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Erinnern an die Opfer der Nazizeit

Greifswald Erinnern an die Opfer der Nazizeit

Historiker hält Vortrag über Enteignung jüdischen Vermögens in der Region

Greifswald. Die Stadt Greifswald und die Ernst-Moritz-Arndt-Universität laden am 27. Januar 2018 dazu ein, gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Die diesjährige Veranstaltung (19 Uhr im Bürgerschaftssaal des Rathauses) widmet sich der Enteignung jüdischen Vermögens in der NS-Zeit.

In der Pogromnacht am 9. und 10. November 1938 wurden zahllose jüdische Gewerbebetriebe geplündert. Anschließend wurde den jüdischen Unternehmern per Verordnung die weitere Ausübung ihres Gewerbes verboten. Christoph Kreutzmüller vom Jüdischen Museum Berlin spricht über den Zusammenhang von Gewalt und Verwaltung und die Folgen für die Juden. Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuesten Zeit am Historischen Institut der Universität Greifswald, zeichnet anschließend am Beispiel der Stralsunder Kaufhäuser Tietz und Wertheim die regionale Geschichte der so genannten Arisierung des jüdischen Vermögens nach. Musikalisch wird die Veranstaltung von dem Ensemble Lege&Lena gestaltet.

Im Vorfeld des Gedenktages zeigt das Pommersche Landesmuseum in seiner Reihe „Nordoststreifen“ am 25. Januar um 20 Uhr den Film „Es war einmal in Deutschland“. Der belgisch-bayerische Regisseur Sam Garbarski inszenierte das schwarzhumorige Nachkriegsdrama als bewegende Feier des Lebens.

Am 26. Januar liest die Münchner Autorin Sandra Hoffmann um 20 Uhr im Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4/5, aus ihrem neuen Roman „Paula“. Mit Courage und Zärtlichkeit berichtet sie über das Leben ihrer Großmutter, die ihr erdrückend nahe war und von der sie doch so wenig weiß. Ihr Roman „Paula“ wurde jüngst mit dem Hans-Fallada-Preis 2018 der Stadt Neumünster ausgezeichnet.

Der 27. Januar ist seit 1996 Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Ausgerufen wurde er damals von Bundespräsident Roman Herzog. Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Etwa eine Million Menschen waren dort von den Nationalsozialisten grausam gequält und ermordet worden.

Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt.

OZ

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