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Greifswald Erste Hotels und Pensionen wurden 1897 eröffnet
Vorpommern Greifswald Erste Hotels und Pensionen wurden 1897 eröffnet
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00:00 15.05.2017
In der Kaiserzeit entwickelte sich Bansin rasch, immer mehr Hotels und Pensionen entstanden. Quelle: Foto: Archiv Hans–ulrich Bauer
Bansin

In diesem Jahr wird der 120. Geburtstag des Seebades Bansin gefeiert.

Keine Bebauung am Strand

Das historische Bansin ist Bansin Dorf. Auch in Alt und später Sallenthin und Sellin lebten im 19. Jahrhundert schon Menschen. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Strandnähe gebaut. 1911 erfolgte der Anschluss ans Eisenbahnnetz. Bansin ist heute Teil Heringsdorfs.

Damals war Heringsdorf bereits ein etabliertes Seebad, dessen Gäste hauptsächlich dem Adel und der Finanzaristrokratie angehörten. Man liebte den weißen feinkörnigen Strand der Ostsee und die sanfthügelige Landschaft mit den lichten Buchenwäldern. Gern unternahm man auch ausgedehnte Spaziergänge am Meer auf dem Dünenweg, wo am Beginn des Steilufers ein Aussichtsturm stand.

Vom Dünenweg aus hatte man einen herrlichen Rundblick bis zur Nachbarinsel Wollin und zur Greifswalder Oie. Am Fuß des Turms gab es einen Schankraum, so dass Erfrischungen gereicht werden konnten.

Wer nicht wandern mochte, kam mit einem Boot, das er am Anlegesteg festmachte.

Turm und Steg waren auf Veranlassung der „Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf“ gebaut worden, deren geschäftstüchtiger Direktor Dr. Hugo Delbrück maßgeblichen Anteil an der Entwicklung dieses Ortes hatte. Er hatte das Potenzial der Gegend zwischen Schloonsee und dem Langen Berg erkannt. Und als der Badebetrieb von Sommer zu Sommer zunahm, kaufte er „unter der Hand“ von Fischern und dem Forstfiskus das infrage kommende Gelände billig auf. Er zahlte zehn Pfennig pro Quadratmeter. Pläne für Badeanstalten ließ er erstellen, legte sie jedoch in die Schublade. Sie zu verwirklichen hatte ja noch Zeit, glaubte er.

Doch er war nicht der einzige, der die Besucherströme am Strand beobachtete. Da waren zunächst die ortsansässigen Fischer, wenn sie zu ihren Arbeitsplätzen kamen – vor allem jedoch war da Ernst Necker.

Der Schriftsteller lebte in Alt Sallenthin und kannte Emil Wichmann gut, einen Hühneraugenoperateur aus Berlin. Dieser hatte ein Haus am Hang etwas abseits von der heutigen Seestraße gekauft. Die beiden Herren waren sich einig, dass „der Bansiner Strand wie geschaffen sei, dort einen Badeort zu gründen“. Sie hatten auch schon mit Einheimischen Gespräche geführt und angeregt, Badeanstalten zu errichten. Dies erschien einigen als denkbare Möglichkeit, und die Interessenten schlossen sich zu einer Gründergesellschaft zusammen.

Wie groß muss deren Entsetzen gewesen sein, als sich herausstellte, dass das benötigte Land der Aktiengesellschaft Heringsdorf gehörte. Nun wurde deutlich, aus welchem Garn die Gesellschafter gestrickt waren.

Sie resignierten nicht, ihr Kampfgeist war geweckt. Von der Hafeninspektion Swinemünde erwirkten sie die Genehmigung zum Bau von zwei hölzernen Badehäusern und Rohrbuden als Ruheplätze, die umgehend errichtet wurden. Und umgehend kamen Badegäste, zuerst aus Neuhof und Heringsdorf, dann auch von weiter her.

Als Emil Wichmann Herrn Necker und die Brüder Barnheide Pfingsten 1896 in sein Haus einlud, wurde hier der Beschluss gefasst, am Strand Hotels und Pensionen zu bauen. Dies war das Startsignal für die Gründung des Seebades Bansin. Noch im selben Herbst war Baubeginn, und schon im folgenden Jahr konnten die ersten Gäste ihre Zimmer in den fertiggestellten Unterkünften beziehen. Deshalb gilt 1897 als Jahr der Gründung des Seebades Bansin.

Brigitte Führhoff

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