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Forschen und Kinder erziehen

Greifswald Forschen und Kinder erziehen

Die Universität hat das Theologische Institut IEEG für seine Familienfreundlichkeit ausgezeichnet

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Benjamin Stahl (wissenschaftlicher Mitarbeiter) nahm die Auszeichnung von Ruth Terodde (Gleichstellungsbeauftragte der Uni) und Prof. Katharina Riedel (Prorektorin für Forschung und Transfer) entgegen.

Quelle: Foto: Ch. Gottschalk

Greifswald. Das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG) ist „Familienfreundliche Einrichtung des Jahres“. Den Preis erhielt das von verschiedenen Kirchen und Stiftungen finanzierte Institut am Donnerstagnachmittag auf dem Familienfest der Universität im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) in der Bahnhofsstraße 2/3. Das Institut soll noch familienfreundlicher werden, doch einiges sei bereits erreicht worden.

„In einem freien Institutsraum soll ein Familienzimmer entstehen“, sagt Benjamin Stahl, wissenschaftlicher Mitarbeiter. „Dort sollen Eltern sich zurückziehen können. Es soll einen Wickeltisch, Spielmöglichkeiten und eine Couch geben.“ Der Ruheort werde allen Universitätsmitgliedern offen stehen. Stahl selbst nahm sich in den vergangenen zwei Jahren insgesamt vier Monate Elternzeit.

Von acht Institutsmitgliedern haben vier schulpflichtige oder jüngere Kinder. Ein Mitarbeiter, der keine Elternzeit wollte, konnte mehr von zu Hause arbeiten, seine Arbeitszeit flexibel gestalten und so frei entscheiden, an welchen Projekten er mitarbeiten kann.

„Unsere Mitglieder wollen engagiert forschen und zugleich Zeit für die Familie haben“, sagt Michael Herbst, IEEG-Direktor. Früher drängte die Arbeit häufig in das Familienleben, daher sei es fortschrittlich, dass Eltern heute mehr Verständnis entgegengebracht wird. „Beruf und Familie sollen klar voneinander getrennt sein. So gibt es selbstverständlich Tage ohne Arbeitsmails oder -anrufe.“ Auch deswegen zeichneten die Senatsgleichstellungskommission und das Rektorat das IEEG aus, schenkte ihm eine mobile Spielzeugkiste.

Katharina Riedel, Prorektorin für Forschung und Transfer sowie internationale Angelegenheiten und Gleichstellung, sagt, dass auch die Uni selbst von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf profitiere: „In Konkurrenz mit größeren und besser finanzierten Universitäten schaffen wir uns mit einem guten persönlichen Arbeitsumfeld für Familien einen Standortvorteil.“ Tatjana Astrouskaya und andere ausländische Gastwissenschaftler wohnen im IBZ, das als Gästehaus der Uni dient. Dort kümmern sich auch drei ausgebildete Erzieher um die Kinder der Forscher, wenn Termine anstehen und eine andere Betreuung unmöglich ist. „Ohne solche Hilfe könnte ich nicht an Konferenzen teilnehmen oder mehrere Tage oder Wochen in Archiven recherchieren “, sagt Historikerin Astrouskaya.

Das Familienfest wurde vom Team der Gleichstellungsbeauftragten Ruth Terrode veranstaltet. Sie freut sich über die Fortschritte, weist aber gleichzeitig auf eine weitere Schwierigkeit hin:

„Befristete Stellen erschweren die Lebensplanung der Eltern“, sagt sie. chg

OZ

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