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Flickschusterei auf den Huckelpisten

Greifswald/Lassan Flickschusterei auf den Huckelpisten

Weil es an Geld mangelt, werden viele Straßen nur notdürftig instandgesetzt

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Die Wolgaster Straße soll auf dem Teilstück zwischen An den Wurthen und Platz der Freiheit nun ausgeflickt werden. FOTOS (2): PETER BINDER

Greifswald/Lassan. Autofahrer im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind genervt von den immer größer werdenden Löchern auf den Straßen des Kreises und der Kommunen. Die IG Bau fordert deshalb zusammen mit dem Auto-Club Europa (ACE) mehr Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur. Seit zwei Monaten können Kraftfahrer deshalb die schlimmsten Schlaglöcher auf einer Internetseite melden. „Vom Schlaglochkrater bis zum wegbröckelnden Fahrbahnrand: Wer einen Schaden entdeckt, sollte diesen unbedingt melden“, sagt Wolfgang Ehlert, Bezirkschef der IG Bau. Bislang seien bereits dutzende Meldungen beim ACE eingegangen.

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Weil es an Geld mangelt, werden viele Straßen nur notdürftig instandgesetzt

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Zu den schlimmsten Schlaglochpisten im Kreis gehören neben der Kreisstraße 22 – es ist die meistbefahrene Kreisstraße mit über 5000 Fahrzeugen pro Tag – von Groß Ernsthof nach Brünzow auch die K

30 von Hohendorf nach Lassan. Urte Schönfeldt aus Netzeband ist direkt davon betroffen: „Mein Vater wohnt in Lassan. Er ist schwer krank und muss mehrmals wöchentlich von Lassan nach Greifswald liegend zur Dialyse gebracht werden. Es gibt nur Sammeltransporte, deshalb werden nach ihm noch Patienten aus Wolgast und Lubmin abgeholt. Es geht also von einer Schlaglochpiste auf die nächste“, sagt sie wütend. Weil die Löcher immer mehr und tiefer werden, „muss mein Vater während der Fahrt auf der Liege angeschnallt werden, sonst fällt er wegen der Erschütterungen zu Boden“, schildert sie.

Sie habe bereits beim Landkreis angerufen, aber bis auf ein bisschen Flickschusterei bei den ganz tiefen Löchern passiere nichts. Aus diesem Grund würden die Krankenwagenfahrer jetzt zunächst Richtung Anklam über Murchin zur B 109 fahren und von dort dann vor Hanshagen über die K 20, die L 26 und die L 262 nach Lubmin den Umweg nehmen.

Anke Radlof vom Landkreis hält dagegen: „Wir wissen um den Zustand unserer Straßen. Wir haben Ende April mit der Ausbesserung der größten Löcher begonnen“, sagt sie. Vorher hätten die Mischanlagen, die Heißmischgut herstellen, wegen der kalten Temperaturen nicht gearbeitet.

„Bei der Menge an Schadstellen braucht es wenigstens vier Wochen, um einmal auf allen Kreisstraßen gearbeitet zu haben. Die Kosten werden bei gut 45000 Euro liegen“, erklärt Radlof und ergänzt, dass zeitgleich auch die kleineren Schadstellen durch Emulsionsflickung mit Teer und Splitt geschlossen werden sollten. Diese Arbeiten im Wert von 130000 Euro seien im Februar ausgeschrieben worden. Doch da eine Firma Vergabebeschwerde beim Land einlegte, ziehe sich das Verfahren voraussichtlich bis Ende Mai hin. „Dann muss erst ein Auftrag ausgelöst werden, bevor erste Arbeiten auf den Kreisstraßen sichtbar sind“, erläutert sie. Nach ihren Worten würden sich täglich Bürger melden und über den schlechten Zustand der Straßen klagen. Aber es seien nun mal nur sehr begrenzte finanzielle Mittel vorhanden.

Allerdings gebe es Hoffnung: Mit der Genehmigung des Haushaltes 2017 stünden nun Mittel für die Objektplanung der Fortführung der Erneuerung der Kreisstraße K 22 zwischen Rubenow und Groß Ernsthof zur Verfügung. „Die Baumaßnahme ist derzeit für das Jahr 2018 vorgesehen“, sagt Anke Radlof. Wann die Straße Hohensee – Lassan ausgebaut werde, hänge von der in Arbeit befindlichen Prioritätenliste ab.

Doch auch in der Hansestadt Greifswald sind viele Straßen in einem schlimmen Zustand. Dazu gehören die Wolgaster Straße stadtein- und stadtauswärts sowie der Hansering zwischen Loefflerstraße und Europakreuzung. Im Rathaus kennt man das Problem. „Für den Hansering wird derzeit die EU-weite Planungsausschreibung vorbereitet“, sagt Stadtsprecherin Andrea Reimann und nimmt damit Bezug auf die vorgesehene Umgestaltung der vielbefahrenen Straße. Schneller instandgesetzt werden sollen Teilbereiche der Wolgaster Straße: Hinter der Feuerwehr stadtauswärts, vor der Tallinner Straße sowie An den Wurthen bis zum Platz der Freiheit wird überall die alte Asphaltdecke abgefräst und neuer Asphalt aufgebracht. Reparaturarbeiten gibt es auch in der Feldstraße im Bereich Franz-Mehring-Straße bis Birnenweg, in der Goethestraße und im Bergweg in Friedrichshagen.

Laut Stadt wurden zudem von Januar bis Ende April in allen Stadtteilen 38 Tonnen Kaltmischgut eingebaut, um größere Löcher zu flicken. Geplant ist, den Hansering in Höhe der Querungshilfe zur Fußgängerbrücke noch mit Kaltmischgut instandzusetzen. Heißmischgut wird laut Reimann dagegen erst eingebaut, wenn der Haushalt durch das Innenministerium genehmigt ist.

Schlaglochmelder

Unter www.ace-online.de/schlaglochmelder können Kraftfahrer dem Autoclub Europa mitteilen, wo sich die schlimmsten Straßen befinden.

Auch die Straßen in Verantwortung des Landes weisen zahlreiche Mängel auf. Nach Aussage des zuständigen Straßenbauamtes Neustrelitz werden im Frühjahr daher oft nachts Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Jüngstes Beispiel: In den beiden Nächten vom 10. bis 12. Mai wurde ein Teilstück der Wolgaster Landstraße vom Abzweig Koitenhäger Landstraße Richtung Eldena mit einer neuen Asphaltdecke versehen.

Cornelia Meerkatz

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