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Frust und Ärger im Ummanzer Weg

Greifswald Frust und Ärger im Ummanzer Weg

Bürger beklagen Lärm, Dreck und Unordnung durch Bauarbeiten am neuen Wohnpark

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Ganz schön eng: Blick auf den Ummanzer Weg und den angrenzenden, neu entstehenden Wohnpark. FOTOS: SVEN JESKE

Greifswald. Des einen Freud des anderen Leid: Der von Vertretern der Stadt und den Investoren öffentlich gefeierte Neubau eines Wohnparks zwischen Ostseeviertel-Ryckseite und Wolgaster Straße sorgt bei Bewohnern einer unmittelbar angrenzenden Reihenhauszeile für tiefe Sorgenfalten.

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Bürger beklagen Lärm, Dreck und Unordnung durch Bauarbeiten am neuen Wohnpark

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Seit sich auf der mehr als 13000 Quadratmeter großen Brache vor ihrer Haustür Bagger und Kräne drehen, ist die Welt für Menschen im knapp 100 Meter langen Ummanzer Weg nicht mehr in Ordnung. In der Küche von Heinz Krause vibrierten gestern Morgen wieder mal die Tassen im Schrank. „Das war ein Dreiachser, 40 Tonnen schwer“, sagt Krause. Er kennt das schon. In den vergangenen Monaten fuhren immer wieder große Laster durch die schmale Pflasterstraße vor seinem Haus, um auf die Baustelle zu kommen. Beim Wenden geriet so mancher Lkw auf die Bepflanzung in Krauses kleinem Vorgarten. „Mehr als einmal parkten Arbeiter ihre Autos direkt vor meiner Ausfahrt, sodass ich nicht wegkam, wenn ich zum Arzt musste“, schildert der schwer gehbehinderte Mann.

„Ich vermute, der Ummanzer Weg ist eine Abkürzung für die Bauleute“, sagt Krauses Nachbar Dieter Fenner. Als die Arbeiten vor einem Jahr begannen, seien sämtliche Laster noch über die asphaltierte und viel breitere Roald-Amundsen-Straße gefahren. Dazu allerdings wären aus Richtung Innenstadt kommende Kipper und Mischer etwa einen Kilometer länger unterwegs.

Die Amundsenstraße ist schnurgerade und führt direkt zum Baugeschehen. Anders der Ummanzer Weg, erreichbar nur über Eck durch die dichtbebaute Fridtjof-Nansen-Straße. „Mal abgesehen von Lärm und Dreck machen uns die tonnenschweren Laster die Straße kaputt“, schimpft Gesine Hochschild. Inzwischen weise das Pflaster mehrere Absackungen und auch Löcher auf. „Irgendwann wird der Ummanzer Weg derart kaputt sein, dass er instandgesetzt werden muss. Dann wird niemand mehr über die Verursacher reden. Wir als Anwohner aber werden die Rechnung bekommen.“

Vor einem Jahr bereits konfrontierte Manfred Schlosshauer Greifswalds Oberbürgermeister mit den Bedenken der Menschen im Ummanzer Weg. „Ich habe damals schon darauf hingewiesen, dass ,unsere’ Straße kaputtgeht und dass es viel Geld kosten wird, sie wieder in Ordnung zu bringen.“ Am 18. Januar beschwerte sich Schlosshauer schriftlich bei der Stadtverwaltung. Deren Baudezernent, Jörg Hochheim, wies ihn Wochen später schriftlich darauf hin, dass der Ummanzer Weg eine öffentliche Straße sei, die von jedermann benutzt werden dürfe. „Schäden an Straßen oder Bordanlagen, die auf Nutzung über den Gemeingebrauch hinausgehen, werden von den jeweiligen Baufirmen behoben“, teilte Hochheim seinerzeit mit.

Daran mag im Ummanzer Weg derzeit kaum einer glauben. Im Gegenteil: Anwohner wie Dieter Krumrich befürchten, dass die durch die Bauarbeiten gestiegene Verkehrsbelastung des Ummanzer Wegs nicht wieder abebbt. „Fast 60 Wohnungen entstehen hier neu. So viele Autos werden wohl auch hinzukommen. Ich denke, nicht wenige werden dann durch unsere kleine Straße fahren.“ Um genau das zu vermeiden, fordern Krumrich und die meisten anderen Bewohner des Ummanzer Wegs, dass die Zufahrt zum Wohnpark anders geregelt wird.

In der von mehreren Greifswalder Unternehmern getragenen Wohnpark GmbH sind ihre Klagen und Bedenken bislang nicht angekommen. Mitgesellschafter und Wohnparkplaner Heiko Schmidt erklärte gestern, keine Kenntnis von Anwohnerbeschwerden zu haben. „Wir bauen seit 2015, solange hatten sie Zeit, sich an uns zu wenden.“

Dieter Krumrich will sich davon nicht beirren lassen. „Am 15. Dezember hat der Oberbürgermeister Sprechstunde in Schwönwalde II. Ich werde da sein, um ihn noch einmal auf unsere Sorgen hinzuweisen.“

Mehrgeschosser und Reihenhäuser

Der neue Wohnpark soll mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser umfassen. Für etwa ein Drittel der 54 Wohnungen, die hier entstehen, gebe es bereits Interessenten. Die ersten der 18 geplanten Reihenhäuser stünden zum Verkauf, hieß es dieser Tage von der Wohnpark GmbH – eine Unternehmergemeinschaft aus Greifswald. Als Investor tritt die Sparkasse Vorpommern auf. Fertig werden soll der Park im zweiten Quartal 2017.

Sven Jeske

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