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Greifswald Flaniermeile für den Wolgaster Stadthafen
Vorpommern Greifswald Flaniermeile für den Wolgaster Stadthafen
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19:48 13.11.2018
Der Wolgaster Stadthafen soll weiter entwickelt werden. Auf dem unansehnlichen Areal auf Festlandseite soll maritimer Tourismus Platz finden. Quelle: Cornelia Meerkatz
Wolgast

Die Stadt soll in den kommenden Jahren ein neues Kleinod erhalten: Eine Flaniermeile im Stadthafen auf Festlandseite. Mit der mehrheitlichen Zustimmung der Stadtvertreter am Montag zum Entwurfs- und Auslegungsbeschluss des B-Plans „Am Stadthafen“ wurden die Weichen für eine maritim-touristische Nutzung des Areals gestellt. In wenigen Jahren könnte sich dort, wo jetzt noch unansehnliche Kai- und Lagerflächen das Bild bestimmen, ein neuer Touristenmagnet entwickeln.

Boutiquen, Gastronomie und Bootsliegeplätze

Mit dem Bebauungsplan Nr. 29 „Am Stadthafen“ schafft Wolgast die Voraussetzungen für die touristische Erschließung der dort vorhandenen Land- und Wasserflächen. Entstehen sollen auf der Festlandseite „ein attraktiver, maritim geprägter Aufenthaltsbereich mit gastronomischen Einrichtungen, Verkaufseinrichtungen für Touristen, Freizeiteinrichtungen und dazugehörigen Büros sowie wasserseitig eine kleine Sportbootmarina“ heißt es im Auslegungsbeschluss. „Wir reden hier von maximal 60 Liegeplätzen“, sagt Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos). Ziel sei es, in der Stadt an dieser Stelle einen Anziehungspunkte zu schaffen, der einerseits die Feriengäste von Usedom zu Tagesausflügen nach Wolgast animiere und andererseits viele Einheimische von der Insel anspreche.

Begrenzung des Areals

Das B-Plangebiet„Am Stadthafen“ wird begrenzt im Norden vom Hafenbecken, im Osten vom Peenestrom. Im Süden befinden sich weitere Lagerflächen sowie die Gewerbeflächen der Hausboot Werft Peenestrom GmbH und die Peene-Werft. Westlich begrenzen die Anlagen der Ceravis AG an. Am westlichen Plangebietsrand standen die ab 1836 erbauten und 2006 durch Brandstiftung zerstörten Fachwerkspeicher.

Der gesamte Bereich der landseitigen Hafenflächen einschließlich der angrenzenden Gewerbe- und Industriebetriebe wurde im 19. bzw. 20. Jahrhundert künstlich aufgeschüttet. Das weitere Umfeld des Plangebietes ist geprägt durch die Altstadt von Wolgast mit ihrem historischen Stadtkern sowie der Schlossinsel.

Auf der Wolgaster Schlossinsel entstehen neben Wohnungen mit dem geplanten neuen Hotel auch Beherbergungseinrichtungen. Es mache Sinn, dass es in unmittelbarer Nähe am Stadthafen verschiedene touristische Angebote gibt, so der mehrheitliche Wille der Stadtvertreter. „Tourismusschwerpunkträume“ nennt man so etwas im Planungs-Deutsch. „Wir wollen in diesem Bereich touristische Infrastruktur mit Attraktionen und Sehenswürdigkeiten verbinden und vermarkten“, erläutert Weigler. Der Stadtplaner, der das Vorhaben umsetzen wolle, habe nach seinen Worten gute und nach Wolgast passende Ideen für das Areal vorgetragen, so Weigler. Als Beispiele nennt er Erlebnisgastronomie in Form eines Leuchtturms, maritime Ausstellungen, kleine Souvenirläden, Boutiquen und Kunstgewerbe sowie die Einbeziehung des Handwerks als touristisches Potenzial. „Natürlich können wir dort auch die Nutzung kultureller Angebote einbeziehen, da hat ja Wolgast noch Nachholbedarf“, sagt das Stadtoberhaupt. Und nicht zuletzt soll auf dem Wasser, also dem Peenestrom, touristische Infrastruktur für das Wasserwandern mit Ruder-, Paddel- und Motorbooten geschaffen werden.

Altes Bürogebäude bleibt außen vor

Nicht mit einbezogen in die zu entwickelnde Fläche ist das alte Bürogebäude an der Grenze zur Peene-Werft. Ursprünglich war vorgesehen, das Gebäude mit Ferienwohnungen auszustatten. Doch das Lärmschutzgutachten spricht dagegen. Urlauber würden durch die Nähe zur Werft und der Hausboot Werft, Zweigen mit lautstarker Industrie, keine Erholung finden. Stefan Weigler sieht das Ausklammern des Gebäudes nicht als großes Drama. „Wir brauchen schließlich auch Büros für die Vermietung der Bootsliegeplätze, Duschen, öffentliche Toiletten und mehr. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit der Nutzung“, gibt er zu bedenken. Ebenfalls noch nicht mit in die Planung einbezogen ist das Gelände der Ceravis AG (frühere Getreide AG). „Wir sind aber mit dem Eigentümer bestrebt, in den nächsten Jahren auch für dieses Gelände eine geeignete Nutzung zu finden“, sagt der Bürgermeister.

Die Mehrheit der Wolgaster Stadtvertreter ist überzeugt, dass die Aufwertung des Stadthafens gelingen wird. Denn auf der gegenüberliegenden Kaiseite haben schon heute Schiffe festgemacht, die sich als touristische Attraktionen erweisen. Dazu gehört die Eisenbahnfähre „Stralsund“, die „Weiße Düne“, die gern für immer hierbleiben würde und weitere Ausflugsschiffe. Die Umsetzung des B-Planes „Am Stadthafen“ könnte deshalb, wenn alles optimal läuft und keine grundsätzlichen Einwände kommen, im Herbst kommenden Jahres starten.

Cornelia Meerkatz

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