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Greifswald Gedenkstein für Allround-Bauer
Vorpommern Greifswald Gedenkstein für Allround-Bauer
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00:05 17.06.2017
Gruppenfoto vor dem Gedenkstein: Der Riesenfindling erinnert an den Landwirt und Agrarökonom Georg Blohm. Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz

Dicker Brocken für einen Großen: Seit wenigen Tagen erinnert ein knapp acht Tonnen schwerer Gedenkstein an Georg Blohm. Der Professor (1896 - 1982) war von 1952 bis 1965 Direktor des Instituts für Landwirtschaftliche Betriebs- und Arbeitslehre der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und bewirtschaftete in Spiegelsdorf bei Greifswald einen landwirtschaftlichen Betrieb bis nach dem Krieg. Später wurden die Flächen dann, wie während der DDR-Zeit üblich, in kollektiviertem Rahmen beackert. Heute ist dieser Besitz den Netzebander Flächen der Familie Holzhausen angegliedert.

Weg zum Stein

Der Blohm-Gedenkstein ist zu erreichen über die Anfahrt in der Gemeinde Neu Boltenhagen. Dort dann in den Spiegelsdorfer Damm einbiegen und immer geradeaus aus dem Ort hinaus. In einer Rechtskurve liegt der knapp acht Tonnen schwere Findling mit der Gedenktafel.

Die Kieler Universität hatte zu Ehren ihres früheren Institutsdirektors zu einer Akademischen Feier nach Vorpommern eingeladen. Blohms Enkelsohn mit Familie, Vertreter der Universität und Mitstreiter des Geehrten waren in die Gemarkung Spiegelsdorf gekommen. An das winzige Bauerndörfchen erinnern heute nur noch der von Neu Boltenhagen dorthin führende Weg als Spiegelsdorfer Damm und eine Straße in Greifswald, die Spiegelsdorfer Wende. Die letzten Häuser wurden in den 1970er Jahren verlassen, bis sie irgendwann zusammenfielen beziehungsweise zusammengeschoben wurden.

Als Blohms Nachfolger im Amt, Prof. Klaus Riebe, davon erfuhr, dass Jens Holzhausen, der in Kiel studiert und promoviert hatte, die Flächen des Blohmschen Gutes heute bewirtschaftet, reifte die Idee, dem besonderen Wirken von Georg Blohm als Landwirt und Agrarökonom eine bleibende Erinnerung zu geben. Die Landwirtschaft bestimmte sein Leben. Für seine Promotion schrieb er ein Werk mit statistischen Betrachtungen über die Düngung auf mecklenburgischen Wirtschaften. Wie Riebe während seiner Festrede betonte und Holzhausen bestätigte, sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch immer aktuell und werden auch von heutigen Landwirten zu Rate gezogen.

Erinnert wurde während der Feier zudem daran, dass Georg Blohm am 15. Juni 1945 ordentlicher Professor an der Universität Greifswald wurde, aber zunächst wegen seiner zwischenzeitlichen Nähe zum Nazi-Regime ausgemustert wurde. 1946 holte man den anerkannten Landwirtschaftsexperten wieder an die Greifswalder Uni, wo er eine landwirtschaftliche Fakultät gründete. Nebenbei beriet er Neubauern.

1949 wurde Blohm an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen und zum Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin gewählt. 1952 kam dann der Wechsel nach Kiel, wo er 1955/56 sogar Rektor der Uni wurde.

„Die wissenschaftliche Leistung Blohms ist enorm. Viele Forschungsergebnisse haben nach wie vor Bestand. Und mit seinem landwirtschaftlichen Geschick war er ein Allroundtalent“, so Riebe, der sich mit den anderen Gästen von Vorpommern und besonders Greifswald und dem Umland begeistert zeigte.

Cornelia Meerkatz

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