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Falsche Stromzähler sorgen bei Hotelbesitzer für Verzweiflung

Falsche Stromzähler sorgen bei Hotelbesitzer für Verzweiflung

Fast zwei Jahre lang bekommt Rainer Mahnert Mahnungen vom Energieanbieter Eon / Die Zähler existieren aber nicht auf dem Grundstück / Lösung ist in Sicht

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Seit 2014 sammelt Rainer Mahnert die Mahnungen des Stromanbieters.

Quelle: Ann-Christin Schneider

Neuenkirchen. Verzweifelt schaut Rainer Mahnert auf den Haufen an Mahnungen und Rechnungen vor ihm. 50 Euro fordert der eine Brief des Stromlieferanten Eon, ein weiterer verlangt schon fast 150 Euro. „Seit fast zwei Jahren bekomme ich mindestens einmal im Quartal irgendwelche Abrechnungen von Zählern, die sich gar nicht auf meinem Grundstück befinden“, sagt der Besitzer des Stettiner Hofes in Neuenkirchen. „Ich bin verzweifelt.“

Wir bitten Herrn Mahnert ausdrücklich um Entschuldigung.“ Stefan Moriße, Pressesprecher des Energielieferanten Eon

Bis 2012 war der 59-Jährige Kunde bei dem Energielieferanten. Zwei Zähler sind gemeldet, einer vom Hotel und ein weiterer vom ebenfalls auf dem Grundstück befindlichem Wohnhaus. Das Vertragsverhältnis verlief ohne Probleme — auch der Wechsel zu den Greifswalder Stadtwerken. Ende 2014 trudelten dann die ersten Briefe ein. „Ich war vollkommen überrascht“, gibt Mahnert zu. „Bei der Kündigung wurde mir bescheinigt, dass keine Rechnungen mehr offen seien und dann das.“ Unzählige Gespräche mit den Call-Center-Mitarbeitern von Eon folgten und der Geschäftskundenberater der Greifswalder Stadtwerke Michael Köhn sei eingeschaltet worden — ohne Ergebnis. Selbst eine Energiesperrfirma bestätigte, dass der fragliche Zähler nicht existiert. „Das kann doch nicht sein, was soll man denn noch machen?“, ist der Neuenkirchener verärgert.

„Wir können den Unmut über die lange Bearbeitungszeit verstehen und bitten Herrn Mahnert ausdrücklich um Entschuldigung“, sagt Eon-Sprecher Stefan Moriße. Zwar seien die Mahnungen von Eon als Grundversorger gekommen, doch sei es vor allem die Schuld des zuständigen Netzbetreiber Edis gewesen, dass sich die Klärung so hinziehe. „Stromvertrieb und Netzbetreiber sind gesetzlich voneinander getrennt“, erklärt Moriße. „Edis als Netzanbieter ist zuständig für die Zähler. Wir von Eon haben auf die Daten keinen Zugriff.“ Deswegen sei der Stromanbieter auf die Zuarbeit angewiesen gewesen.

Wenn Strom von einem nicht angemeldeten Zähler verbraucht wird, führt der Netzbetreiber eine sogenannte Leerstellenrecherche durch, um den Besitzer zu ermitteln. Im vorliegenden Fall habe die 2014 fälschlicherweise Rainer Mahnert für sein Hotel Stettiner Hof ergeben, wohin er in die Grundversorgung bei Eon angemeldet wurde. „Nach der Reklamation seitens des Kunden, haben wir bei Edis um Prüfung gebeten“, erklärt Moriße. Leider sei erst ein halbes Jahr später die Information gekommen, dass der Zähler nicht Herrn Mahnert zuzuordnen sei. „Erst im Juni 2015 wussten wir darüber Bescheid“, bedauert Moriße und bestätigt, dass die Forderungen storniert wurden.

Wie es zu den Missverständnissen kommen konnte, ist nach Aussagen des Sprechers von Edis, Michael Elsholtz, noch nicht geklärt. Die Verwechselungen hätten durch unvollständige oder unrichtige Daten verursacht werden können. Es werde weiter geprüft.

Doch im Dezember 2015 begann für Rainer Mahnert das Spiel von vorne — wieder für einen fremden Zähler. Drei Monate der Grundversorgung soll der Hotelbesitzer erneut bezahlen.Vier Mahnungen seien deswegen bereits in diesem Jahr wieder bei dem Hotelbesitzer eingetroffen. „Ich möchte endlich einen Schlussstrich setzen können“, sagt der 59-Jährige.

Zeitnah wollen sich nun Mitarbeiter von Edis mit Herrn Mahnert treffen, um das Problem dauerhaft zu lösen. Das habe dieser schon seit Monaten vorgeschlagen. „Ich bin einfach nur froh, wenn dieser Streit endlich geklärt ist“, sagt dieser erleichtert. Auch Eon-Sprecher Stefan Moriße bestätigt, dass bei Klärung auch die restlichen Forderungen gestrichen werden.

Von Ann-Christin Schneider

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