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Greifswald Friedlicher Protest gegen Fackelzug Rechtsextremer
Vorpommern Greifswald Friedlicher Protest gegen Fackelzug Rechtsextremer
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22:22 08.05.2017
Bürger protestieren gegen einen NPD-Fackelmarsch. Quelle: Bernd Wüstneck/archiv
Demmin

Rund 200 Menschen haben am Montag in Demmin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) gegen einen Fackelzug der rechtsextremen NPD protestiert. Die Demonstranten aus demokratischen Parteien, Gewerkschaften und Kirchen trafen sich unter dem Motto „Licht vertreibt Schatten“ auf dem Markt und nahmen an einem ökumenischen Friedensgebet in der Kirche teil. Anschließend zogen sie durch die Stadt. Anlass war der Gedenktag an das Kriegsende vor 72 Jahren.

Kerstin Lenz vom Aktionsbündnis „8. Mai Demmin“ sagte: „Wir wollen unsere Stadt nicht den Nazis überlassen“. Pastorin Franziska Pätzold rief die Menschen während der Andacht auf, Lichter zu entzünden.

Der Aufzug von ebenfalls etwa 200 Rechtsextremen verlief am Abend ohne nennenswerte Vorfälle, wie die Polizei mitteilte. Die NPD-Anhänger liefen binnen einer Stunde durch die Kleinstadt zur Peene, wo Kränze niedergelegt wurden. Erstmals seit Jahren beteiligte sich niemand aus der Führungsriege der Partei im Nordosten, die 2016 die Landtagswahl verloren hatte. Gesehen wurde stattdessen der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke.

Ein Großaufgebot der Polizei hinderte Gegendemonstranten an Blockaden. Autofahrer waren von der Polizei aufgefordert worden, Demmin weiträumig zu umfahren, da es wegen Baustellen und der Demonstrationen zahlreiche Straßensperrungen gab. An der evangelischen Stadtkirche St. Bartholomaei hing eine Fahne mit dem Spruch: „Unser Kreuz hat keine Haken.“

In der Stadt hatten sich in den letzten Kriegstagen zwischen dem 30. April und 3. Mai 1945 fast 1000 Demminer und Flüchtlinge selbst getötet. Zu DDR-Zeiten durfte darüber nicht gesprochen werden. Die Stadt gedenkt der Opfer von damals seit mehreren Jahren, wehrt sich aber gegen Versuche Rechtsextremer, das Thema für ihre Propaganda zu nutzen.

dpa/mv

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