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Freizeitbad — geht‘s nicht billiger?

Sport Freizeitbad — geht‘s nicht billiger?

9,50 Euro kostet ab heute der Standardeintritt. Warum so teuer, fragt die OZ.

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Steffi Borkmann

Greifswald — Ab heute ist das Greifswalder Freizeitbad wieder offen. Und teurer. Über die Hintergründe sprach die OZ mit Sprecherin Steffi Borkmann.

OZ: Frau Borkmann, wird der neue Preis nicht viele abschrecken?

Steffi Borkmann: Wir rechnen tatsächlich mit einem Rückgang der Besucherzahlen. Aber wir hoffen, dass uns die Stammgäste treu bleiben. Die Standardpreise waren seit 2007 nicht erhöht worden.

Es war jetzt einfach nötig, zumal die Energiekosten innerhalb von einem Jahr um 15 Prozent gestiegen sind. Um das Bad kostendeckend zu betreiben, müsste der Eintritt sogar 15 Euro kosten.

OZ: Wer einfach nur ein paar Bahnen schwimmen will, hat es schwer. Eine Stunde für 3,50 Euro, das gibt‘s nur ab 21 Uhr wochentags. Warum nicht jederzeit?

Borkmann: Weil es sich nicht rechnet. Dann kämen vielleicht ein paar Besucher mehr, aber insgesamt würden wir mehr Verluste einfahren, weil der Betrieb des Bades unglaublich teuer ist. Wir haben das mal durchgerechnet: Es müssten mindestens drei Mal so viele Schwimmer kommen, damit wir kein Zusatzminus machen. Mit dem Studenten- oder dem Facebook-Tarif, die wir getestet haben, war es ähnlich: Viele Gäste wechselten in den günstigeren Tarifbereich, es kamen wenig neue. Aber wo sollten die vielen Schwimmer auch hin? Wochentags sind vier von sechs Bahnen mit Schul- und Vereinssport belegt!

OZ: Letztes Jahr gab es im Sommer den Strandtarif: 50 Prozent Ermäßigung auf den Standardpreis. Jetzt gibt‘s den halben Preis nur noch an Tagen mit 25 Grad oder mehr. Also selten. Wieso?

Borkmann: Weil der Strandtarif zwar viele neue Gäste gebracht hat, aber zu mehr Verlusten führte. Denn dabei zahlen ja auch die Besucher, die sonst den vollen Preis gezahlt hätten, nur den halben. Das können wir so nicht fortführen. Das Freizeitbad ist seit seiner Eröffnung ein Betrieb, der Verluste macht und nur mit Zuschüssen läuft. Im Jahr 2012 stieg das Minus sogar auf 1,6 Millionen Euro.

OZ: Wie haben sich die Besucherzahlen entwickelt?

Borkmann: Positiv. Lange Zeit lagen sie knapp unter 200 000 pro Jahr, inzwischen bei 214 000. Das zeigt, dass das Freizeitbad doch eine gefragte Einrichtung ist.

OZ: Werden die Preise 2014 wieder steigen?

Borkmann: Nein, davon gehen wir nicht aus.

Interview: Sybille Marx

Stadtwerke betreiben Bad
Anders als etwa der Stralsunder Hansedom ist das Greifswalder Freizeitbad kein Privat-Unternehmen, sondern wird von den Stadtwerken betrieben, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt. Das jährliche Minus wird aus anderen Geschäftsbereichen der Stadtwerke ausgeglichen. Sie bezuschussen jede Eintrittskarte mit rund 40 Prozent.

 

OZ

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