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Greifswald Freudentag für Ludwigsburg: Land kauft Pommernschloss
Vorpommern Greifswald Freudentag für Ludwigsburg: Land kauft Pommernschloss
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00:05 29.11.2017
Das Land MV kauft das Schloss Ludwigsburg. Es ist das letzte erhaltene Pommernschloss auf deutschem Boden. Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz
Ludwigsburg

Gerettet! Das Land Mecklenburg-Vorpommern kauft die Schloss- und Gutshofanlage Ludwigsburg und wird sie in den kommenden Jahren grundhaft sanieren. Dazu wird angestrebt, den Bund an den Kosten zu beteiligen. Angedacht ist, Ludwigsburg als Museum in die Stiftung Pommersches Landesmuseum einzugliedern. Die Landesregierung soll Gespräche mit den Stiftern (Bund 50 Prozent, Land und Stadt Greifswald je 25 Prozent) aufnehmen.

Schwerin sichert umfassende Sanierung in den kommenden Jahren zu

Für den Vorsitzenden des Ludwigsburger Fördervereins, Sascha Ott, hat die Nachricht aus Schwerin historischen Charakter. „Der Rettung des letzten erhaltenen Pommernschlosses in Deutschland steht nichts mehr entgegen“, betonte er voller Freude. Ludwigsburg sei ein wichtiges Symbol der pommerschen Identität. „Ich bin stolz, dass wir nun endlich auf der Zielgeraden angekommen sind“, sagte Ott.

Der Vereinsvorsitzende verwies darauf, dass dies zu einem Großteil den CDU-Landtagsabgeordneten Egbert Liskow und Vincent Kokert zu verdanken sei, die sich mit großem Engagement und gegen viele Widerstände immer wieder für den Erhalt des Ensembles eingesetzt hatten. Liskow begründet seine großen Mühen für Ludwigsburg mit der identitätsstiftenden pommerschen Geschichte des Schlosses. Viele Akteure hätten sich seit Jahren bemüht, die Geschichte auch für die Nachkommen erlebbar zu machen. Mit der Entscheidung der Landesregierung sei das gelungen. „Heute ist ein freudiger Tag für Vorpommern“, äußerte Egbert Liskow.

Das Schloss Ludwigsburg befindet sich in Privatbesitz der Familie Weissenborn. Es ist das letzte Schloss des Pommerngeschlechtes in Deutschland, das noch erhalten ist. Es wurde in der Zeit von 1577 bis 1592 von Herzog Ernst Ludwig zu Pommern-Wolgast errichtet. Bis 1650 war es im Besitz von Anna von Croy, bevor es an eine schwedische Generalsfamilie überging. Bis 1810 blieb das Schloss in schwedischem Besitz, zuletzt unter Ernst Sebastian von Klinkowström, Vater des Romantikers Friedrich August von Klinkowström. Seitdem ist Familie Weissenborn Eigentümer, wurde nach 1945 aber verjagt und durfte erst 1989, nach der Wende, zurückkehren. Die Familie will das Schloss zu einem symbolischen Preis abgeben. Sascha Ott sicherte ihnen für diese große Geste ein würdiges Andenken zu.

Der Förderverein will die Geschicke der Schloss- und Gutsanlage weiter intensiv mittragen. Der Vorsitzende schätzt den Sanierungsbedarf der Gesamtanlage auf mindestens 30 Millionen Euro, „aber wahrscheinlich werden es eher 40 Millionen sein“, so Ott. Allein für die Sanierung des Schlosses und der in L-Form direkt angrenzenden Gebäude seien 20 Millionen Euro vonnöten. Er rechnet mit einer Sanierungszeit von sieben bis zehn Jahren. „Ludwigsburg wird ein touristisches Zentrum für pommersche Geschichte, Kunst und Kultur werden. Die Geschichte der Pommernherzöge kann dann auf anschauliche Weise präsentiert werden. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg“, erklärte der Vereinsvorsitzende. Auch für Liskow ist die Sanierung eine gemeinschaftliche Aufgabe, die zielstrebig und mit bürgerschaftlichem Engagement vorangebracht werden müsse. Jede helfende Hand werde deshalb dankbar angenommen.

Der Förderverein des Schlosses Ludwigsburg hofft nun angesichts der neuen, optimistisch stimmenden Aussichten auf viele weitere Mitglieder, die sich in die Sanierung einbringen. Zugleich rechnet er seitens der Landesregierung noch in diesem Jahr mit einer Aussage, wann erste Gelder für den Beginn der erforderlichen Sanierung bereitgestellt werden.

Cornelia Meerkatz

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