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Gefahr in der Pappelallee: Schulelternrat fordert Tempo 30

Greifswald Gefahr in der Pappelallee: Schulelternrat fordert Tempo 30

Ostseegymnasium, Berufsfachschule, Kindergarten, Freizeitbad, Parkklinik und HSG Tennis wünschen sich eine Verkehrsberuhigung / Prüfauftrag ist Thema der Bürgerschaft

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Viel Verkehr in der Pappelallee: Nicht jedes Auto hält, damit die Schüler die Straße überqueren können. Die Schüler der Klassen 3a, 3b und der vierten Klasse wollen zum Neigungsunterricht Fußball ins Volksstadion.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Chaotisch, unübersichtlich, gefährlich. So beschreiben Elternvertreter des Ostseegymnasiums die Verkehrssituation in der Pappelallee. Hunderte Schüler der Grundschule, des Gymnasiums, der Berufsfachschule und des Berufsbildungswerkes kommen morgens zum Unterricht, wechseln im Laufe des Tages die Fahrbahn zum Volksstadion, zum Tennisclub der HSG, zum Freizeitbad. Hinzu kommen die Gäste der Schwimmhalle, die Patienten und Besucher der Parkklinik, die Bewohner des Seniorenzentrums – In keiner anderen Straße Greifswalds liegen derart viele öffentliche Einrichtungen mit regem Besucherandrang geballt nebeneinander.

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Ostseegymnasium, Berufsfachschule, Kindergarten, Freizeitbad, Parkklinik und HSG Tennis wünschen sich eine Verkehrsberuhigung / Prüfauftrag ist Thema der Bürgerschaft

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„Das Verkehrsaufkommen ist nicht nur zu Unterrichtsbeginns am Morgen sehr hoch, sondern auch im Verlauf des Tages“, sagt Meike Hirtschulz, stellvertretende Schulelternratsvorsitzende am Ostseegymnasium. Deswegen fordert der Schulelternrat die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit von derzeit 50 Kilometern pro Stunde auf Tempo 30. Hirtschulz ist Initiatorin eines Schreibens, das sowohl an die Stadtverwaltung als auch an die Fraktionen der Bürgerschaft verschickt wurde. Darin wünschen sich die Elternvertreter weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen wie einen Zebrastreifen oder Bodenwellen. Hinter dem Anliegen steht nicht nur der Elternrat, sondern auch die Leitung des Ostseegymnasiums, der Grundschule, des Kindergartens und der Berufsfachschule. Den Brief unterzeichnet haben außerdem das Berufsbildungswerk, das Freizeitbad, die Parkklinik, die HSG-Abteilung Tennis – kurz: alle Einrichtungen, die in der Pappelallee ansässig sind.

„Der Schulbus, der morgens die Kinder von außerhalb zur Schule bringt, fährt gar nicht erst in die Pappelallee hinein, weil dort so viel Verkehr ist. Die Kinder müssen vorher aussteigen“, weiß

Claudia Kischel. Ihr Sohn geht in die 1 a. „Es ist immer eine Zitterpartie die Straße zu überqueren“, sagt Jacqueline Wals, Lehrerin am Ostseegymnasium, die mit den Schülern regelmäßig den Tennisclub auf der anderen Straßenseite nutzt. Gefahrenpunkt eins seien die Autos. Direkt auf der anderen Seite folge jedoch zudem der Radweg, der in beide Richtungen befahren werden darf. „Die Fahrradfahrer sind sehr schnell unterwegs“, sagt Wals. Auch Roland Bindemann vom Greifswalder Fußballclub beklagt die gefährliche Verkehrssituation: „Eine Querungshilfe wäre sinnvoll.“ Bindemann gibt Neigungsunterricht Fußball an der Grundschule des Ostseegymnasiums.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat sich des Anliegens angenommen und einen Prüfauftrag formuliert. Über diesen wird die Bürgerschaft am 23. Mai entscheiden. Fred Wixforth, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes, sieht den Wunsch nach Tempo 30 in der Pappelallee kritisch. „Hier wird ein Problem, das von Mama-Taxi produziert wird, bei der Verwaltung abgeladen“, sagt er bei der Diskussion während der Sitzung des Hauptausschusses. Wixforth bezweifelt, dass in der Pappelallee gerast wird. „Am Ende der Straße ist ein Kreisel, wo soll man da denn hinrasen“, fragt Wixforth. Genau in diesem Kreisel sieht der Schulelternrat tatsächlich ein Problem. „Dadurch verdoppelt sich das Verkehrsaufkommen. Jedes Fahrzeug fährt die Pappelallee erst bis zum Kreisel und dann wieder zurück“, sagt Hirtschulz. Die Geschwindigkeit einiger Autos steige deutlich, sobald diese aus dem Kreisel ausfahren.

Wixforth weist darauf hin, dass die Stadt die Geschwindigkeit nicht wahllos herabsetzen dürfe, sondern hierfür „objektive Kriterien“ erfüllt sein müssen. Ein gehäuftes Unfallgeschehen oder ein besonders hohes Verkehrsaufkommen zählen dazu. „Wir arbeiten sehr gut mit der Polizei zusammen. Es sind keinerlei Unfälle bekannt“, sagt Wixforth. „Man kann doch Tempo 30 nicht ablehnen, weil dort noch kein Unfall geschehen ist“, echauffiert sich Bürgerschaftsmitglied Multhauf (Die Linke).

Auf Bundesebene gibt es bereits eine Initiative, die sich für Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten einsetzt. „Es wäre doch schön, wenn wir hier Vorreiter sein könnten“, sagt Hirtschulz.

• Umfrage: www.ostsee-zeitung.de

Aus der Straßenverkehrsordnung

Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Sicherheitsgründen sollen auf bestehenden Straßen angeordnet werden, wenn Unfalluntersuchungen ergeben haben, dass häufig geschwindigkeitsbedingte Unfälle aufgetreten sind. Dies gilt jedoch nur dann, wenn festgestellt worden ist, dass die geltende Höchstgeschwindigkeit von der Mehrheit der Kraftfahrer eingehalten wird. Im anderen Fall muss die geltende zulässige Höchstgeschwindigkeit durchgesetzt werden.

Geschwindigkeitsbeschränkungen können sich im Einzelfall schon dann empfehlen, wenn aufgrund unangemessener Geschwindigkeiten häufig gefährliche Verkehrssituationen festgestellt werden.

Katharina Degrassi

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