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Flugplatzsiedlung wird besser geschützt

Greifswald Flugplatzsiedlung wird besser geschützt

Eine Denkmalbereichsverordnung wird auch die Annäherung an den historischen Zustand fördern.

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Das Haus des Kommandanten des Greifswalder Fliegerhorstes in Ladebow.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Die Flugplatzsiedlung Ladebow „wirkt wie aus einem Guss“. So die Einschätzung der Architektin Annette Suehrmann. Sie stellte auf der Sitzung der Ortsteilvertretung Wieck/Ladebow gemeinsam mit Georg Döll vom Büro Morgenstern die „denkmalpflegerische Zielstellung“ für die Flugplatzsiedlung vor. Am hohen Denkmalwert der in den 1930er Jahren für Offiziere, Soldaten und Zivilbeschäftigte des Greifswalder Fliegerhorstes errichteten Siedlung bestehe kein Zweifel, so Suehrmann und Döll. Rund um den Teich wohnten höhere Offiziere und Beamte, im östlich Teil Soldaten, Witwen und Zivilangestellte sowie Offiziere maximal im Range eines Oberleutnants. Zu ihren Wohnungen gehörten Gärten.

Die Anlagen des weiträumigen Flugplatzes wurden nach 1945 gesprengt, die Häuser blieben stehen. Hier fanden unter anderem Vertriebene aus dem Sudetenland eine neue Heimat. Der Ortsrat hatte die Erarbeitung der Denkmalbereichsverordnung angeregt und in Zusammenarbeit mit der städtischen Denkmalpflege intensiv begleitet. Für das Ergebnis gab es ein dickes Lob des Ortsratsvorsitzenden Bernd Lieschefsky (Bürgerliste). „Das ist eine einwandfreie Arbeit“, meinte auch Renate Kliefoth (CDU).

Die denkmalpflegerische Zielsetzung ist zugleich eine Vision für die die künftige Gestaltung, für eine möglichst weitgehende Wiederherstellung des historischen Zustandes. Der wurde teilweise zerstört, obwohl 1992 die Gebäude der Flugplatzsiedlung unter Denkmalschutz gestellt wurden. Auch Neubauten beeinträchtigen das Erscheinungsbild.

Die Denkmalbereichsverordnung gibt die Chance für Verbesserungen in dem gesamten Gelände, hoffen Ortsrat und Denkmalpfleger. Neue Fensterläden nach historischem Vorbild sollten die Häuser schmücken.

„Die Häuser sahen mit den Fensterläden sehr schick aus“, schätzt Suehrmann ein. „Es ist sehr schade, dass sie beseitigt wurden.“ Der Ortsrat hofft, dass sich eine der Eigentümergemeinschaften der Ladebower Häuser oder die Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald als größter Vermieter entschließt, als gutes Beispiel an einem Haus wieder Läden anzubringen.

Wer neue Türen oder Fenster einsetzt, der muss sich am historischen Vorbild orientieren. Damit würde die in den 1930er Jahren entstandene Flugplatzsiedlung nicht nur ihren Charakter bewahren. Sie würde dem ursprünglichen Zustand wieder ähnlicher werden. Bei der damaligen Gestaltung griffen die Planer auf Vorstellungen der Gartenstädte der 1920er Jahre zurück. Noch vorhandene Gärten aus dieser Zeit werden künftig unter Schutz gestellt. „Sie dienten der Versorgung der Bewohner“, erläuterte Döll. „Es waren Gemeinschaftsgärten in denen den einzelnen Bewohnern bestimmte Flächen zugewiesen wurden.“ Jetzt sind es Mietergärten. „So etwas ist sehr selten“, betonte der Planer. „Im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege kannte man nichts vergleichbares.“

Um den Charakter der Siedlung zu bewahren, sind neue Carports, fest installierte Markisen oder Satellitenschüsseln künftig ebenso wenig erlaubt wie Metallzäune oder Nadelbaumpflanzungen. Und mit der Renaturierung des Ladebower Lochs könnte der Ortsteil wieder unmittelbar an den Ryck heran rücken. Die früher vorhandene Wasserfläche wurde bei der Vertiefung des Greifswalder Hafens als Spülfläche genutzt. In den 1970er Jahren wurde diese dann verfüllt. „Eine Renaturierung könnte über Ausgleichsmaßnahmen für Industrieansiedlungen erfolgen“, so Döll. Dafür gebe es immer wieder Bedarf. Nach letzten Absprachen mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege kann die Verordnung in Kraft gesetzt werden. Am 22. April findet aber erst noch einmal eine Informationsveranstaltung für die Bewohner statt. Angeregt wurde auch das Aufstellen einer Informationstafel für die Siedlung.

Vom Universitätsgut zum Fliegerhorst

1634schenkt Herzog Bogislaw XIV. das Amt Eldena der Universität. Dazu gehörte auch Ladebow. Ursprünglich handelt es sich um Besitz des Klosters Eldena.

1927gibt es erste Pläne zur Neubebauung.

1934wird ein Flugplatz, zunächst für studentisches Fliegen, errichtet. Die Eisenbahnstrecke wird eingeweiht.
1935startet der Bau der Siedlung, nachdem eine Tarnorganisation der Luftwaffe mit der Errichtung des Fliegerhorstes im Zuge der Wiederaufrüstung begonnen hat. Die letzten Bauten der Siedlung werden 1941 vollendet. Dabei wirken Kriegsgefangene mit.

 



Eckhard Oberdörfer

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Mit einer Verordnung will Greifswald die Flugplatzsiedlung Ladebow besser schützen. Neue Carports und Nadelbäume sind nicht erlaubt.

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