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Greifswald Entwicklung der Dompassage in der Warteschleife
Vorpommern Greifswald Entwicklung der Dompassage in der Warteschleife
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00:00 30.11.2016
Leerstand in der Dompassage: Mehr als 60 Prozent der Läden sind geschlossen. FOTO: KATHARINA DEGRASSI

Der Umbau der Dompassage lässt auf sich warten. Noch gibt es kein grünes Licht. Denn wie Bausenator Jörg Hochheim (CDU) auf OZ-Anfrage mitteilte, gebe es bislang weder einen Bauantrag noch eine Bauvoranfrage von Investor Rolf Elgeti.

Julia Staude, die für die Dompassage zuständige Mitarbeiterin der Nordostverwaltungsgesellschaft in Berlin, vertröstet erneut. „Rufen sie in 14 Tagen wieder an“, sagt sie. Man könne noch keine genaueren Pläne für die Dompassage verkünden. Mitte Oktober hatte Staude noch gesagt, dass Ende Oktober/Anfang November das zukünftige Nutzungskonzept für das Einkaufszentrum feststünde. Wo genau die Säge klemmt, das wollte sie nicht sagen.

Während der Lila Bäcker nach der Kündigung seines Mietvertrages bereits aus der Dompassage ausgezogen ist, hofft der Betreiber des Nah & Frisch-Marktes, Heiko Klar, weiter auf einen Verbleib im Gebäude. In dieser Woche hat der Kaufmann erstmals mit Horand Elgeti, dem jüngeren Bruder von Rolf Elgeti, telefoniert. Er ist auch Chef der Nordostverwaltungsgesellschaft. „Es war ein gutes, konstruktives Gespräch“, sagt Klar. Elgeti und er hätten sich gegenseitig die jeweiligen Positionen dargelegt. Heiko Klar setzt weiter darauf, dass sein Einkaufsmarkt in der Dompassage bleiben kann.

Horand Elgeti habe während des Gesprächs zugesichert, dass er noch einmal intensiv überlegen wolle. „Ich habe deshalb auch noch keinem meiner Mitarbeiter gekündigt“, betont er. Dennoch kann er nicht sagen, wie die Entscheidung des Investors am Ende aussehen wird. In der Gerüchteküche heißt es, dass im Bereich des Supermarktes ein Restaurant einziehen könnte. Die vielen Studenten und Mitarbeiter, die im Zuge der Fertigstellung des neuen geistes- und sozialwissenschaftlichen Campus bis 2020 in die Loefflerstraße kommen, sind ein Hoffnungsträger für die Dompassage als Ganzes. Ein Restaurant nahe der Loefflerstraße wäre ein guter Platz für ein gastronomisches Angebot für alle, denen das Mensaessen nicht wirklich schmeckt.

Allerdings hat Klar nach der Unterstützung durch Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne), die Bürgerschaftsfraktion der Linken und die Ortsteilvertretung Innenstadt, die sich allesamt für einen Verbleib des Marktes in der Dompassage ausgesprochen hatten (die OZ berichtete), weitere Fürsprecher. Während der jüngsten Zusammenkunft des Innenstadtvereins in der vergangenen Woche hat dieser sich mehrheitlich (bei drei Enthaltungen) für den Erhalt des Nah & Frisch-Marktes in der Dompassage ausgesprochen. Zu den Befürwortern zählte übrigens auch der Geschäftsführer des Textilkaufhauses Jesske, Hermann Jesske. Ihm hatte Elgeti von Anfang an zugesichert, bleiben zu können. Jesskes offerierten daraufhin Pläne für eine Vergrößerung der Verkaufsfläche um ein Drittel.

„Heiko Klar ist unser Mitglied und natürlich unterstützen wir ihn in seinem Bemühen um Erhalt, zumal wir an diesem Standort direkt in der Innenstadt lange genug für einen Lebensmittelmarkt gekämpft haben“, sagt Frank Embach, wiedergewählter Vorsitzender des Innenstadtvereins. Der Vereinsvorstand hat deshalb auch ein Schreiben erarbeitet, das in den kommenden Tagen an den Investor geschickt wird. „Wir verbinden das gleichzeitig mit einer Einladung an Herrn Elgeti, doch dem Innenstadtverein einmal seine konkreten Gestaltungspläne für die Dompassage zu erläutern, denn uns ist an einer gedeihlichen Zusammenarbeit gelegen“, betont Frank Embach. Auch Bürger der Innenstadt sprechen sich für die Erhaltung des Marktes aus. „Das ist mein Geschäft“, sagt Andreas Degner, der in der Loefflerstraße wohnt. „Dort bekomme ich alles, was ich brauche und kann meine Einkäufe erledigen, ohne das Auto zu nehmen.“

Unklar scheint auch weiterhin, ob ein avisierter Möbelmarkt in die Dompassage einzieht. Fraglich scheint das nicht wegen der möglichen Ansiedlung eines Depot-Marktes in den KAW-Hallen, sondern auch wegen der Verdopplung der Miete, die der Investor vorgenommen haben soll.

Große Hoffnungen ruhen auf Hansa-Retter Rolf Elgeti

Hansa-Retter Rolf

Elgeti hatte die Dompassage mit seiner Deutschen Konsum Reit-AG im Juni für

8,5 Millionen Euro während einer Zwangsversteigerung erworben. Der vorherige Eigentümer der Passage, die niedersächsische Wilbers GmbH, war 2010 in die Insolvenz gegangen. Das 1997 errichtete Gebäude mit Läden, Tiefgarage und Wohnungen ist wegen der schlechten Auslastung seit Jahren Sorgenkind der innerstädtischen Entwicklung. Auf Elgeti ruhen große Hoffnungen für eine Wiederbelebung des Einkaufszentrums. Er hatte eine umfangreiche Modernisierung angekündigt.

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