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Greifswald Politik plädiert für freie Schulwahl
Vorpommern Greifswald Politik plädiert für freie Schulwahl
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17:26 31.10.2018
Ein Mädchen in einem Klassenraum. Quelle: OZ
Vorpommern-Greifswald

Der Bildungsausschuss des Kreistages von Vorpommern-Greifswald macht sich für eine freie Schulwahl in Mecklenburg-Vorpommern stark. Denn die ist mit der geplanten Schulgesetzänderung der Landesregierung gefährdet. Wird der Entwurf Realität, könnten Eltern künftig nur noch bedingt entscheiden, auf welche Schule ihr Kind gehen soll (die OZ berichtete). „Das betrifft nicht nur die Greifswalder, auch Anklam und Wolgast ist betroffen“, sagt Carsten Berkenhagen, Leiter des Amtes für Bildung, Kultur und Schulverwaltung im Kreis.

Das Stadtgebiet Greifswald gilt derzeit als ein Schuleinzugsbereich, prinzipiell ist also jede Schule die jeweils zuständige Schule. Doch das land fordert nun eine Schuleinzugsbereichssatzung, in der straßen- beziehungsweise stadtteilbezogene Einzugsbereiche festgelegt werden. Jeder Schüler würde demnach für seinen Wohnort eine Schule zugeordnet bekommen.

„In der Konsequenz würde das bedeuten, dass Schüler, die östlich der Beimlerstraße wohnen, zu uns kommen und Naturwissenschaftler werden. Kinder, die westlich davon wohnen, müssten dann das Jahngymnasium besuchen und Altsprachler werden“, sagt Ulf Burmeister. Der Schulleiter des Greifswalder Humboldtgymnasiums sitzt für die Bürgerliste im Bildungsausschuss des Kreistages. Er halte es für falsch, Kindern vorzuschreiben, welche Sprachen sie lernen wollen. „Ich finde es auch legitim, dass Kinder aus den Umlandgemeinden die Wahl haben“, betont er. Deshalb betrachte er das neue Schulgesetz in dieser Sache „nicht zielführend.“

Auch in den Verwaltungen ist man über mögliche Konsequenzen nicht glücklich. Die Regelung würde laut Carola Felkl, Leiterin des Amtes für Bildung in Greifswald, nicht nur die freie Schulwahl konterkarieren, sondern auch zu einem immensen Verwaltungsaufwand führen. Die Hansestadt müsste theoretisch eine Überkapazität an Schulplätzen bereithalten, um jedem Kind im Wohngebiet den entsprechend vorgesehenen Schulplatz zu sichern. „Wir müssten 25 Prozent mehr Schulplätze schaffen und jedes Jahr neue Schuleinzugsbereiche festlegen“, so Felkl. Carsten Berkenhagen vom Kreis sagt: Wir wollen eine Lösung finden, die die Probleme berücksichtigt und haben deshalb schon mit Greifswald, Anklam und Wolgast Gespräche geführt.“

Dem Bildungsausschuss reicht das nicht. SPD-Mitglied Erik von Malottki schlägt daher vor, „mehr Power in die Debatte zu bringen –zum beispiel mit einem Beschluss des Kreistages auf Initiative des Bildungausschusses“. Die Idee kam auf der jüngsten Sitzung an: „Das wäre ein wichtiges Signal in Richtung Schwerin“, unterstützt ihn sein Parteikollege Steffen Göritz. Auch die Linken können sich dafür erwärmen. „Ich bin dafür, dass sich der Bildungsausschuss zur Gesetzesnovelle positioniert“, sagt Marlies Peeger, Fraktionschefin im Kreistag. Bis zur nächsten Gremiumssitzung Ende November will der Ausschuss ein entsprechendes Papier erarbeiten.

Petra Hase

Die Hansestadt Greifswald beabsichtigt, einen Schulkomplex für Kinder der 1. bis 10. Klasse zu errichten. Ursprünglich war nur ein Grundschulneubau an der Verlängerten Scharnhorststraße geplant.

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