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Greifswald Gläubiger gehen bei Diskopleite leer aus
Vorpommern Greifswald Gläubiger gehen bei Diskopleite leer aus
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00:00 09.07.2016

Keinen Cent gibt es für alle, die noch etwas von der Greifswalder Disko GmbH mit Sitz in der Gaußstraße in Schönwalde I zu bekommen haben. Nach dem Abschluss des laufenden Insolvenzverfahrens Ende Juni dieses Jahres blieben exakt null Euro zu verteilender Masse. Das kann man auf der Internetseite www.insolvenzbekanntmachungen.de nachlesen. Die Gläubiger hatten über 97000 Euro anerkannte Forderungen.

Ein Rückblick: Die Greifswalder Disko GmbH mit Geschäftsführer Christian Wienhold betrieb in der Gaußstraße in der früheren Schülergastsstätte von 2006 bis 2012 den „Soundgarden“. Das war der Nachfolger von Greifswalds erster Nachwendedisko, des „Fly in“, einer Gründung von 1991. Außerdem betrieb Wienholds Firma die Diskothek „Genesis“ in Wusterhusen. Dort sind seit vier Jahren die Schotten dicht. Über ein Jahrzehnt wurde das „Genesis“ zuvor durch den Greifswalder Rechtsanwalt Uwe Degen-Gellenbeck zwangsverwaltet. Dieser schätzte 2012 ein, dass die Disko nur dank Christian Wienholds Engagement so lange existiert habe. Andererseits schuldete die Disko GmbH dem Besitzer der Genesis-Immobilie eine fünfstellige Eurosumme, die dieser nun nicht bekommt.

Auch der Nachfolger des „Soundgarden“ in der Greifswalder Gaußstraße, das „Bexx“, konnte nicht an die „goldenen 90er Jahre“ anknüpfen. Bis etwa 1998/99 brummten die Tanztempel, dann begann der Niedergang. Veränderte Freizeitgewohnheiten und der „Gebärstreik“ nach der Wende gelten als Ursachen der Krise der Diskotheken in der Region.

Im Januar letzten Jahres meldete der Betreiber des „Bexx“, die Greifswalder Veranstaltungs GmbH, Konkurs an. Weil aber rein gar nichts zu holen war, wurde für diese Firma keine Insolvenzverfahren eröffnet. Das ist bei der Disko GmbH anders. „Die Kosten des Verfahrens und des Gerichts sind gedeckt“, sagt der Insolvenzverwalter, der Greifswalder Rechtsanwalt Heiko Jaap. Sonst wäre auch in diesem Fall kein Verfahren eröffnet worden. Aber es war nicht genug Vermögen da, um die Ansprüche der Gläubiger wie Finanzamt, Gema, Stromlieferant und Vermieter zu befriedigen. Der größte Teil des Inventars der Diskotheken gehörte einer Brauerei.

Eckhard Oberdörfer

OZ

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