sagt Kieser. Nach ihren Worten sei noch nichts passiert. „Aber es ist auch noch nicht Oktober, deshalb warten wir“, so Kieser. Fakt sei, dass die Initiative mobil mache und heftigen Protest organisieren werde, falls der Notdienst nicht wie angekündigt komme.

Die Kinderarzt-Hotline

☎ 03834/77 78 79 – unter dieser Nummer ist seit gestern Abend 18 Uhr die Kinderarzt-Hotline freigeschaltet. Besorgte Eltern mit plötzlich erkrankten Kindern (Fieber, Hautausschlag) können sich dort Rat holen. Die Hotline ist wochentags (Montag bis Freitag) von 18 bis 23 Uhr erreichbar und am Wochenende (Sonnabend/Sonntag) von 11-23 Uhr.

Der Landkreis hat die Hotline zusammen mit seiner Leitstelle als Service eingerichtet, um vor allem jungen Eltern die Angst zu nehmen.

Cornelia Meerkatz

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