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Greifswald Medizinstudentenstreik in Greifswald
Vorpommern Greifswald Medizinstudentenstreik in Greifswald
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15:03 28.10.2018
Die Aula der Uni Greifswald Quelle: Peter Binder
Greifswald

Der Greifswalder Medizinerstreik war als der einzige Massenprotest an einer DDR-Hochschule. Am 30. März 1955 boykottierten Medizinstudenten Vorlesungen, nachdem sich das Gerücht verbreitete, dass die Medizinische Fakultät in eine Militärakademie werden sollte. Abends fand eine Veranstaltung mit SED-Bezirkssekretär Karl Mewis statt.

Heinz Schneider, der ab 1955 am Bodden studierte, übermittelte der OZ Erinnerungen des kürzlich verstorbenen Prof. Dietrich Michaelis:„Zur Diskussion wurde eine Veranstaltung in der Aula einberufen. Die Aula war überfüllt. Als nach einer Stunde uns mitgeteilt wurde, dass Prof. Katsch (Rektor/eob) nicht teilnimmt, verließen etwa 75 Prozent der Studenten den Saal. Jedoch wurde die Ausgangstür von Stasileuten geschlossen. Die Studenten standen auf den Treppen und wurden per Pkw schubweise ins nahe liegende Gefängnis gebracht. In der Nacht und am nächsten Tag fanden die individuellen Verhöre statt. Mit der Drohung einer Exmatrikulation bei weiterer Aktivität gegen die Militärakademie wurde ich am nächsten Abend entlassen. Nachfolgend wurde uns die Wahl des Eintritts in die NVA (damals noch Kasernierte Volkspolizei/eob) oder der Wunsch zur Fortsetzung des Studiums an einer externen Universität (nahegelegt). Das diente der Trennung von Studentencliquen, z. B. hatte ich als Wunsch die Humboldt-Universität gewählt, kam aber nach Rostock und habe dort mein Staatsexamen 1957 bestanden. Von meinen befreundeten Kommilitonen bekam keiner den von ihm gewünschten Studienplatz.“

211 Studierende wurden verhaftet. Bis auf 12 wurden sie wie Michaelis bald entlassen, weitere sieben wenig später. Zwei wurden wegen Spionage verurteilt, drei wegen Mitwisserschaft. Zu einer Umwandlung der Medizinischen Fakultät in eine Militärakademie kam es nicht, aber fortan wurden auch Militärmediziner ausgebildet.

Eckhard Oberdörfer

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