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Greifswald Fusion: Mesekenhagen ist zwiegespalten
Vorpommern Greifswald Fusion: Mesekenhagen ist zwiegespalten
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00:05 07.05.2018
Es wird uns bei einer Fusion nicht besser gehen, aber es wäre vernünftiger, damit es uns weiterhin gut geht.Geert-Christoph Seidlein Bürgermeister Mesekenhagen
Mesekenhagen

Trauen sie sich oder trauen sie sich nicht? Die angedachte Hochzeit der Gemeinden im Greifswalder Umland ist trotz kontroverser Debatten, Willens- aber auch Unmutsbekundungen sowie uneinheitlicher Abstimmungsergebnisse in den Gemeinden weiterhin ein dominierendes Thema. Am Freitagabend kamen etwa 60 der knapp über 1000 Einwohner Mesekenhagens zu einer Bürgeranhörung in das Festzelt auf dem Dorfplatz – gefeiert wurde später ein Jubiläum der Feuerwehr –, um über eine etwaige Großgemeinde Landhagen zu diskutieren. Es ist das erste Stimmungsbild aus dem Ort – und es ist zwiegespalten.

Finanzielle Anreize

Das Land will die Bildung von Großgemeinden fördern und schafft finanzielle Anreize. Es werden Fusionszuweisungen für jede wegfallende Gemeinde gewährt. Das sind derzeit standardmäßig 200000 Euro. Zusätzlich gibt es 400000 Euro für jede Gemeinde, die Ende 2015 ein Minus auf dem Konto hatte.

Eines stellte Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein zu Beginn der Anhörung klar: „Wir sind vor allem für den Erhalt von ländlichen Strukturen und einer ländlichen Verwaltung.“ Dies wäre bei der Fusion zur Großgemeinde Landhagen mehr gegeben, als „aus einer Stadt wie Greifswald heraus verwaltet zu werden“. Für ihn spricht vor allem eines für eine Fusion: Dass es bei dem Zusammenschluss zur Großgemeinde Landhagen einen hauptamtlichen Bürgermeister geben würde. Denn die Verwaltungsaufgaben nähmen stetig zu, die Ehrenamtler würden an ihre Grenzen stoßen, so Seidlein.

Kritischer als der Bürgermeister zeigte sich Gemeindevertreter Uwe Rieger. Er ist sich sicher: „Das Vorhaben Großgemeinde ist politisch motiviert. Es geht dem Land nicht um eine Gemeindeentwicklung, sondern darum, weniger Gemeinden zu haben, um einen leichteren Zugang zu bekommen.“ Der Landkreis habe viel Geld, gebe es allerdings nicht nach unten weiter, so Rieger. Zwar stehe der Gemeindevertreter einer Fusion skeptisch gegenüber, eines wäre allerdings fatal: eine mögliche Zwangsfusion. „Für uns ist es besser, wenn wir es unter der Überschrift ,Freiwilligkeit’ tun“, so Rieger. Stimmten alle Gemeinden einer Fusion zu, würde auch Rieger eine Großgemeinde befürworten.

Unmut bei den Anwohnern löste die mit einer Fusion einhergehende Auflösung der Gemeindevertretung aus. Bei einer Fusion würden die Gemeinden in Ortsteile eingeteilt. Sollten acht Gemeinden fusionieren, würde es also acht Ortsteilvertreter geben, einen für jede Gemeinde, so Seidlein. Die Angst, dass eine kleinere Gemeinde wie Mesekenhagen bei einer Fusion untergehen könnte, konnte Seidlein einigen Bürgern nicht nehmen. Auf die Frage, warum nicht alles beim Alten für die gut acht Kilometer von Greifswald entfernte Gemeinde bleiben sollte, antwortete der Bürgermeister mit klaren Worten: „Es wird uns bei einer Fusion nicht besser gehen, aber es wäre vernünftiger, damit es uns weiterhin gut geht.“ Am 14. Mai soll die Gemeindevertretung Mesekenhagen eine endgültige Entscheidung treffen.

Dass das Thema nicht schon längst beerdigt wurde, liegt an der Nachbargemeinde Neuenkirchen. Die Mehrheit der Gemeindevertreter stimmte Ende April – im zweiten Anlauf – für eine Fusion zur Großgemeinde Landhagen (OZ berichtete). Damit steigt die Spannung erneut. Denn mit Neuenkirchen (2300 Einwohner) ist das Erreichen der geforderten 5000 Bürger wieder möglich. So viele Einwohner müsste die Großgemeinde haben, um einen hauptamtlichen Bürgermeister zu beschäftigen. Dies ist eine Bedingung aus dem Vertragsentwurf.

Christin Weikusat

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