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Greifswald Feuchtigkeit setzte Wolgaster Baudenkmal schwer zu
Vorpommern Greifswald Feuchtigkeit setzte Wolgaster Baudenkmal schwer zu
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00:06 01.12.2017

Die mit der geplanten Innensanierung und Ausgestaltung der Wolgaster St. Gertrud-Kapelle befassten Fachleute stehen vor einer Herausforderung. Restaurator Dietmar Gallinat, der jetzt mit vorbereitenden Arbeiten für das Sanierungskonzept begonnen hat, deutet auf die Bausubstanz des 1421 vor den Toren der Stadt errichteten Sakralbaus hin. „Das Dach der Kapelle verfügte über lange Zeit hinweg über keine Regenwasserableitung. Dadurch ist Niederschlagswasser in das Mauerwerk eingedrungen und mit ihm Salze, die zerstörerisch wirkten“, erklärt er.

Der Umstand, dass die Wände kaum hätten austrocknen können, sei durch fehlerhafte Sanierungsarbeiten im Kapelleninneren noch begünstigt worden. Indem dort die Mauern unter anderem im Zuge der 1864 erfolgten Restaurierung mit Zementputz versehen worden seien, habe das Mauerwerk kaum noch Feuchtigkeit an die Umgebungsluft abgeben können. Im Ergebnis sei das Gemäuer irreversibel geschädigt worden, da die Salze – Sulfate und Nitrate – im Nachhinein nicht vollständig aus den Wänden entfernt werden könnten.

„Nun ist zu entscheiden, wie wir mit der schadhaften Bausubstanz umgehen“, sagt Gallinat. Ein erster entscheidender Schritt sei mit der Installation einer Regenwasserableitung vor etwa zwei Jahren erfolgt, dank der die Wände inzwischen hinlänglich trocken seien. In einem zweiten Schritt genieße jetzt das Beseitigen des erwähnten Zementputzes oberste Priorität. Anschließend sei ein geeigneter Innenanstrich aufzubringen. Persönlich plädiert Gallinat dafür, sowohl die Wände als auch das Sterngewölbe künftig monochrom zu gestalten und durchgehend mit einem weißen Kalkanstrich zu versehen.

Die neue Farbgebung sei aber nicht im Alleingang, sondern in Abstimmung mit der Stadt Wolgast als dem Eigentümer der Kapelle und dem Förderverein festzulegen, der sich um die Nutzung und den Erhalt des bauhistorischen Kleinods auf dem Alten Friedhof kümmert. Der aus Neu Rhäse (Mecklenburgische Seenplatte) stammende Restaurator hat mehrere Farbproben im Gewölbebereich angebracht, um den Partnern die Entscheidung zu erleichtern. Zu klären sei auch, ob im Wandbereich und an der Mittelsäule vorhandene Teile einstiger Ausmalungen wieder dauerhaft sichtbar gemacht oder in einer Weise abgedeckt werden sollen, die sicherstellt, dass sie für kommende Generationen erhalten bleiben.

Wie berichtet, stehen dem Förderverein 300000 Euro zur Verfügung, um mit der Sanierung der Gertrudenkapelle zu beginnen. Zum Reformationstag 2019 soll das Innere des Bauwerks seiner künftigen Bestimmung übergeben werden. Laut Meinung des zuständigen Neubrandenburger Architekten Ullrich Schmidt könne St. Gertrud durchaus als Baudenkmal in sakraler und kultureller Hinsicht genutzt werden.

Hier könnten Gottesdienste ebenso stattfinden wie Trauungen oder Lesungen. Denkbar wäre auch eine Möglichkeit für Pilger, hier Ruhe zu finden.

Der Förderverein erarbeitete eine entsprechende Nutzungskonzeption, die auch den umzugestaltenden Außenbereich einbezieht. In das Gebäude sollen im Interesse der künftigen Nutzer in geeigneter Weise auch neue Ton-, Heizungs- und Beleuchtungstechnik einziehen.

Tom Schröter

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