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Greifswald Gewächshäuser erhalten historisches Aussehen zurück
Vorpommern Greifswald Gewächshäuser erhalten historisches Aussehen zurück
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00:00 28.09.2018
Die 1886 eingeweihten Gewächshäuser der Universität werden für rund vier Millionen Euro saniert. Quelle: Foto: Stefan Sauer
Greifswald

Die 1886 eingeweihten Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Uni Greifswald erhalten ihren ursprünglichen Glanz zurück. Für 3,9 Millionen Euro werden die Glaskonstruktionen saniert.

Voraussichtlich Anfang 2019 starten die Bauarbeiten.Die denkmalgeschützten Gewächshäuser sind seit Mitte 2014 wegen Einsturzgefahr für Besucher gesperrt.

Die Arbeiten sollen zwei Jahre dauern, informiert der Leiter des zuständigen Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL), Uwe Sander. „Wir haben uns gegen eine länger dauernde Sanierung in Abschnitten entschieden“, erläutert Cornelia Gärtner, die für die Gewächshäuser im Referat für Bau und Raumplanung zuständig ist.

„Derzeit läuft die Ausführungsplanung, so Sander weiter. „Dann schreiben wir aus und müssen einen geeigneten Betrieb finden, der die genietete Konstruktion restauriert. Ein normaler Stahlbauer kann das nicht.“

Die Gewächshäuser gehören neben der Nikolai- und der Marienkirche zu den Denkmälern von nationaler Bedeutung in Greifswald. Vergleichbare Gewächshäuser gibt es in Deutschland nur in Frankfurt/Main.

Die Konstruktion ist mit der des Eiffelturms vergleichbar, und sogar zwei Jahre älter.

Im Zuge der Sanierung sollen die Gewächshäuser das Erscheinungsbild von 1886, inklusive der Rekonstruktion des Schmuckgiebels, zurückerhalten. Schornsteine werden wieder aufgebaut, Anbauten entfernt.

„Wir erhalten auch die historische Heizungsanlage, die möglicherweise noch von 1886 stammt“, informiert BBL-Bauleiterin Marina Krautschick. Auch die Ziegelsichtigkeit der Fassade werde vollständig wiederhergestellt. Die Verglasung der Gewächshäuser wird komplett erneuert.

Die Universität hatte nach der Sperrung der Häuser für Besucher zunächst ein neues modernes Gewächshaus bauen wollen und plante keine Sanierung. Begründung: Dafür ist kein Geld da. Dagegen formierte sich Protest, nach wenigen Wochen waren 1000 Unterschriften für die Rettung der Häuser beisammen. Der Arbeitskreis der Orangerien in Deutschland rühmte die Häuser als „bemerkenswerte Gewächshausanlage von beeindruckender Größe und technischer Ausstattung“ und „eines der wenigen bedeutenden Gewächshäuser in Deutschland mit derart umfangreicher originaler Bausubstanz“ Die Landesdenkmalschützer erhoben Einspruch gegen die Unipläne. Eigentümer sind laut Gesetz verpflichtet, Denkmäler zu erhalten.

Jetzt beteiligt sich die Hochschule mit insgesamt 500000 Euro, die ursprüngliche Summe von 350000 musste in diesem Jahr wegen Kostensteigerungen aufgestockt werden. Erste Schätzungen gingen nur von 2,5 Millionen Euro aus. Das Finanzierungsmodell ist relativ kompliziert, denn die Mittel stammen nicht aus dem Bau-Topf, den das Land der Universität bis 2020 zur Verfügung stellt. Der Bund gibt 1,4 Millionen, das Land für das hochrangige Denkmal 2,1 Millionen, dazu kommen das Unigeld und viele viele große und kleine Spenden. „120000 Euro Spenden waren geplant und das haben wir auch geschafft“, freut sich der Direktor des Gartens, Prof. Martin Schnittler. Die größte Summe mit 47000 Euro kommt von der Heike- und Horst-Hoffmann-Stiftung.

Ein großer Teil der Pflanzen ist bereits nach Rostock zur Firma „Grönfingers“ umgezogen. Andere finden zwischenzeitlich Asyl in anderen Gebäuden. Andere sind zu groß und müssen bleiben. Zu den Pflanzen, die nicht umziehen können, gehört ein großer Palmfarn. Ursprünglich stammt er aus Saigon (Vietnam) und ist immerhin 87 Jahre alt und wird hoffentlich die Bauzeit überstehen.

Die Gewächshäuser

Die Gewächshausanlage wurde ab 1884 nach dem Vorbild der Berliner Gewächshäuser errichtet. Direktor war damals Julius Münter, der auch Verdienste um die Verschönerung Greifswalds erwarb.

Die Ausführung übernahm die Greifswalder Maschinenbaufabrik Julius Kessler. Errichtet wurden ein Palmenhaus sowie ein Warm- und ein Kalthaus. Eine Vereinfachung erfolgte in der DDR. In den1950er/1960er Jahren entstanden 13 weitere Häuser, vorwiegend in Holzbauweise, unter dem Direktorat von Heinrich Borriss.

Eckhard Oberdörfer

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