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Filmaction in der Hotellobby

Heringsdorf Filmaction in der Hotellobby

Studenten der Filmuniversität Babelsberg verwandeln derzeitig das Steigenberger Hotel in Heringsdorf in eine professionelle Filmkulisse - immer dann, wenn die Hotelgäste schlafen.

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Nachdem die Extremisten die Hotellobby verwüsteten, fällt ihnen auf, dass sie sich im Hotel geirrt haben.

Quelle: Foto: Hannes Ewert

Heringsdorf. Sechs radikale Extremisten stürmten am Donnerstagabend in das Steigenberger Hotel in Heringsdorf. Mit ihren Maschinengewehren hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung. Es entstehen Einschusslöcher in der Wand, abgebrannte Blumengestecke, demolierte Fenster und Lampen, überall liegen Stofffetzen. Kurz nach dem Überfall umstellt die Polizei das Gebäude. Die Kriminellen sitzen in der Falle. Mit Erschrecken stellten sie fest, dass sie im falschen Hotel landeten. Es sollte nach Heiligendamm bei Rostock gehen, sie überfielen allerdings das Hotel „Heiligendeich“.

 

Diese Szenen gehören zum Abschlussfilm von Steffen Heidenreich (29), einem angehenden Regisseur der Filmuniversität Babelsberg bei Potsdam. Knapp 30 Männer und Frauen sind für den Film am Set unterwegs. Von Mitte Januar bis Mitte Februar drehen die Studenten in dem Hotel an der Heringsdorfer Promenade. Das Filmset gleicht einem riesigen Ameisenhaufen: Alle wirbeln umher, am Ende klappt alles.

24 Drehtage stehen auf dem Programm – zum Beispiel im Spa-Bereich, auf dem Dach, in der Lobby oder in einem der unzähligen Zimmer. „Wir drehen fast nur in der Nacht. Damit nutzen wir die Stunden, wenn die Hotelgäste schlafen, für unsere Dreharbeiten. Am Tag schlafen wir“, erklärt Julia Klett, Produzentin des Films. Zwölf Stunden arbeiten die Studenten an der Überfallszene. Im Film werden davon nur nur zwei bis drei Minuten gezeigt.

„Wir besuchten die Location bereits mehrfach im Vorfeld des Drehs. Jede Stelle wurde genau inspiziert. Zum Beispiel bauten wir die Säulen im Eingang des Hauses nach, um dort Einschusslöcher zu imitieren. Auch die Blumen wurden im Vorfeld angebrannt. Zwischen den Blumen steigt Rauch auf“, erklärt die 29-Jährige.

Rund 380 000 Euro stehen den Studenten für den Film zur Verfügung. „Zum Vergleich: Deutsche Kino-Spielfilme haben ein Budget von ein bis drei Millionen Euro. Unser Budget ist also verhältnismäßig gering“, erklärt sie.

Rund drei Jahre arbeiten die Studenten von der Idee bis zur Ausstrahlung. Der Film, der den Namen „Voucher – die fatale Summe der Teile“, trägt, soll auf Festivals und vielleicht auch im Kino gezeigt werden. „17 Schauspieler und 20 Komparsen wirken an den Szenen mit, darunter Hotelgäste“, so Julia Klett. Bis in die Morgenstunden drehten die Studenten in der Lobby. „Zum Sonnenaufgang müssen wir weg sein. Dann kommen wieder die normalen Hotelgäste.“ he

OZ

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