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Greifswald Gemeindehochzeit im Greifswalder Speckgürtel?
Vorpommern Greifswald Gemeindehochzeit im Greifswalder Speckgürtel?
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14:15 28.11.2018
Blick auf Weitenhagen bei Greifswald Quelle: Martin Wittmann
Weitenhagen

 Noch ist nichts entschieden, aber für die Hochzeit Weitenhagens und Diedrichshagens zur Kommunalwahl 2019 sprechen viele Argumente. So würde durch eine Fusion Weitenhagen mit dann 2000 statt jetzt 1500 Bürgern an Gewicht im Amt Landhagen, im Kreis und im Land gewinnen, argumentiert Bürgermeisterin Janina Jeske. Sie sprach zur Eröffnung der gut besuchten Einwohnerversammlung zu einer möglichen Hochzeit am Dienstagabend im Dörphus.

Die Chancen zur Ansiedlung weiterer Bürger und Unternehmer würden steigen, die Feuerwehr könne auf neue Mitglieder hoffen, durch Senkung des Verwaltungsaufwandes müsste weniger Geld fürs Amt gezahlt werden, so Jeske weiter. „Der Gemeindename und die Straßenbezeichnungen bleiben.“ Allerdings würde auf die Volksvertreter mehr Arbeit zukommen, und etwa drei Jahre verschlechtere sich die Haushaltssituation. Rund 100000 Euro seien im Falle der Fusion nötig, um einen zusätzlichen Gemeindearbeiter einzustellen, Technik für den Bauhof anzuschaffen, in den Diedrichshäger Kunstrasenplatz und in Löschteiche zu investieren.

„Ab 2024 wird die Situation sogar besser als heute sein“, ergänzte Finanzausschussmitglied Klaus Zeidler. „Der finanzielle Spielraum erhöht sich um 140000 Euro.“ Dann habe Weitenhagen die Kredite fürs Gewerbegebiet abgezahlt. Ab 2020 wirke sich auch die hohe Kinderzahl von Diedrichshagen positiv aus, weil dann das Land für diese pro Kopf doppelt so viel zahlt, wird wie für Erwachsene. Das versprochene Hochzeitsgeld von 400000 Euro sei noch nicht einberechnet. „Die Fusion ist langfristig sinnvoll“, stellte Zeidler fest.

Aber es gab es viele Skeptiker. „Die Idee des Gemeinderates ist sinnvoll und kann langfristig sicherstellen, dass wir unabhängig bleiben“, sagte zum Beispiel Jan-Peter Hildebrandt, aber Zeidlers Prognose erscheine ihm doch sehr optimistisch. Dem widersprach die Finanzausschussvorsitzende Ursula Eichenauer-Rettig, die Prognose sei realistisch und mit Zahlen belegbar.

Auf die Frage von Karl-Heinz Spieß, warum es Diedrichshagen schlecht gehe, antwortete dessen Bürgermeister Detlef Neumann. „Wir werden dafür bestraft, dass wie so viele Kinder haben“, sagte er. Diedrichshagen müsse 40000 Euro für Schul- und 20000 Euro für Kitakinder zahlen, so entstehe ein Defizit von 23000 Euro. Ein Gewerbegebiet habe Diedrichshagen nicht. Auf die Möglichkeit, die Grundsteuerhebesätze zu erhöhen, hat Diedrichshagen bisher verzichtet. Die Hebesätze sind die gleichen wie in Weitenhagen, würden sich also nicht ändern.

Umstritten ist auch der geplante einspurige Plattenweg zwischen Guest und Weitenhagen im Falle einer Fusion. Schon jetzt habe der Verkehr zugenommen hieß es, Navigationsgeräte würden die Strecke bereits als Umleitung ausweisen. Auch aus ökologischen Gründen müssten mehr Autos vermieden werden, forderten Bürger. Andere wie Peter Aumüller bezweifelten, dass das Land seine Zusagen für eine Förderung des Plattenwegs einhält.

„Wir lieben unsere Natur genauso und sind stolz auf unseren Wald“, sagte die Bürgermeisterin. Der Gemeinderat nehme die Anregungen zur Straße für die weitere Diskussion auf. Auch eine Abpollerung des Weges für den „normalen Verkehr“ ist ein Thema.

Eckhard Oberdörfer

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