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Faszination Antike: Jugendliche widmen sich alten Mythen

Greifswald Faszination Antike: Jugendliche widmen sich alten Mythen

Wochenendcamp vereinte erstmals Griechisch- und Lateinschüler aus Greifswald, Schwerin, Neustrelitz und Bad Doberan im Maritimen Jugenddorf Wieck

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Die Jahngymnasiasten Johannes Leiding, Mia Strahlmann, Sarah Jantzen und Georg Voigt (v.l.) gehörten zu den Campteilnehmern.

Quelle: Foto: Petra Hase

Greifswald. Um die wunderschöne Medusa, Tochter der Meeresgötter Keto und Phorkys, ranken sich sagenhafte Geschichten. Für Jugendliche nicht gerade ein Top-Thema, eher olle Kamellen. Es sei denn, sie lernen Griechisch und sind vom Fieber der Mythen gepackt, wie etwa André Prestin vom Gymnasium Fridericianum Schwerin.

Der 17-Jährige nahm gemeinsam mit 44 anderen Schülern aus vier Gymnasien in MV und sechs Lehrern am Wochenendcamp „Faszination Antike“in Greifswald teil. „Ich bin total begeistert über den Austausch hier. Die Workshops sind so interessant gestaltet, dass jeder viel mitnehmen kann“, lobte der Zehntklässler. Das dreitägige Camp im Maritimen Jugenddorf Wieck (Majuwi) war ein Novum und geht auf eine Initiative des früheren Bildungsministers Mathias Brodkorb (SPD) 2016 zurück, der in MV die humanistische Bildung fördern wollte. Gymnasien wurden ermutigt, Griechischunterricht anzubieten. „Solch eine AG gab es bei uns schon vorher. Doch das lief eher auf Sparflamme“, sagt Latein- und Griechischlehrer Peter Rasche vom Greifswalder Friedrich-Ludwig- Jahn-Gymnasium. Nachdem das Land aber einen Fördertopf für derlei Angebote einrichtete, ging es in die Vollen. „Mittlerweile haben wir 31 Schüler, die Griechisch lernen“, freut sich Rasche. In der 7. Klasse gehe es mit einem Schnupperkurs los, ab Klasse 8 werde zielgerichtet die Sprache erlernt – vier Stunden pro Woche. Im Abiturjahrgang können Schüler dann das Graecum erwerben, ähnlich dem Latinum. Am Jahngymnasium werde das erstmals 2019 der Fall sein.

Die 14-jährigen Greifswalder Clara Jülich und Johannes Leiding finden die alte Sprache jedenfalls ganz faszinierend. Seit langem interessieren sie sich für die Welt der Mythen. Die Workshops zu Halbgöttern, Hexen und Traumdeutung waren deshalb ganz nach ihrem Geschmack. Auch die Aufführung des Dramas „Antigone“ stand für die Schüler auf dem Plan – neben einem Vortrag der Potsdamer Philologin Nicola Hömke zu Medusa. Christoph Roettig, Landeskoordinator für humanistische Bildung, war am Ende des Lobes darüber voll, was die Greifswalder Peter Rasche und seine Kollegin Carolin Lenz als Gastgeber für das Camp auf die Beine gestellt hatten. Auch Anne Krabbe, Griechisch- und Lateinlehrerin am Carolinum Neustrelitz, freute sich über das Treffen: „Hier können Schüler nicht nur neue Freundschaften schließen, sondern kreative Ideen realisieren.“ Als Landeskind freue sie sich außerordentlich über die Gelegenheit, wieder in MV arbeiten zu können. Vor Brodkorbs Entscheidung musste sie mangels Griechischunterricht auswandern, arbeitete in Berlin. Petra Hase

OZ

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