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Frühlingserwachen auf der Insel Oie

Greifswalder Oie Frühlingserwachen auf der Insel Oie

Mitarbeiter der Biologischen Station haben mit der Beringunge der Zugvögel begonnen.

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Mönchgrasmücken, hier Mathias Mähler mit einem Exemplar, beginnen ihren Frühjahrszug in Richtung Norden erst in den kommenden Wochen.

Quelle: Fotos: Stefan Brümmer

Greifswalder Oie. Er ist vollzogen: der Start zur Frühjahrsberingung der Zugvögel. Am 15. März war es auf der Insel Greifswalder Oie soweit. Wie der Leiter der Biologischen Station „Walter Banzhaf“, Mathias Mähler (31), jetzt informierte, sind in den zurückliegenden Wochen alle erforderlichen Maßnahmen getroffen worden, um die Beringung der Vögel auf ihrem Frühjahrszug in Richtung Skandinavien und des Baltikums fachgerecht durchführen zu können.

Nach seinen Worten wurden dafür im Fanggarten der Station 31 Kleinvogelnetze von sechs Metern Länge und drei Metern Höhe aufgestellt. Hinzu kommen zwei 18 Meter lange und etwas grobmaschigere Greifvogelfangnetze. Vom Morgengrauen bis zum Abend werden nun auf der Oie stündlich die Fangnetze kontrolliert, gefangene Vögel befreit, vermessen, beringt, registriert und dann wieder freigelassen.

„Im Gegensatz zum gleichen Zeitraum des Vorjahres sind wir jetzt schon flott dabei“, sagte Mähler. Mitte März des vergangenen Jahres herrschte nämlich eine ungewöhnlich kalte Wetterlage. Zudem hatte ein lang anhaltender, kräftiger Ostwind zu einem sogenannten Zugstau geführt. Ergebnis: Die Fangnetze auf der Oie blieben im März 2013 so gut wie leer.

In diesem Jahr sei es nun genau umgekehrt. Im Vergleich zu durchschnittlichen Jahren habe der Vogelzug etwa zwei Wochen früher begonnen. „Den Durchzug der Kohlmeisen und Amseln haben wir in diesem Jahr bereits verpasst“, sagt Mähler und ergänzt: „Er hat früher als üblich eingesetzt.“ Seit dem 15. März konnten die Mitarbeiter bereits 877 Erstfänge registrieren, darunter 187 Rotkehlchen. „Es ist die Hauptart der von uns beringten Vögel“, erläutert der Stationsleiter. Zurzeit sind insgesamt acht Beringer und Beringungshelfer dabei, diese besonderen Aufgaben tagtäglich abzuarbeiten.

Mathias Mähler ist seit gut sieben Jahren für den Verein Jordsand „Zum Schutze der Seevögel“ e.V. aktiv und seit sechs Jahren auf dem 54 Hektar großen „Helgoland der Ostsee“ als Stationsleiter im Einsatz. Was er, seine Mitarbeiter und Helfer in diesem Jahr noch festgestellt haben, sind ein besonders früher Beginn der Brut- und der Vegetationsperiode auf der Insel. „Die ersten Möwen brüten bereits“, sagt Mähler, „das ist sehr ungewöhnlich.“

Zudem zeige sich die Greifswalder Oie im März 2014 „besonders grün“. Der 31-Jährige kann sich nicht daran erinnern, dass der Bärlauch im Wald jemals schon so üppig gestanden hätte wie in diesem März. Mähler bestätigt zudem die Rückkehr der Kegelrobben in die südliche Ostsee. Der Trend sei offensichtlich. „Im Januar dieses Jahres haben sich knapp 30 Kegelrobben im Bereich der Oie aufgehalten“, berichtet der studierte Forstwirt. Am vergangenen Wochenende wurden neun gezählt.

Darüber hinaus informiert Mähler über eine schrittweise Schafrassen-Umstellung auf der Insel. In den vergangenen Jahren sorgten etwa 100 Heidschnucken dafür, dass die Freiflächen auf der Insel nicht verbuschen. Das sollen zukünftig Tiere der Rasse Rauwolliges Pommersches Landschaf leisten.

„Die ersten 18 Pommernschafe werden dieses Jahr eintreffen,“ sagt Mähler. „Es handelt sich um eine seltene regionale Rasse, die es unbedingt zu erhalten gilt. Andererseits möchten wir mit der Umstellung der Rasse auch etwas für die Region tun.“

Tierreiche Insel

877 Erstfänge wurden von den Mitarbeitern der Biologischen Station auf der Greifswalder Oie seit dem 15. März registriert,
darunter 187 Rotkehlchen.

100 Heidschnucken sorgen dafür, dass die Freiflächen auf der Insel nicht verbuschen. Die Tiere werden nach und nach durch das rauhwollige Pommernschaf ausgetauscht.

 



Stefan Brümmer

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