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Gerettet und bereit zum Abflug

Rakow Gerettet und bereit zum Abflug

Rakower Jungstorch war ans Nest gefesselt und wurde jetzt befreit.

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Bereit zum Abflug: Dr. Andreas Osterland von der Unteren Naturschutzbehörde befreit den Rotstrumpf aus seiner Misere. Industriequecke am Bein hatte ihn am Fliegen gehindert.

Quelle: Fotos: Anja Krüger

Rakow. Wochenlang erregte er Mitleid bei den Rakower Einwohnern — der junge Storch im Nest auf der Kirche des Ortes. Ein Knäuel Industriequecke, synthetisches Bindegarn, mit dem Stroh- und Heuballen in der Landwirtschaft verschnürt werden, hatte sich an seinem Bein verfangen. Gestern gegen 8.45 Uhr wurde er von Dr. Andreas Osterland von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen befreit.

Festgestellt worden war die Misere des Adebars vor etwa drei Wochen, als der Turm der Kirche, der derzeit saniert wird (die OZ berichtete), eingerüstet wurde. „Ich habe mich sofort an Herrn Osterland gewandt“, erzählt Johannes Soeder, Vorsitzender des Rakower Kirchengemeinderates. Man habe sich darauf verständigt, dass Johannes Soeder den jungen Storch weiter beobachtet. Denn: „Solange das Jungtier von den Eltern gefüttert wird, halten wir nichts davon, unüberlegt einzugreifen“, sagt Osterland. „Störche füttern ihre Jungen, bis sie so weit sind, das Fliegen zu lernen. Dann hören sie auf, damit sich bei dem Nachwuchs der Instinkt einstellt, selbst auf Nahrungssuche zu gehen und damit auch das Fliegen zu lernen“, erklärt er.

Nun drängte aber die Zeit. „Die Störche sammeln sich bereits vielerorts“, informiert Osterland. Am Dienstagvormittag machte er sich selbst ein Bild von dem jungen Storch und entschied: „Jetzt müssen wir schnell handeln. Allein wird er sich aus dieser Lage nicht befreien können und die Eltern werden auch bald aufhören, ihn zu füttern.“

Die Umsetzung der Rettungsaktion wurde gemeinsam mit Johannes Soeder und dem zuständigen Pastor Rolf Kneißl besprochen. Ein Kran mit Gondel musste organisiert werden, denn die Feuerwehr mit Drehleiter, an die zuerst gedacht wurde, kann den Friedhof nicht befahren. „Die Gefahr, dass das Fahrzeug aufgrund von Gruften, von denen wir nicht wissen, einsackt, ist zu groß“, erklärt Soeder.

Eine hiesige Spezialfirma war nicht in der Lage, so kurzfristig ein geeignetes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen. Kurzerhand löste Osterland einen Auftrag bei der Stralsunder Gigalift-Vermietungsgesellschaft aus.

Gestern früh kurz nach 8 Uhr traf das spezielle Raupenfahrzeug am Rakower Friedhof ein und hob Andreas Osterland hinauf aufs Kirchenschiff. Er befreite schließlich den jungen Storch von der lästigen Fessel. Gegen 9 Uhr hatte der Rotstrumpf, der die Prozedur ohne Widerstand über sich ergehen ließ, seine Freiheit. Sofort wollte er seinen ersten Flugversuch starten. Am Nestrand stehend, traute er sich dann aber wohl doch nicht. „Er wirkt gesund und kräftig genug, die anstehende Reise ins Warme antreten zu können“, sagte Osterland, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. „Und jetzt probiert er immer wieder zu fliegen. Etwa einen Meter hoch hebt er schon ab“, erzählte Anwohner Bodo Christian gestern am späten Nachmittag.

„Allein, dass es in diesem Jahr Nachwuchs bei den Störchen gibt, erregt hier schon Aufsehen. Den letzten gab es vor 14 Jahren“, berichtet Johannes Soeder. Da sich der Nachwuchs bei Adebars erst circa vier Wochen nach der eigentlichen Zeit einstellte, habe er sich auch vorerst keine Sorgen gemacht, dass der junge Storch nicht zeitgleich mit denen der umliegenden Dörfer flügge wurde. „Er stand auch auf, schlug mit den Flügeln, es schien alles in Ordnung“, sagt er. Oft habe er bereits vor dem Aufbau des Gerüstes aus dem kleinen Fenster des Kirchturms ins Nest geschaut. „Eigentlich waren zwei Eier im Nest, aber geschlüpft ist letztendlich nur ein Junges“, weiß er.

„Aber ich hoffe, dass das Storchenpaar trotz der vielen Unruhe auch im nächsten Jahr wieder hier nistet“, sagt er. Denn Kritik gab es von den Anwohnern auch, dass gerade jetzt, wo das Storchenpaar Nachwuchs aufzog, der Kirchturm eingerüstet und die Bauarbeiten aufgenommen wurden. „Die Arbeiten stören die Störche nicht, solange nicht mit schwerer Technik gearbeitet wird“, beruhigt Osterland.

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Anja Krüger

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