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Eskalation beim Abistreich? In Köln ja, aber nicht hier!

Greifswald Eskalation beim Abistreich? In Köln ja, aber nicht hier!

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Die Schüler des Jahngymnasiums în Greifswald haben in ihrer letzten Woche verschiedene Mottos, zu denen sie sich verkleiden.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. 200 Schüler, die aufeinander losgehen, die sich mit Flaschen und Steinen bewerfen. Drogen, selbstgebaute Waffen und 15 Einsätze der Polizei: In Köln haben sich Abiturienten zum Abschluss ihrer Schulzeit regelrechte Schlachten mit Abgängern anderer Schulen geliefert. Was ein scherzhafter Abschied sein sollte, ging gründlich daneben. Eigentlich haben Abistreiche einen anderen Hintergrund: An ihrem letzten Unterrichtstag organisieren Zwölftklässler ein Programm mit Scherzen und Sketchen. So soll die Schulzeit spaßig beendet werden. Am 18. April ist der letzte Schultag für Abiturienten bei uns. Droht ein zweites Köln?

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Die wilden Siebziger

Schlechte Noten bedeuteten in den 1970er Jahren das Ende der Studienträume. Diese Tendenz wurde in den Abischerzen sichtbar. Die Schulabgänger nutzten die Gelegenheit häufig, um sich bei Lehrern für schlechte Noten zu rächen. Einige Pädogogen wurden sogar im schuleigenen Schwimmbecken untergetaucht, mit Torten beworfen oder öffentlich bloßgestellt.

„Was in Köln vorgefallen ist, kommt bei uns nicht vor. Derartige Auswüchse haben hier nie eine Rolle gespielt“, sagt Ulf Burmeister, Schulleiter des Humboldtgymnasiums in Greifswald. An seiner Schule gebe es klare Regeln, die den Schülern eine Richtlinie seien. So werde es am letzten Unterrichtstag in nur einer Schulstunde einen Abistreich geben. Dabei finden lustige Spiele mit Schülern und Lehrern statt. In der Woche davor gebe es eine Art „Mottowoche“, bei der sich die Abiturienten an jedem Tag zu einem gewissen Thema kleiden. „Die angehenden Absolventen besprechen den Rahmen mit mir, dann sage ich, was geht und was nicht“, erklärt Burmeister. „Manche Fehler erkennt man erst hinterher, wir lernen jedes Jahr dazu.“ Bisher sei kein Streich der Abiturienten ausgeartet.

„Ein lustiger Scherz, an den ich mich erinnere war, dass die Abiturienten den Schulschlüssel in einen Eisblock eingefroren hatten und wir ihn mit Steinen wieder freischlagen mussten“, erinnert sich Martina Färber von der Freien Schule in Zinnowitz. Hier veranstalten die angehenden Absolventen ein Programm mit Streichen und Sketchen für die jüngeren Schüler. „Es gibt klare Regeln im Vorfeld“, sagt Färber. „Etwa, dass es zu keiner Beschädigung oder Ehrverletzung kommen darf. Über das Programm wisse die Lehrerschaft gewöhnlich nichts. „Uns ist der Tag bekannt, manchmal ist der Hausmeister eingeweiht. Wir haben volles Vertrauen in unsere Schüler“, so Färber.

Im Lilienthal-Gymnasium in Anklam geht es deutlich strenger zu: „Die Abiturienten machen einen Umzug in der Stadt, das müssen sie mit der Polizei absprechen. Auf dem Schulhof gibt es dann ein kleines Programm mit Wettkämpfen zwischen Schülern und Lehrern“, erläutert Schulleiter Matthias Ruta. Wasser sei dabei streng verboten: „Vor ein paar Jahren war es noch erlaubt, aber bei diesen Temperaturen werden die Schüler erst nass, dann krank und fallen aus“, erklärt Ruta.

Jürgen Räsch, Schulleiter der Gesamtschule Ahlbeck, geht das Thema etwas anders an. Der Abistreich vieler Schulen findet dieses Jahr am 18. April statt, jedoch nicht in Ahlbeck: „Wir veranstalten den Abistreich zwischen den schriftlichen und mündlichen Prüfungen oder danach. Die Abiturienten stehen unter Leistungsdruck. Ein besserer Zeitpunkt ist dann nach den Arbeiten“, erklärt Räsch. Wie bei den meisten Gymnasien gebe es ein Programm, passend zum Abimotto. Dabei schildern die angehenden Absolventen ihr Vorhaben, Räsch erklärt dann, ob es möglich ist. Jeder Vorschlag werde einzeln geprüft. Wie bei allen Schulen gebe es ein Alkoholverbot. „Man kann nicht alles verbieten“, meint Räsch und gibt zu bedenken: „Es ist eine Balance zwischen Freiheit und Grenzen setzen.“

Von Laura Weigele

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