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Freddi aus England: Greifswald hat mich gerettet

Greifswald Freddi aus England: Greifswald hat mich gerettet

Dank einer neuen Immuntherapie ist der 14-Jährige heute kerngesund

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Freddi (14) aus England und sein Vater Ted (l.) danken Prof. Holger Lode (r.) und Dagmar Riske für die liebevolle Behandlung. FOTO: PETER BINDER

Greifswald. . Freddi aus England strahlt übers Gesicht, als er gestern im neuen Eltern-Kind-Haus des Kinderkrebsvereins an Vorsitzende Dagmar Riske einen Spendenscheck über 500 Pfund überreicht: „Das Geld habe ich vor und während meiner Reise hierher gesammelt. Ich wollte bei der Feier dabei sein, denn hier begann mein neues Leben“, sagt er unter Beifall.

 

OZ-Bild

In der neuen Küche des Elternhauses sorgten gestern Vereinsmitglieder für leckeren Kuchen und frische Waffeln. FOTO: PETER BINDER

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„Die vielen Gäste heute sehen wir als Wertschät- zung unserer Arbeit an.“Dagmar Riske, Vorsitzende des Kinderkrebsvereins

Greifswald ist für Freddi wie ein zweites Zuhause. 2010 hat er hier über sechs Monate gelebt. Damals war er lebensbedrohlich an Krebs erkrankt, litt an einem Neuroblastom und die Ärzte in London, wo er behandelt wurde, waren mit ihrem Können am Ende. Deshalb schickten sie ihn zu Professor Holger Lode, dem Chef des Greifswalder Eltern-Kind-Zentrums und Leiter der Kinderonkologie, der mit einer neuartigen, von ihm entwickelten Immuntherapie weltweit für Furore sorgte. Freddi war damals eines der ersten Kinder, die diese Therapie erhielten. Der heute 14-Jährige gilt als geheilt und ist kerngesund. Mit Vater Ted hat er die weite Reise erneut mit dem Auto gemacht. „Das war auch 2010 so, weil wegen des Vulkanausbruchs auf Island in Europa der Flugverkehr lahmgelegt war“, erzählt der Vater. Sie seien damals in Ermangelung einer Fähre mit einem Frachter nach Belgien gefahren und von dort über die Niederlande nach Greifswald gekommen. „Wir sind jetzt wieder so gefahren“, so der Vater gestern beim Tag der offenen Tür in der Makarenkostraße. In vielen Augen glitzern Tränen der Rührung.

Da macht es auch nichts, dass der angekündigte Besuch der Bundeskanzlerin ausfällt, da Angela Merkel wegen Schlechtwetter in Berlin nicht losfliegen kann. „Mittlerweile haben wir in den vergangenen sechs Jahren 1200 Kinder aus aller Welt mit der neuen Immuntherapie behandelt“, sagt Prof. Holger Lode. Er würdigt mit warmherzigen Worten die aufopferungsvolle Arbeit der Mitglieder des Kinderkrebsvereins, ohne die es das neue Elternhaus „Mildred Scheel“ nicht gäbe. Es ermöglicht Familienangehörigen, während der monatelangen Therapie in der Nähe der kleinen Patienten zu sein. Simone Wildfeuer aus Wurzen nutzt gerade eine der Wohnungen. Ihr zehnjähriger Sohn wird seit Mai in Greifswald behandelt. „Ich bin sehr dankbar, dass es dieses Haus gibt. Ich fühle mich geborgen und kann voll für meinen Sohn da sein“, berichtet sie.

Über eine Million Euro hat der Bau gekostet, allein die OZ-Leser haben 100000 Euro davon im Rahmen der Weihnachtsaktion 2015 gespendet. Das Geld ist vor allem in die Innenausstattung des Hauses geflossen. Auch gestern gab es viele weitere Spender: Der Verein Störtis Erben aus Stralsund gehörte dazu, ein Greifswalder Vermessungsbüro und die Greifswalder Sparda Bank, Christa Köllert und Lisa Bahr, zwei Renterinnen aus der Nachbarschaft, die Volkssolidarität, die Usedom-Triker und viele andere. „All diese große Hilfe sehen wir als Wertschätzung unseres Ehrenamtes“ so Dagmar Riske.

Einzig der Vorstand der Universitätsmedizin fehlte gestern Nachmittag. Dabei war Dagmar Riske noch kurz vorher die Teilnahme aller Vorstandsmitglieder zugesichert worden. Doch nach der Absage der Kanzlerin war niemandem aus der Chefetage das Eltern-Kind-Haus und die vielen „normalen“ Gäste noch einen Besuch wert.

Cornelia Meerkatz

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