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Gäste fordern Kampf gegen niedrige Löhne

Endspurt im Wahlkampf: Direktkandidaten aus den Wahlkreisen 15 und 16 Gäste fordern Kampf gegen niedrige Löhne

Bei der Diskussionsrunde des Stadtfrauenrates standen soziale Gerechtigkeit und Familienpolitik im Vordergrund.

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Mechthild Thonack (CDU)

Greifswald. Niedrige Löhne, die nicht zum Leben reichen. Viel zu geringe Renten wegen der vielen Brüche in den Erwerbsbiografien, die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit — die knapp 50 Gäste beim Wahlforum zur Bundestagswahl konfrontierten die sechs Kandidaten auf dem Podium mit vielen Problemen. Der Stadtfrauenrat hatte die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis 15 am Dienstagabend in das Haus der Begegnung eingeladen. Viele Rentner, Anhänger von Linkspartei, SPD und Grünen mischten in der Debatte mit.

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Sonja Steffen (SPD)

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Auf dem Podium saßen neben den Direktkandidaten Kerstin Kassner (Linke), Sonja Steffen (SPD), Claudia Müller (Bündnis 90/Die Grünen) und Susanne Wiest (Piratenpartei) auch Katja Wolter (FDP), die Gino Leonhard vertrat, und CDU-Bürgerschaftsmitglied Mechthild Thonack, die den Platz einnahm, der für die prominenteste Direktkandidatin im Wahlkreis vorgesehen war, die Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst.

Große Zustimmung aus dem Publikum gab es für die Einführung eines Mindestlohns, den sowohl Linke, Grüne, SPD als auch die Piratenpartei fordern. Protest hagelte hingegen auf die Vizechefin der Landes-FDP nieder, die sich dafür stark machte, die Aushandlung der Gehälter bei Arbeitgebern und Gewerkschaften zu belassen. „Das sind die Experten in jeder Branche, sie wissen am besten, was gezahlt werden kann und gezahlt werden muss“, erklärte Wolter. „Die Mehrheit der Betriebe in der Region ist nicht tariflich gebunden. Deswegen ist nicht verbindlich, was die Gewerkschaften aushandeln“, hielt Müller dagegen. „Es gibt ja nichtmal Betriebsräte in vielen Unternehmen, zum Beispiel bei Hanseyachts“, ergänzte Steffen. Der Mindestlohn würde jedoch überall greifen. „Selbst 8,50 Euro pro Stunde sind zu wenig. Das ist nur ein Anfang.“ Dass die Wirtschaft das alleine regeln könne, bezeichnete Steffen als „Unfug“. Auch Kassner findet: „Der Staat ist hier in der Verantwortung.

Der Mindestlohn ist eine Schmerzgrenze. Es darf auch keine Ost-, Westunterschiede geben.“ Wiest moniert, dass Arbeitgeber derzeit die Bedingungen diktieren können, „weil immer fünf Arbeitslose dastehen, die sagen, ich mach‘s“.

Mehr Argumente aus der Debatte lesen Sie rechts.

Ausbildung zur Erzieherin muss kostenfrei werden
Frauen zweifeln viel öfter an sich als Männer. Deswegen brauchen wir eine Frauenquote. Ohne die wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

Hartz IV hat die Entwicklung des Niedriglohnsektors ermöglicht. Hier müssen wir gegensteuern.

Minijobs dürfen für den Arbeitgeber nicht mehr so lukrativ sein. Wir müssen Leiharbeit und befristete Arbeitsverhältnisse zurückdrängen.

Es darf nicht sein, dass Erzieherinnen für ihre Ausbildung zahlen müssen.

Flexibilisierungsbonus für Leiharbeiter
Für den gleichen Anteil von Frauen und Männern in Führungspositionen. Die Quote soll den Weg dahin ebnen.

Arbeitszeiten müssen anders organisiert werden. Es darf nicht heißen, dass nur der ein guter Manager ist, der bis sonstwann im Büro sitzt, sondern auch diejenige, die 16 Uhr geht, weil sie ihre Arbeit geschafft hat.

Leiharbeit muss besser bezahlt werden als normale Jobs, weil die Absicherung niedriger ist, die geforderte Flexibilität größer.

Man muss von seinem Job leben können.

Mütterrente der CDU ist eine gute Sache
Ich finde eine Frauenquote sehr schön, Elternzeit für Männer ist eine tolle Sache. Es wird Zeit brauchen, bis das weiter wächst. Dann wird es auch mehr Frauen in Führungspositionen geben.

Das wünsche ich mir.

Die starke Ausdehnung von Minijobs und Leiharbeit sind eine falsche Entwicklung gewesen.

Mit der Mütterrente der CDU werden Erziehungszeiten besser angerechnet. Das ist sehr gut.

Da wo die Gewerkschaften zu schwach sind, muss die Politik eingreifen, um Löhne auszuhandeln.

Sehr gute Erfahrungen mit Frauenquote in der Partei
Frauen trauen sich manchmal weniger zu. Deswegen bin ich für eine Quote. In der Partei haben wir sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Ich wünsche mir ein flexibleres Elterngeld-Modell, in dem man die Zeit auf die ersten vielleicht sechs Jahre des Kindes verteilen kann.

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Mini- und Midi-Jobs müssen zur Ausnahme werden.

Wir fordern einen Mindestlohn von 10 Euro. Nur wer das verdient, hat auch die Chance, seine Altersvorsorge zu sichern.

Für eine bessere Qualität bei der Kinderbetreuung
Frauen entscheiden sich häufig gegen Führungspositionen, weil es Mängel bei der Betreuung der Kinder gibt. Daran müssen wir arbeiten. Wir brauchen geöffnete Einrichtungen zu Randzeiten und an den Wochenenden. Außerdem mus sich die Qualität verbessern.

Die Bundesregierung hat einen guten Job gemacht. Wir haben deutlich weniger Arbeitslose als vor vier Jahren.

Der Weg aus der sozialen Ungerechtigkeit führt über Vollzeitjobs. Damit erwirtschaften sich die Leute eigene Rentenbeiträge.

Soziale Gerechtigkeit durch Grundeinkommen
Wir müssen gute Rahmenbedingungen schaffen, auch damit Frauen Karriere machen und Führungspositionen anstreben.

Für flexible Arbeitszeitmodelle, die es auch ermöglichen, Angehörige zu pflegen.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Existenzsicherung, die jeder Bürger bekommt, zu der kann dazuverdient werden. Wenn ein Arbeitsplatz wegfällt, bleibt das Grundeinkommen da.

Wir brauchen bundesweite Volksabstimmungen, damit die Bürger die Politik besser mitbestimmen können.

 

Katharina Degrassi

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