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Experte: Biber breiten sich rasant auf der Insel Usedom aus

Bauer-Wehrland Experte: Biber breiten sich rasant auf der Insel Usedom aus

Die Nager bereiten dem Wasser- und Bodenverband zunehmend Sorgen / Durch verstopfte Gräben werden angrenzende Flächen überflutet / Deiche nehmen Schaden

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Ein Biber hat den Bebrowbach bei Bauer-Wehrland angestaut und dafür Baumstämme, Äste und Erdreich verwendet. Im Ergebnis entstand ein imposantes Delta, an dessen Rand sich die Biberburg befindet. Im Hintergrund ist die Kirche St. Nikolai zu sehen. Fotos (2): Tom Schröter

Bauer-Wehrland. „Noch vor 20 Jahren war es eine kleine Sensation, an unseren Gewässern eine Biberburg zu entdecken“, erinnert Christiane Loist. „Doch heute muss man schon fragen: Wo gibt es eigentlich noch keinen Biber?“ Persönlich hat die Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Insel Usedom-Peenestrom nichts gegen die arbeitssamen Nager. Aber aus beruflicher Sicht bereitet ihr die rasante Ausbreitung der Tiere zunehmend Sorgen.

„An vielen Stellen in unserem Verbandsgebiet bauen Biber Dämme. Um den Eingang zu ihrem Bau zu schützen, stauen sie mit den Dämmen die Gräben an. Die Folge davon ist, dass angrenzende Wiesen und Felder überflutet werden“, verdeutlicht Christiane Loist. „Außerdem graben sich die Tiere in Deich- und Grabenböschungen hinein, so dass Hohlräume entstehen, die irgendwann einbrechen.“ Die Bauaktivitäten seien für viele regionale Polderbereiche inzwischen eine ernste Gefahr.

Die sich immer weiter ausbreitenden Biber bestimmten heute die Gespräche bei jeder Deich- und Grabenschau. Nehme die Population weiter zu, sei mit großen materiellen Schäden zu rechnen, meint die Geschäftsführerin. „In diesem Jahr haben wir als Verband angefangen, unseren personellen Aufwand zu dokumentieren, den wir im Zusammenhang mit den Folgen des Biberbestandes betreiben.“ Im Umgang mit den EU-weit unter Schutz stehenden Tieren seien dem Verband unterdessen die Hände gebunden. „Wenn wir zum Beispiel Bibertäuscher einbauen wollen oder Staudämme entfernen möchten, müssen wir zuvor die Erlaubnis von der Unteren Naturschutzbehörde einholen“, erklärt Loist. Auf lange Sicht, da ist sie sicher, könne auf diese Situation nur mit einer Bestandsregulierung reagiert werden.

Noch sei dies nicht vermittelbar. „Wahrscheinlich“, so meint sie, „sind die Schäden zurzeit noch nicht groß genug, dass allgemein eine Lösung des Problems angestrebt wird.“ Aber dies werde sich ändern.

Auch im Amtsbereich Wolgast- Land, wo aktuell Deich- und Grabenschauen stattfinden, seien die Nager allgegenwärtig. Als ein Biber unlängst den Lassaner Mühlengraben anstaute und so auch der örtlichen Feuerwehr das Löschwasser abgrub, durfte der Wasser- und Bodenverband per Ausnahmeregelung die „Verstopfung“ entfernen. „An einem Biberbau am Kleinen Scheidegraben bei Buddenhagen durften wir zwar einen Bibertäuscher einbauen. Dieser setzt sich aber immer wieder zu, so dass es im Umfeld regelmäßig zu Überflutungen kommt“, schildert Christiane Loist. Jener Biber, der in Bauer-Wehrland den Bebrowbach anstaue, bereite derzeit noch vergleichsweise wenig Probleme. Die Geschäftsführerin hofft, dass die von der CDU-Fraktion gestartete Landtagsinitiative Erfolg hat, die darauf abzielt, den Schutzstatus des Bibers für Deutschland „anzupassen“ und einen „praxistauglichen Umgang“ zu ermöglichen.

Von Tom Schröter

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