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Erste Fälle von Chinaseuche unter Kaninchen im Kreis

Greifswald/Wolgast Erste Fälle von Chinaseuche unter Kaninchen im Kreis

Die Krankheit führt bei ungeimpften Tieren sofort zum Tod / Zu Ausstellungen sind nur geimpfte Tiere zugelassen / Medikament ist nur mit Sondergenehmigung erhältlich

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Rassekaninchenzüchter Gerhard Rückart mit einem seiner 20 Tiere der Rasse Kleinsilber. Alle sind geimpft gegen Chinaseuche.

Quelle: Tom Schröter

Greifswald/Wolgast. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind vier Kaninchenbestände an der Chinaseuche erkrankt. Das bestätigt Holger Vogel, Amtstierarzt im Veterinäramt des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Es handelt sich um sehr kleine Bestände im Gebiet des Altkreises Uecker-Randow. Da die hoch ansteckende Krankheit nicht meldepflichtig ist, geht Vogel von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

Chinaseuche

Die Chinaseuche wird auch RHE für Rabbit Haemorrhagic Disease genannt. Betroffen sind ausschließlich Kaninchen. Übertragen wird die Krankheit durch Insekten, Gräser oder direkten Kontakt zwischen den Tieren. Der aktuell verbreitete Typus zwei verläuft nahezu immer tödlich.

„Die Chinaseuche ist eine Lungenentzündung, die rasend schnell zum Tod führt. Das Tier verblutet von innen. Morgens ist das Kaninchen noch gesund, abends tot“, erklärt die Greifswalder Tierärztin Anette Quandt. Die Krankheit gebe es bereits lange. Es treten jährlich im Landkreis mehrere Fälle auf. Problem sei seit einigen Jahren, dass sich ein neuer Typus gebildet habe, gegen den der Impfstoff nicht mehr wirke. „Tiere, die mit dem alten Wirkstoff geimpft sind, sterben zwar nicht, sie erkranken aber trotzdem“, sagt Quandt. Daher werde die Ausbreitung der Krankheit auf diese Weise nicht gestoppt. Eigentlich soll ein Impfstoff immun machen.

Das Medikament gegen den neuen Typus – RHD 2 – ist noch nicht in Deutschland zugelassen. Tierärzte können jedoch eine Ausnahmegenehmigung beantragen, um den neuen Impfstoff nach Deutschland einführen zu dürfen. „Das ist aber mit hohen Kosten verbunden“, sagt Quandt. Die Genehmigung koste 50 Euro. Zudem müssen beim Antrag bereits Name des Halters und Anzahl der zu impfenden Kaninchen eingetragen werden. „Da es das Medikament nur in 50er Packs gibt, steigen die Kosten erneut, falls man den Impfstoff nur für ein Einzeltier oder wenige Kaninchen verwenden möchte“, sagt Quandt.

Gerhard Rückart, vom Wolgaster Rassekaninchenzuchtverein, bestätigt die Probleme mit den hohen Kosten. Rückart selbst habe seine 20 Kaninchen der Rasse Kleinsilber graubraun gerade impfen lassen. Er ist mit seinen Tieren seit Jahren bei diversen Ausstellungen sehr erfolgreich. „Ich habe mit Tierarzt Dr. Christian Rummel am Dienstag und Donnerstag insgesamt fünf Tierbestände mit 250 Tieren vorbeugend geimpft“, sagt Rückart. Darunter seien Bestände in Greifswald, Kemnitzerhagen, Lühmannsdorf, Waschow und Wolgast gewesen. Die meisten Züchter der Region halten die Warnungen für überzogen und lassen ihre Tiere nicht impfen. Die Folge sei jedoch, dass die ungeimpften Tiere nicht an Züchterausstellungen teilnehmen dürften. Das betont Amtstierarzt Vogel. Die Gefahr einer Ansteckung sei bei solchen Veranstaltungen mit mehreren hundert Tieren immens groß. „Wir haben die Veranstalter gesondert belehrt. Ob sie ein Treffen stattfinden lassen oder lieber absagen, liegt in deren Ermessen“, sagt Vogel.

Katharina Degrassi und Steffen Adler

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