Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Gemeindehochzeit? Kein Interesse!
Vorpommern Greifswald Gemeindehochzeit? Kein Interesse!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 14.10.2017
Blick auf Lubmin. Der Ort steht für sich, braucht nicht zu fusionieren. Auch andernorts hält sich das Interesse an Gemeindezusammenschlüssen in Grenzen.

200000 Euro verspricht das Land einer Gemeinde, die ihre Selbstständigkeit aufgibt. Dazu gibt es noch einmal maximal 400000 Euro zur Schuldentilgung. Im Vorpommern-Greifswald will trotzdem kaum eine Kommune heiraten, auch wenn die Kasse leer ist. Denn viele Gemeinden können nicht einmal mehr Eigenanteile für geförderte Straßenbaumaßnahmen aufbringen.

Die Zahl der Gemeindearbeiter ist fast überall auf ein Minimum geschrumpft.

„Kein Interesse“ heißt es beispielsweise im Amt Lubmin, schätzt Jürgen Schönwandt ein. Er ist der Koordinator des Kreises für das Gemeindestärkungsgesetz, über das MV Gemeindefusionen erreichen will.

Davon verspricht man sich unter anderem Einsparungen und damit neue finanzielle Spielräume.

Bis Ende des Monats würden nur etwa die Hälfte der knapp 140 Gemeinden Vorpommern-Greifswalds ihre Zukunftsfähigkeit eingeschätzt haben, meint Schönwandt. Dabei ist der 31. Oktober der von Schwerin vorgegebene Stichtag, um diese nach einem vom Land vorgegebenen Kriterienkatalog einzuschätzen. Wer von insgesamt 100 mehr als 50 Punkte erreicht, ist demnach zukunftsfähig.

Schönwandt war einer der Referenten der Fachkonferenz „Zukunftsfähige Gemeindestrukturen im Landkreis Vorpommern-Greifswald“ im alten E-Werk in der Marienstraße. Eingeladen hatte die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Mecklenburg-Vorpommern.

Alles ist freiwillig, keiner muss heiraten, betonte Schönwandt. Auf mehrmalige Nachfrage schränkte Martina Tegtmeier nur ein: auf jeden Fall bis zum Ende dieser Legislaturperiode. Sie ist die Sprecherin der SPD-Fraktion für Innen- und Kommunalpolitik. Auch wer unter 50 Punkten bleibe, müsse nichts tun. Der Kriterienkatalog des Landes ist ohnehin höchst umstritten. So habe Diedrichshagen 56 Punkte erreicht, aber finanziell keine Spielräume, kritisiert Bürgermeister Detlef Neumann. Mesekenhagen hat sogar 78 Punkte, aber auch kein Geld, sagt Bürgermeister Geert- Christoph Seidlein.

Die größte Bewegung gebe es im Amt Landhagen, zu dem Diedrichshagen und Mesekenhagen gehören, informierte Schönwandt. Dargelin, Levenhagen und Wackerow bleiben dort unter der magischen 50-Punkte-Grenze. Der Auslöser der Debatten: Die Gemeindevertretung des mit 2,8 Millionen extrem verschuldeten Wackerow hatte sich für eine Eingemeindung nach Greifwald ausgesprochen (die OZ berichtete). Im ausgehandelten Vertragsentwurf sichert die Kreisstadt der Gemeinde die Verdopplung der Zahl der Gemeindearbeiterstellen auf drei, ein Ortsteilzentrum und den Erhalt der Feuerwehren von Wackerow und Groß Petershagen zu. Wenn eine Gemeinde Ortsteil eines Oberzentrums wird, honoriert das Land das sogar mit 300000 Euro.

Kritiker befürchten durch die Eingemeindung unter anderem negative Auswirkungen auf das Amt Landhagen und einen Demokratieverlust in Wackerow. Eine Gruppe von Bürgern, die „Wackerower Rinde“, stellte mit Erfolg einen Antrag an die Gemeindevertretung, dass die Gemeinde nun auch über die Alternative einer Großgemeinde mit sieben anderen interessierten der insgesamt zehn Kommunen des Amtes verhandeln soll.

Zu den Befürwortern einer Großgemeinde Landhagen gehört das SPD-Bürgerschafts- und Kreistagsmitglied Erik von Malottki, Moderator der Fachkonferenz. So würde ein starker Partner Greifswalds für die Region entstehen, meint er. Von Malottki bat die Landtagsabgeordnete Martina Tegtmeier, sich in Schwerin für Geld zur Entschuldung Wackerows einzusetzen, um so die Fusion der Dörfer zu erleichtern.

Eckhard Oberdörfer

In Mesekenhagen kollidierten zwei Pkw / 8000 Euro Schaden

14.10.2017

Dat wier hüüt een ganz normaler Dach, un doch wier dat een erfüllter Dach. Gägen 6.30 stah ik up un gah in’t Bad.

14.10.2017

Manuela Schwesig (SPD) schickt ihren Sohn auf eine freie Schule und alle fallen über sie her. Warum eigentlich? Eine Reise zu Vorpommerns Privatschulen.

14.10.2017
Anzeige