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Er macht die Uni für alle erlebbar – ausgezeichnet!

Greifswald ehrt engagierte Bürger – Stadtempfang mit 250 Gästen Er macht die Uni für alle erlebbar – ausgezeichnet!

Professor Karl-Heinz Spieß erhält mit der Rubenowmedaille die höchste Auszeichnung der Stadt - für eine Reihe im Rathaus, die Wissenschafts-Themen unters Volk bringt

Greifswald. Als der Anruf des Oberbürgermeisters kam, glaubte Professor Karl-Heinz Spieß, er solle einen Vortrag als Mittelalterexperte halten. Stattdessen hörte er, man wolle ihm die Rubenow-Medaille verleihen. „Ich war erstaunt“, gesteht der Historiker, „Ich habe ja schon einen Silbernen Greifen!“ Gefreut habe er sich aber riesig. Gestern nun erhielt er aus den Händen von OB Stefan Fassbinder die höchste Auszeichnung der Stadt.

Karl-Heinz Spieß, der von April 1994 bis September 2014 den Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters an der Universität leitete, ist der Begründer und langjährige Koordinator der Reihe „Universität im Rathaus“ – einer Reihe, in der Wissenschafts-Themen allgemeinverständlich erklärt werden. Am 26. April 2004 war Premiere. Seitdem fanden 120 Vorträge im Bürgerschaftssaal des Rathauses mit insgesamt vielen hundert Zuhörern statt. „Ich komme aus einem nichtakademischen Haushalt und habe meinen Werdegang stets als Privileg empfunden“, erklärt der 67-jährige Spieß. „Mein Wissen wollte ich immer weitergeben.“

Als er von Mainz nach Greifswald kam, blieb sein Vorschlag für die Reihe zunächst ungehört, 2004 wurde er aber aufgegriffen. So sei es gelungen, die Verbundenheit zwischen Uni und Stadt zu stärken und wissenschaftliche Themen einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen, erklärte der OB. „Karl-Heinz Spieß hat Universität zum Anfassen organisiert. Den Greifswaldern, aber auch der Wissenschaft hat er damit einen großen Dienst erwiesen.“

Doch Spieß, ein umtriebiger Mensch, wäre nicht er selbst, wenn sich sein ehrenamtliches Engagement darauf beschränkte: So gehört er zu den Initiatoren des Greifswalder Citylaufs, an dem er alljährlich selbst teilnimmt. „Ich bin begeisterter Marathonläufer. Zwei pro Jahr sind Pflicht“, verrät er. Dass er in Weitenhagen am Wald wohnt, komme ihm dabei zugute. Mehrmals pro Woche startet er zu Läufen durch die Natur: Weitenhagen – Guest – Diedrichshagen – Hanshagen – Karbow und zurück, 60 Kilometer pro Woche. Für den Citylauf am Sonnabend hat er ehrgeizige Pläne: „Ich möchte wieder auf dem Treppchen stehen“, sagt er und lächelt verschmitzt.

Seit 2014 ist der Historiker im Ruhestand. Wie so viele Rentner hat er trotzdem überhaupt keine Zeit. Garten sei nicht so sein Ding, „dennoch bin ich fürs Rasenmähen und Umgraben zuständig.“ Spieß

hält weiter Vorträge übers Mittelalter. Begehrt sind auch seine Gutachten, die er für die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Union der Akademien anfertigt. Als besondere Ehre betrachtet er seine Tätigkeit als Außengutachter für die amerikanische Privatuniversität Princeton, an der Einstein lehrte.

Der Vater dreier Söhne und Opa eines Enkels hat noch ein anderes Hobby: Er ist leidenschaftlicher Spieler. „Ich spiele seit vielen Jahren mit meiner ehemaligen Sekretärin und deren Mann Skat. Meiner Frau haben wir bisher leider vergeblich versucht, dieses Spiel beizubringen“, sagt er und lacht. Mindestens genauso gern spielt er Schach. Neuerdings versucht sich der Rand-Greifswalder auch in der Angelei. Gerade hat er mit seiner Frau zusammen die Fischereischeinprüfung abgelegt. „Aber es ist noch Theorie. Mein Nachbar muss mir jetzt erst mal zeigen, wie ich so einen Wurm an den Haken kriege“, sagt Spieß. Sobald er das beherrsche, gehe es an den Ryck.

Karl-Heinz Spieß ist eine Frohnatur – er kann wundervoll erzählen und lacht gerne. Deshalb verwundert es nicht, dass er seine Leidenschaft fürs Mittelalter mit der für den Karneval verbindet. Seit er im Norden wohnt, ist er regelmäßiger Gast des KKW-Faschings. „Mit meinem Mittelalterhelm gebe ich einen tollen Ritter ab“, sagt er. Gestern ließ er den Helm aber zu Hause – und wählte zur Verleihung der Rubenow-Medaille doch lieber die Universitätskrawatte.

Cornelia Meerkatz

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