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Greifswald Fast so groß wie Greifswald
Vorpommern Greifswald Fast so groß wie Greifswald
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00:00 13.04.2013
„Paul“ Anklam, Wehrführer in Sanz, macht in seiner Old- timer-Schmiede aus alten Mopeds wieder wahre Schmuckstücke.
Groß Kiesow

Die Gemeinde kann mit Greifswald mithalten. „Ohne weiteres“, sagt Bürgermeister Jürgen Wohlers, ehe ein breites Grinsen sein Gesicht überzieht. Natürlich misst sich Groß Kiesow mit seinen zehn Ortschaften und 16 Ortsteilen nicht mit der großen benachbarten Hansestadt. Aber wenn es um die Gemeindefläche geht, braucht sich das Dorf nicht zu verstecken.

Immerhin umfasst die Gemeindefläche 47 Quadratkilometer. Groß Kiesow gehört zum Amt Züssow und zählt 1350 Einwohner. Dennoch hätte es Wohlers, der seit genau 20 Jahren die Geschicke des Ortes leitet, lieber gesehen, wenn in den vergangenen drei Jahren nicht 150 Einwohner weggezogen wären. „Es ist wie überall: Die Alten bleiben“, meint der 75-Jährige. Derzeit leben in Groß Kiesow 66 über 80-Jährige. Zum Glück gibt es Ortsteile wie Klein Kiesow, der bei jungen Familien als Wohnstandort beliebt ist. „Heute wohnen da wieder 24 Kinder“, so Wohlers.

Die Kinder sind sein liebstes Thema. Die Kommune leistet sich als einzige im Amt eine eigene Kindertagesstätte, das „Bienenhaus“. 47 Mädchen und Jungen werden von fünf Erziehern betreut. Es werden ländliche Traditionen gepflegt. So kommen die Knirpse ab dem 60. Geburtstag eines Einwohners alljährlich mit einem Ständchen zum Gratulieren. „Die älteren Senioren warten schon auf unseren Auftritt“, berichtet Kita-Leiterin Mirella Lewe.

Wohlers und der Gemeinderat sind sich einig, dass sich das Dorf gut entwickelt hat und zählt Infrastruktur auf: Es gibt einen Arzt und eine Zahnarztpraxis, die Gaststätte „Taubenschlag“ und den Thomas-Philipps-Laden, der von Kunden aus dem ganzen Kreis angesteuert wird. Und in Groß Kiesow hält die Usedomer Bäderbahn. Insgesamt sind 53 Gewerbetreibende angemeldet, darunter mehrere gut florierende Landwirtschaftsbetriebe. Die GbR Groß Kiesow beispielsweise unterstütze die Gemeinde mit Technik, wenn es erforderlich sei. Über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist die Schinkenräucherei in Schlagtow. Inhaber Jörg Brennecke liefert seine Ware in ganz Deutschland aus. Gut zu tun haben auch die Umzugsfirma Boesecke, die Tischlerei in Krebsow und der Restholz-Verkauf in Kessin.

Wohlers ist froh, dass nach langem Warten der Straßenausbau Fortschritte gemacht hat. Im vergangenen Jahr ließ der Kreis die Straße von der B 109 bis zur Bahnschiene erneuern. Die Gemeinde selbst investierte 800 000 Euro in die Sanierung der Straße nach Sanz, Hof 7. „Wir hatten dafür keine Förderung“, verdeutlicht er.

Im Dorf gibt es zwei Feuerwehren. Die Wehr aus Groß Kiesow begeht in diesem Jahr ihr 110-jähriges Bestehen. Rege ist auch die Freiwillige Feuerwehr Sanz mit ihren 36 Mitgliedern. Wehrleiter und Amtswehrführer Klaus-Dieter Anklam, von allen nur Paul genannt, leitet seit 1990 deren Geschicke. „Wir sind stolz, dass wir uns keine Nachwuchssorgen machen müssen. Manuela und Steffen Denz leisten da Vorbildliches“, lobt er. Auch der Nachwuchs bei der Kiesower Wehr ist topfit. „Bei Wettkämpfen belegen sie immer vordere Plätze — mal Groß Kiesow, mal Sanz. Das ist toll“, meint Hartmut Waschow, der stellvertretende Bürgermeister.

Der 60-Jährige aus Kessin ist seit 1998 im Gemeinderat. Er freut sich, dass auch die Vereine so viel auf die Beine stellen, allen voran die beiden Sportvereine in Groß Kiesow und Dambeck. Letzterer feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Björn Michalak (33), von Beruf Fischer, leitet den seit 53 Jahren existierenden Traktor Groß Kiesow. „Bei uns trainieren 40 Männer und 70 Kinder. Im nächsten Jahr sollen die E-Jugend und die Bambinis am Spielbetrieb teilnehmen. Ich bin auf ihr Abschneiden gespannt“, sagt er. Michalak weiß, dass neben Sponsoren auch die Gemeinde den Sport großzügig unterstützt. „Sonst könnten wir nicht bestehen“, erklärt er. Die Fußballer organisieren deshalb am 1. Juni auf dem Sportplatz ein Kinderfest.

Auch die 20 Landfrauen unter Vorsitz von Margit Redmer (56) engagieren sich auf vielfältige Weise. „Wir sind jeden Monat unterwegs, mal zur Radtour, mal zur Buchlesung, mal ins Theater“, berichtet sie. Am Wochenende geht es nach Hamburg ins Musical. Der Verein unterstützt das jährliche Kleinkunstfestival mit einem Kuchenbasar. Und die Über-80-Jährigen im Ort werden regelmäßig besucht. „Wir wollen das Brauchtum auf dem Lande erhalten“, so Redmer.

Das gelinge gut, meinen der Bürgermeister und sein Vize. Beide hoffen, dass sich weitere junge Familien in den Groß Kiesower Ortsteilen ansiedeln. „Das ist wichtig für unsere Zukunft. Es lässt sich doch gut hier leben“, sagen sie.

Cornelia Meerkatz

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