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Fünf Millionen für Forschung zu Bauchspeicheldrüse an der Uni

Greifswald Fünf Millionen für Forschung zu Bauchspeicheldrüse an der Uni

Elf Greifswalder und Rostocker Mediziner wollen neue Therapien für Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen entwickeln / Land gibt Geld aus Exzellenzinitiative

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Laborleiter Dr. Ulrich Weiß (links) und Prof. Markus Lerch, der Direktor der Klinik für Innere Medizin A, vor dem sogenannten Forschungscluster 3a. Im Untergeschoss liegen die Labore der Kliniken.

Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Jährlich müssen in Deutschland mehr als 48000 Patienten wegen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenerkrankung (Pankreatitis) behandelt werden. Um ihnen besser helfen zu können, will der Greifswalder Professor Markus Lerch, Direktor der Klinik für Innere Medizin A der Universitätsmedizin Greifswald, mit Kollegen die Mechanismen dahinter genauer erforschen.

Lerch ist Spezialist für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Für das Forschungsprojekt hat er gemeinsam mit zehn Kollegen aus Greifswald und Rostock eine Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingeworben.

„Knapp 40 Projekte wurden eingereicht“, erzählt der Professor. „Wir sind schon stolz, dass wird zu denen gehören, für die die Gutachter eine Bewilligung empfohlen haben.“ Das Land stellt ab Januar knapp fünf Millionen Euro für vier Jahre zur Verfügung. Aktuell müssen noch einige Unterlagen eingereicht, Formalien bearbeitet werden. Die Entscheidung der Jury ist aber schon gefallen. Mit der offiziellen Bewilligung rechnet Lerch Ende Oktober/Anfang November.

Alles in allem hat das Land bis 2020 28,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds für seine Landesexellenzinitiative zur Verfügung gestellt.

Markus Lerch ist Sprecher des Projekts „Proteinentfaltung, ER-Stress und Proteindegradation – Entwicklung einer systematischen Pipeline für individualisierte Therapien bei erblichen Leber- und Pankreaserkrankungen.“ ER steht für Endoplasmatisches Retikulum, einen Bestandteil von Zellen. „Der ER-Stress spielt bei ganz verschiedenen Erkrankungen eine Rolle“, erläutert der Arzt. „Er führt zu Entzündungen, Zerstörung von Gewebe und chronischen Organschäden.“ Das Problem sei die Produktion von falsch gefalteten, also defekten Eiweißen in den Zellen. Diese könnten gespeichert, repariert oder abgebaut werden. Wird dieser Abfall in der Zelle gespeichert, führt das zu Stress und in der Folge zu Erkrankungen der Leber und der Bauchspeicheldrüse.

Wie das genau funktioniert, wie die Körperzellen mit den falschen Eiweißen umgehen, wollen die Wissenschaftler herausbekommen und zugleich mit Partnern therapeutische Wirkstoffe entwickeln, die entweder den ER-Stress verhindern oder den Abbau falscher Eiweiße in den Zellen reparieren. Ausgewiesene Experten sind beteiligt, darunter etwa Dr. Mihaela Delcea vom Zentrum für Innovationskompetenz „Humorale Immunreaktionen bei kardiovaskulären Erkrankungen“ Greifswald, Professor Arndt Rolfs vom Institut für Neuroregeneration der Unimedizin Rostock, Professor Udo Kragl von der Technischen Chemie der Uni Rostock und Professor Matthias Beller vom Leibniz Institut für Katalyse in Rostock.

Auch ethische Fragen sollen eine Rolle spielen. Konkret geht es um die Einbeziehung einer bundesweiten Selbsthilfegruppe für Patienten mit erblichen Pankreaserkrankungen. Im Projekt sind dafür die Greifswalder Juniorprofessorin Sabine Salloch und Dr. Peter Simon zuständig. Die Untersuchungen widmen sich zunächst seltenen Krankheiten wie dem Johanson Blizzard Syndrom oder der Hämochromatose, bei denen sich die Mechanismen des ER-Stresses voraussichtlich gut erforschen lassen. So wollen die Wissenschaftler auch Wirkstoffe für sehr viel häufigere Erkrankungen finden.

Die Beteiligten

Sprecher des Projektes ist Prof. Markus Lerch (Uinmedizin Greifswald). Beteiligt sind ferner aus Greifswald Dr. Matthias Sendler, Prof. Julia Mayerle, Dr. Peter Simon, Dr. Ulrich Weiß (alle Unimedizin), Dr. Mihaela Delcea (Zentrum für Innovationskompetenz). Aus Rostock sind es Prof. Arndt Rolfs und Dr. Matthias Sendler (Unimedizin) sowie Prof. Matthies Seller (Leibniz Institut für Katalyse) und Prof. Udo Kragl (Chemie)

Eckhard Oberdörfer

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