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Greifswald Fraktionen fordern mehr Investitionen in den Sport
Vorpommern Greifswald Fraktionen fordern mehr Investitionen in den Sport
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00:00 13.12.2017
Sportstadt Greifswald: Neben dem Citylauf sind in Greifswald noch einige kleine, aber feine Laufveranstaltungen für Jedermann etabliert, so etwa der Silvesterlauf oder der „Stark im Team“-Genossenschaftslauf (im Bild) in Schönwalde. Quelle: Foto: Sven Jeske
Greifswald

Mehr Investitionen in die Sportanlagen der Stadt, mehr Hilfe bei den Eigenanteilen für die Vereine – es ist ein flammendes Bekenntnis aller Bürgerschaftsfraktionen zum Sport in ihrer Stadt. Die CDU-Fraktion hat eine Aktuelle Stunde zum Thema einberufen. „Der Stellenwert der Greifswalder Sportvereine muss angehoben werden“, sagt CDU-Fraktionschef Axel Hochschild.

Er bezeichnet viele Probleme als hausgemacht. „Sportvereine können die Eigenanteile von zehn bis 20 Prozent nicht stemmen“, sagt Hochschild. Ohne diese Gelder könnten Vereine jedoch keine Fördermittel beantragen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Vereine die Liegenschaften von uns pachten. Wenn wir bei Investitionen helfen, werten wir unsere eigenen Anlagen auf“, so Hochschild weiter.

In das gleiche Horn stößt Bernt Petschaelis, Vorsitzender des Stadtsportbundes Greifswald: „Größere Investitionen scheitern, weil die Vereine die Eigenanteile nicht zusammenbekommen.“ Petschaelis verweist auf Städte wie Wolgast oder Ueckermünde, die seiner Aussage nach deutlich größere Summen für die Vereine zur Verfügung stellen. „Greifswald muss mehr Fördermittel einwerben“, sagt der Sportbundchef, der die Lage im gesamten Kreis gut kennt. „Statt einige wenige große Projekte aus dem Fördertopf des Landessportbundes zu beantragen, können wir die Mittel nur für kleinere Projekte nutzen.“ Petschaelis fordert eine Überarbeitung der städtischen Sportförderrichtlinie, um höhere Zuschüsse für die Vereine zu ermöglichen. Aber auch insgesamt hält er mehr städtische Investitionen in den Sport für dringend erforderlich.

Die Vorsitzende des Sportausschusses Mignon Schwenke (Linke) stimmt den Forderungen zu. „Große Investitionen sind von den Vereinen nicht alleine zu schultern“, so Schwenke. „Wir müssen das in Vorbereitung auf den Doppelhaushalt 2019/20 anpacken.“

SPD-Bürgerschaftsmitglied Monique Wölk gab zu bedenken, dass das Parlament und die Stadtverwaltung Ideen entwickeln müssen, wo das Geld herkommen soll. „Die Bereiche Bildung und Sport sollten uns mehr Mittel wert sein. Wir müssen uns einig sein, wenn wir hier mehr erreichen wollen.“

Als Beispiele für besonders marode Sportstätten nannte sie die Anlage in der Hainstraße, auf der man über den Rasen stolpere, das Vereinshaus der Hengste in der Stadtrandsiedlung, in dem man den Schimmel riechen könne und den Platz der Fußballer von Blau-Weiß, auf dem man im Matsch versinke. OB Stefan Fassbinder (Grüne) betont, dass es durchaus viele Investitionen in Sportanlagen gegeben habe. Er nennt als Beispiele für die vergangenen zwei Jahre die Schaffung neuer Umkleiden und Vereinsräume im Volksstadion, die Erneuerung des dortigen Schulungsraums mit Teeküche, den neuen Kunstrasenplatz auf dem Ostplatz des Volksstadions und die neue Sportanlage am Hansering.

Ein bisschen Polemik darf in einer solchen Debatte nicht fehlen. Deswegen wirft Alexander Krüger, Fraktionschef der Grünen, der CDU vor, in den vergangenen zwei Jahren keinen einzigen Antrag zum Sport eingebracht zu haben. „Ich freue mich, dass die größte Bürgerschaftsfraktion nun auch auf den bereits fahrenden Sportzug aufgesprungen ist“, wettert Krüger, der den Sportausschuss selbst einige Jahre leitete. Die Kritik, dass es keinen eigenständigen Sportausschuss mehr gebe, weist er zurück. „Der Sport hat sein Sprachrohr im Ausschuss mit der Vorsitzenden Mignon Schwenke. Wenn es dort zu wenig um Sport geht, liegt das an den fehlenden Anträgen“, sagt Krüger. Der frühere eigenständige Sportausschuss wurde in der aktuellen Legislatur in einen Ausschuss für Sport, Soziales und Jugend umgewandelt.

Das zahlt die Stadt

230000   Euro in-     vestiert die Hansestadt Greifswald pro Jahr in den Sport. Dazu zählen:

Zuschuss Investitionen an vereinseigene Sportstätten 2017

49620,28 Euro

Zuschüsse für Sportwettkämpfe: 2016 waren es 9700 Euro Rückerstattung Pacht und Miete 64000 Euro Zuschüsse für Betriebskosten für gepachtete städtische Sportstätten 34000 Euro.

Geplante Investitionen 2018:

Volksstadion: Erneuerung der Flutlichtanlage des Ostplatzes, Ertüchtigung des Mittelplatzes sowie von Volkssportflächen, Reinigung und neue Linien auf dem Hauptplatz Sportplatz Dubnaring: Erneuerung Kunstrasen, Aufwertung der Freianlagen Bau einer neuen Zweifeldhalle an der Friedrichschule

Investitionen 2019:

Mehrzweckhalle: Erneuerung Hallenboden Volksstadion: Erneuerung des Kusntstoffbelages Hauptplatz

Investitionen 2020/21:

Sanierung Sporthalle II (Einsteinstraße) Sanierung Sporthalle III (Puschkinring)

Die Stadt hat einen Vertrag mit dem Freizeitbad. Sie zahlt pro Jahr 500000 Euro an die Einrichtung, die zu den Stadtwerken gehört, und finanziert damit das kostenlose Schulschwimmen und kostengünstige Angebote für das Vereinsschwimmen. Der Vertrag läuft im Oktober 2018 aus.

Katharina Degrassi

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