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Greifswald Experten entschärfen tonnenweise Munition in der Region
Vorpommern Greifswald Experten entschärfen tonnenweise Munition in der Region
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00:00 13.01.2015
Stralsund

Gewehrmunition, Panzerfäuste, Werfergranaten, Flakmunition sowie jede Menge Waffen und Waffenteile: Von 2010 bis 2014 wurden bei 137 Einsätzen im Landkreis Vorpommern-Rügen 4,9 Tonnen Kampfmittel und Munitionsfragmente aus dem Boden geholt. „Geborgen wurden aber auch Granaten größerer Kaliber. Von 8,8 Zentimeter Panzer- oder Sprenggranaten bis hin zu 10,5 Zentimeter Sprenggranaten ist alles dabei“, erläutert Torsten Hauk. Er ist Leiter der Luftbildauswertung beim Munitionsbergungsdienst Mecklenburg- Vorpommern.

In Stralsund musste der Munitionsbergungsdienst in den vergangenen fünf Jahren 31 Mal zu Soforteinsätzen ausrücken, bei denen eine unmittelbare Gefahr abgewendet werden musste. Bei diesen Einsätzen wurde Munition mit einem Gesamtgewicht von rund 430 Kilogramm geborgen. Mehrere Waffen fanden die Experten beispielsweise im vergangenen Jahr unter einem Radweg auf dem Dänholm. Bei sogenannten vorsorglichen Kampfmittelsondier- und Bergungsarbeiten holten sie unter anderem ein Maschinengewehr, das mit Treibladungspulver gefüllte Abschussrohr einer Panzerfaust und mehrere Schuss Gewehrmunition aus der Erde.

Fündig wurden die Bergungsspezialisten auch auf dem ehemaligen Flugplatz Pütnitz, der von 1935 bis 1945 von der Wehrmacht und von 1952 bis 1994 von der Roten Armee genutzt wurde. Hauk: „2000 und 2012 erfolgten partielle Kampfmittelräumarbeiten auf dem Platz. Geborgen wurden dabei englische Brandbomben, Flakmunition sowie Waffen und Waffenteile.“ Jede Menge Munition wurde auch auf dem ehemaligen Flugplatz Barth gefunden. Vor dem Bau der Photovoltaikanlage wurden in den Jahren 2012 und 2013 rund 52 Hektar Fläche abgesucht, dabei konnten 346 Kilogramm Kampfmittel und Munitionsfragmente entdeckt werden. Auch hier reiche das Spektrum von Bordwaffenmunition bis hin zu Flakmunition.

Die in Mecklenburg-Vorpommern gefundene Munition wird in einem der beiden Munitionszerlegebetriebe des Munitionsbergungsdienstes gebracht, dort zwischengelagert und teilweise auch dort vernichtet.

Der andere Teil der geborgenen Kampfmittel wird in der Verbrennungsanlage des Bundes bei der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (Geka) in Niedersachsen vernichtet.

Manchmal entpuppt sich das, was als Munitionsfund gemeldet wird, als harmloser Gegenstand, so Hauk. „Das ist nicht zu vermeiden. Da der Bürger aber von einer Gefahr ausgeht, sonst hätte er den Fund ja nicht gemeldet, hat er grundsätzlich alles richtig gemacht. Sicherheit geht vor.“

Besonders spektakulär sei natürlich der Fund großer Bomben und deren Entschärfung, sagt Hauk weiter. Das dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade die „kleinen Dinger“ oft unterschätzt würden. Dabei seien auch sie absolut tödlich, da der Sprengstoff auch nach all den Jahren immer noch voll funktionsfähig sei.

Wer nicht sicher ist, was er da auf dem Feld, beim Pilzesammeln oder im Garten gefunden hat, dem gibt er folgenden Rat: „Zunächst einmal: Finger weg! Nicht umdrehen, nicht säubern, und das ,Finger weg‘ ist auf jedes Körperteil bezogen.“



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