Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Englisch ist beliebteste Fremdsprache
Vorpommern Greifswald Englisch ist beliebteste Fremdsprache
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 19.04.2018
Ryanair-Boss Michael O’Leary versinnbildlicht mit seinem Anti-Brexit-Anzug auch die Vorlieben der Greifswalder, wenn es ums Sprachenlernen geht: Englisch ist vorne, danach kommen weitere europäische Sprachen. Quelle: Foto: Dpa
Greifswald

Deutsche Sprache – schwere Sprache, heißt es. Aber wie wäre es mal mit Chinesisch, Arabisch oder Isländisch? Kein Problem. All diese Sprachen, die objektiv betrachtet übrigens wesentlich schwerer als die deutsche sind, können in Greifswald erlernt werden. Sogar (fast) auf eigene Faust. Wie? Die OSTSEE-ZEITUNG zeigt verschiedene Optionen.

Ob App, Volkshochschule oder privat zu zweit: Viele Wege führen zu einer neuen Sprache. Die OZ stellt vor, was hier möglich ist.

Kontakte

Volkshochschule Greifswald:

vhs-vg.de, ☎ 03834 / 773616

vhs-Greifswald@kreis-vg.de

Fremdsprachen- und Medienzentrum: fmz.uni-greifswald.de

fmz@uni-greifswald.de

☎ 03834 / 4203477

Chatterbox:

shasii.wixsite.com/chatterbox

chatterbox-hgw@outlook.de

☎ 0176 / 57700083

Seagull: seagull-tandem.eu

In der Volkshochschule Greifswald (VHS) in der Martin-Luther-Straße lernten vergangenes Jahr 2265 Personen in 193 Sprachkursen. Am beliebtesten: Englisch, direkt gefolgt von Deutsch. Insgesamt 14 Sprachen stehen auf dem Lehrplan, darunter auch Norwegisch und Isländisch. In Planung ist ein Plattdeutschkurs. „Hier hoffen und vermuten wir, dass ein Kurs zustande kommt“, sagt Ute Askri, Leiterin der VHS Greifswald.

Selbst bei wenig Nachfrage kann ein Kurs stattfinden: Diese sogenannten Midi-Kurse kosten dann jedoch etwas mehr und liegen pro Teilnehmer zwischen 110 und 150 Euro pro Semester. Standardkurse mit mindestens zehn Teilnehmern kosten zwischen 75 und 100 Euro pro Semester. Auf Platz drei der beliebtesten Sprachen landet laut den Zahlen der VHS Spanisch.

Reihenweise gefüllt sind momentan auch die Spanischkurse im Fremdsprachen- und Medienzentrum (FMZ) der Universität in der Bahnhofstraße. Spanisch, Englisch, Schwedisch, Italienisch und Russisch sind dort am beliebtesten, sagt FMZ-Leiterin Jasmin Hirschberg. Hauptsächlich lernen Studenten am FMZ, doch auch Externe können sich in jedem Semester in die Kurse eintragen. Gratis lernt nur, wessen Studienordnung einen Sprachkurs vorschreibt. Für Externe kosten die Kurse zwischen 70 und 220 Euro pro Semester. „Die Anzahl der Gasthörer ist sehr gering, sie sind jedoch herzlich willkommen“, sagt Jasmin Hirschberg. Stichwort Willkommenskultur: Ist die Nachfrage nach Arabischkursen gestiegen? Immerhin kamen seit 2015 viele Menschen aus dem arabischen Raum nach Deutschland. Seit dem Wintersemester 2014/15 gäbe es diese Kurse, sagt Hirschberg. „Die Anfängerkurse waren seitdem immer gut besucht, gleiches gilt für die A2-Kurse, die mit der Ausnahme eines Semesters auch immer angeboten worden sind.“

An der VHS hingegen nehme das Interesse an der arabischen Sprache momentan wieder ab, sagt Ute Askri. 2017 hätte es noch fünf Arabischkurse gegeben. „Gerade in der Zeit der sogenannten ,Flüchtlingswelle’ war eine verstärkte Nachfrage zu verzeichnen.“

Maximal vier Teilnehmer erlaubt Shasi Poon in ihrer 2015 gegründeten Sprachschule „Chatterbox“ in der Innenstadt. So sollen die Teilnehmer als „Quasselstrippen“ (so die deutsche Übersetzung von „Chatterbox“) so viel wie möglich reden und sich in ihrer neuen Sprache ausprobieren. Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch und Arabisch stehen auf dem Plan. Beliebt seien auch die Kinderkurse in Englisch, sagt Shasi Poon. „Die meisten Leute interessieren sich für europäische Sprachen“ stellt sie fest. Trotzdem bleiben Plätze in den 395 Euro teuren Lehrveranstaltungen frei. Für Kinderkurse fallen rund 60 Euro an. „Unsere Kurse sind teurer, weil es privat ist und ich die Lehrer bezahlen muss. Wir sind alle Freiberufler“, begründet Poon die vergleichsweise hohen Kosten. Die Lehrer bieten auch Hausbesuche an oder unterrichten in Firmen.

Alles hier Beschriebene geht auch digital. Verschiedene Apps für das Smartphone oder Onlinekurse pflanzen Wissen in die Köpfe der Nutzer. Manchmal gratis, manchmal gegen Geld. Aber immer gegen Nutzerdaten.

Eine weitere Möglichkeit ist das vom FMZ und der VHS unterstützte Projekt „Seagull“. Finanziert wird es durch die Europäische Kommission. Dort finden sich Muttersprachler und Lernwillige, um im Tandem zu lernen. Tandem heißt, zwei Personen bringen sich gegenseitig eine neue Sprache – in der Regel ihre Muttersprachen – im privaten Rahmen bei. Auf den Internetseiten der VHS und des FMZ können Nutzer dazu ein Profil erstellen.

Tandem-Lernen heißt jedoch auch: Planlosigkeit. Wie viel man wie schnell lernen möchte, ob man sich persönlich oder digital trifft, entscheiden die Partner. Einen Lehrer oder Tests gibt es nicht.

Dafür aber auch keine Kosten.

Christopher Gottschalk

OZ-Interview mit dem Bürgermeister der Gemeinde Hinrichshagen, Marko Diedrich

21.04.2018

Rechnungsprüfer befassen sich mit dem Onlineserviceportal für den Bereich Jugend und Soziales auf Kreisebene. Verträge seien nicht korrekt unterzeichnet. Sozialdezernent Dirk Scheer vermutet eine gezielte Aktion gegen seine Landratskandidatur.

19.04.2018

Kreisoberliga-Reserve verliert als Tabellenführer beim Zweiten Blau-Weiß Greifswald mit 1:6.

22.04.2018
Anzeige