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Greifswald Fledermäuse im Interessenkonflikt
Vorpommern Greifswald Fledermäuse im Interessenkonflikt
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00:00 02.09.2013
Spalter: Wenn es in ihrer Gruppe Probleme gibt, trennen sich einige Tiere vorübergehend von den anderen. Quelle: OZ
Greifswald

Je stärker die Interessenkonflikte, desto kompromissloser: Diese beim Menschen bekannte Verhaltensweise haben Greifswalder Zoologen jetzt auch bei Fledermäusen nachgewiesen und in einer Studie publiziert.

Für ihre Untersuchungen simulierten die Forscher aus Deutschland und der Schweiz Konfliktsituationen zwischen Mitgliedern wilder Bechsteinfledermauskolonien. Einige Tiere wurden bei der nächtlichen Wahl des nächsten Tagesquartiers Störsignalen ausgesetzt. Die von den Forschern variierten Signale zeigten den ausgewählten Tieren, dass die Fledermauskästen nicht oder nur bedingt als Tagesquartier geeignet sind.

Wurde beim Einflug der mit einem Transponder ausgestatteten Tiere ein starkes Signal erzeugt, konnte der Interessenkonflikt innerhalb der Kolonie nicht mehr gelöst werden. „Die Kolonie wählte ein anderes Quartier oder spaltete sich für ein bis zwei Tage auf“, sagte Studienleiter Prof. Dr. Gerald Kerth.

Mit der Studie sei erstmals für im Freiland lebende Säugetiere gezeigt worden, dass das Ergebnis von Gruppenentscheidungen von der Stärke des Interessenkonflikts zwischen den Tieren abhänge, sagte Kerth. Bei schwächeren Störsignalen — Summen oder leichtes Vibrieren des Fledermauskastens — konnten sich die Fledermäuse laut Studie einigen. In einem solchen Fall waren demnach auch gestörte Tiere bereit, in das Quartier einzuziehen, solange ein Teil der Kolonie den Kasten für geeignet hielt. Über ihre Ergebnisse berichteten die Forscher auch im Fachjournal „Current Biology“.

Die Forscher sehen durchaus Parallelen im Verhalten zwischen Fledermäusen und Menschen. Allerdings könne der Mensch dafür sorgen, dass der Interessenkonflikt nicht zu groß wird, sagte Kerth.

Den Tag gemeinsam mit 15 bis 40 Koloniemitgliedern in einem Quartier zu verbringen, ist der Normalzustand für diese Tiere. Denn sie profitieren davon, sich in einem gemeinsamen Quartier gegenseitig wärmen zu können.

OZ

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