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Erfolgreiche Übung in Karlsburg: Alle 18 Kinder gerettet

Karlsburg Erfolgreiche Übung in Karlsburg: Alle 18 Kinder gerettet

Feuer, Rauch, Evakuierung: Zehn Feuerwehren proben den Ernstfall

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Trotz rund 30 Kilogramm Ausrüstungsgewicht ist Eile geboten: Der Sauerstoff reicht nur etwa 20 Minuten.

Quelle: kl

Karlsburg. Wie verheerend ein Feuer in einem Krankenhaus sein kann, hat der Brand in der Bochumer Uniklinik Ende vergangener Woche gezeigt. Acht Stunden wüteten die Flammen.

Keine Sorge, wir holen euch hier raus!“Ruf eines Feuerwehrmanns, als er einen völlig vernebelten Raum nach Kindern absuchte

Am Ende gab es zahlreiche Verletzte, zwei Personen überlebten das Feuer nicht. Wie bereitet man Feuerwehren auf so einen Einsatz vor? Am besten, indem sie Szenarien proben, so wie in Karlsburg am Sonnabend.

Der Umfang der Übung war zwar deutlich reduzierter als in Bochum, doch neun Wehren müssen auch erstmal koordiniert werden. Ihr dringlichster Auftrag: Leben retten! In der Diabetes-Kinderklinik wurden dafür Kellerräume vernebelt, sodass die Sichtweite nur wenige Zentimeter beträgt. Unklar ist, wie viele Personen sich in den Räumen aufhalten und ob sie ansprechbar sind. Eile ist geboten. Während die einen Feuerwehrleute sich ihre Atemschutzgeräte umschnallen, bereiten andere den Löschangriff vor. Die Handgriffe sitzen, die Abstimmung klappt. Wenig später führt ein erstes Rettungs-Duo mit Atemschutzgerät ein 14-jähriges Mädchen aus dem Klinikgebäude. Doch schon schlägt der Brandmelder erneut an. Feuer im Mensagebäude. Auch dort sind Kinder in Gefahr.

Die Statistenrollen übernehmen die Mitglieder der Karlsburger Jugendfeuerwehr. Lea Putzar und Jenny Hoge sind zwei von ihnen. „Das war aufregend“, berichtet Jenny, nachdem sie in Sicherheit gebracht wurde. „Sie haben gerufen: ,Keine Sorge, wir holen euch hier raus’“, fügt Lea an, die auch davon berichtet, dass sie richtig gespürt habe, dass die Feuerwehrleute voller Adrenalin waren und gezittert haben.

„Eine derart umfangreiche Übung gab es in Karlsburg noch nicht“, teilt Kliniksprecherin Anette Pröber mit. 66 Kameraden der Wehren in Karlsburg, Züssow, Lühmannsdorf, Ranzin, Groß Kiesow, Gribow, Klein Bünzow, Lüssow und Sanz waren im Einsatz. Leiter Andreas Schröder zieht ein positives Fazit. Es habe lediglich „kleine Kommunikationsprobleme“ gegeben. „Wir haben insgesamt 18 Kinder gerettet.

Die Kunst bei so einer Übung ist es, alle Feuerwehrleute zu beschäftigen.“

„Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung. So einen Ernstfall will sich niemand vorstellen, doch wir müssen vorbereitet sein“, sagt Verwaltungsleiterin Iris Brinkmann vom Klinikum Karlsburg später. Gemeinsam mit ihr beobachteten Klinikdirektor Wolfgang Motz und der externe Brandschutzbeauftragte der Klinik, Gerhard Lange, das Geschehen. „Auf die Idee zu dieser Großübung brachte uns der im Frühjahr eröffnete Neubau im Innenhof unseres U-förmigen Klinikgebäudes. Wir wollten sehen, wie dort mit großen Leiterwagenfahrzeugen gearbeitet werden kann“, erklärt Iris Brinkmann. Eigentlich sollte dafür noch ein Greifswalder Zug ausrücken. Doch der Wagen war defekt. Kurzerhand wurde Ersatz aus Wolgast organisiert. Der Korb am Ende der 30 Meter langen Leiter mit den Feuerwehrleuten erreichte bequem die oberen Balkone. Einige Patienten und Schwestern schauten neugierig vom Balkon auf das Geschehen. Sie wurden rechtzeitig über die Übung informiert. „Herzpatienten will niemand beunruhigen“, sagt die Verwaltungsleiterin.

Kai Lachmann

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