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Greifswald Gegen den Trend: Greifswald wächst
Vorpommern Greifswald Gegen den Trend: Greifswald wächst
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00:16 08.03.2018
Greifswald wächst – auch dank junger Leute, die in der Stadt ihre berufliche Karierre starten, wie die Macher des Magazins „Katapult“: Zu ihnen gehören Philipp Bauer, Janina Drewanz, Benjamin Fredrich und Tim Ehlers (v.r.). Quelle: Fotos: Peter Binder, Holger Vonberg

Die Hansestadt wird als Lebens- und Arbeitsort immer beliebter. Ausdruck dafür ist das seit 13 Jahren anhaltende Bevölkerungswachstum. Laut neuester Statistik lebten Ende vorigen Jahres 57626 Menschen mit Hauptwohnsitz in Greifswald. „Fast 1000 Einwohner mehr als vor einem Jahr“, sagt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Besonders markant sei, „dass junge Leute zu uns kommen oder jene, die hier geboren wurden, vermehrt bleiben“. Der florierende Arbeitsmarkt werde zunehmend von der Altersgruppe der 23- bis 28-Jährigen erkannt und genutzt.

Wir wollen hochqualifi- zierte Arbeitskräfte hier halten, indem wir gute Bedin- gungen für Ausgrün- dungen schaffen. Gero Maas Amtsleiter

Absolventen der Hochschule etwa wagten immer häufiger ihren beruflichen Einstieg als Gründer in Greifswald.

Benjamin Fredrich ist einer von ihnen. Der 30-Jährige studierte an der Universität Greifswald Politikwissenschaften, Geschichte sowie Europäisches Recht und initiierte 2015 mit anderen Absolventen das Magazin für Kartografie und Sozialwissenschaft „Katapult“. Die Zeitschrift bereitet wissenschaftliche Studien und Statistiken so auf, dass sie auch Normalverbraucher spannend finden. Der Erfolg gibt den Machern recht: „Wir haben jetzt knapp 10000 Abonnenten und eine Auflage von 41000 Exemplaren“, sagt Chefredakteur Fredrich. Bislang hatte er keine Mühe, neue Mitstreiter für das Unternehmen zu finden. Sechs feste und sechs freie Mitarbeiter gehören zum Team. Tendenz steigend. Der Nordosten als Standortnachteil? Mitnichten! Im digitalen Zeitalter komme es für viele Firmen nicht mehr auf den Standort an, so Fredrich.

Dafür gehe es um schnelles Internet, um ausreichend Wohnungen, Kindertagesstätten, Schulen, Parkplätze und Kulturangebote ... ist sich Stefan Fassbinder bewusst. Insofern stelle das Greifswalder Bevölkerungswachstum die Verwaltung auch vor Herausforderungen, so der Oberbürgermeister. Zumal diese positive Entwicklung vor einigen Jahren in dem Ausmaß noch nicht abzusehen war, erklärt Renate Gaede von der Statistikstelle des Amtes für Wirtschaft und Finanzen. Im Gegenteil. Sie könne sich noch gut an eine offizielle Prognose aus der Vergangenheit erinnern, die für Greifswald 37000 Einwohner vorhersagte.

Davon ist die Universitäts- und Hansestadt weit entfernt. Neben den 57626 Menschen mit Hauptwohnsitz leben weitere 3822 mit Nebenwohnsitz in der Stadt. Macht zusammen 61448 Einwohner. Damit leben mittlerweile mehr Menschen in Greifswald als in der Nachbarstadt Stralsund (60272 laut vorläufiger Statistik). „Seit 2005 geht es mit der Bevölkerungszahl in Greifswald bergauf. 2017 haben wir den Stand von 1997 erreicht“, sagt Gaede, die dafür mehrere Ursachen sieht. Der Zuzug von Ausländern sei ein Grund, wobei Flüchtlinge nur einen geringen Anteil ausmachten. Größer sei der Anteil jener EU-Bürger, die aufgrund der Arbeitnehmerfreizügigkeit nach Greifswald kamen. Einen anderen Grund sieht sie in den intensiven Bemühungen von Stadt und Uni, Studenten zu motivieren, sich mit dem Hauptwohnsitz anzumelden. Doch ebenso wirke die Attraktivität der Stadt als Magnet. „Seit fünf Jahren verzeichnen wir bei der Altersgruppe 65plus einen deutlichen Zuwachs“, so Gaede. Die Senioren kämen aus dem Umland, aber auch aus den alten Bundesländern nach Greifswald. In ähnlicher Weise gebe es in der Altersgruppe der 23- bis 28-Jährigen einen Zuwachs an Bevölkerung, da junge Leute wie beschrieben nicht mehr so häufig das Weite suchten.

„Wir spüren das auch an der Auslastung unserer Gründerzentren. Das Biotechnikum ist zu 100 Prozent, das Technologiezentrum zu 90 Prozent ausgelastet“, sagt Gero Maas, Amtsleiter für Wirtschaft und Finanzen. Um Gründern auch künftig eine Chance zu geben, baut die Stadt in Kürze das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie.

Viel mehr Zuzüge als Fortzüge

61 448

Einwohner lebten am 31. Dezember 2017 in Greifswald, davon 57626 mit Hauptwohnsitz. Die Zahl der Nebenwohnsitze lag mit 3822 fast auf Vorjahresniveau. Stralsund verzeichnete laut vorläufiger Statistik 59610 Einwohner mit Hauptwohnsitz und 662 mit Nebenwohnsitz.

1239 Anträge auf Umzugsbeihilfe wurden 2017 von der Stadt bewilligt, 2016 waren es 976. Greifswald verzeichnet damit eine relativ stabile Zu- und Fortzugssituation bei jungen Leuten, die durch Beginn und Abschluss von Ausbildung und Studium bestimmt wird.

5034 Zuzügen stehen im Vorjahr 3991 Fortzüge gegenüber – ein Plus von 1043.

Petra Hase

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