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„Gleis vier“ in Betrieb: Neues Einkaufen am Bahnhof

Greifswald „Gleis vier“ in Betrieb: Neues Einkaufen am Bahnhof

Investor Jürgen Sallier kündigt weitere Bauanträge an

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Stellvertretend für ihre Kollegen hieß Katharina Bobe am Eröffnungstag Besucher des neuen Einkaufszentrums willkommen.

Greifswald. Die Masse ließ auf sich warten: Anders als im Falle Stralsunds, wo die Wiedereröffnung eines Möbelhauses nach Um- und Ausbau Anfang des Monats einen Run von etwa 15000 Menschen auslöste, ist die Inbetriebnahme des neuen Einkaufszentrums „Gleis vier“ am Greifswalder Bahnhof von der Bevölkerung mit großer Gelassenheit quittiert worden.

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Investor Jürgen Sallier kündigt weitere Bauanträge an

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Parken begrenzt

Am neuen Einkaufszentrum ist das Parken kostenlos, allerdings zeitlich auf zwei Stunden begrenzt (Parkuhr). Die mehr als 200 Stellplätze sind auch am Wochenende frei zugänglich. Die Zufahrt zum früheren KAW-Gelände wird durch eine neue Ampelanlage geregelt.

Wer erwartet hatte, dass unzählige Bürger das Areal an den früheren KAW-Hallen schon vor Öffnung der Geschäfte belagern, sah sich am Sonnabend getäuscht. Im neuen, über 2600 Quadratmeter großen Edeka-Markt verloren sich zunächst nur einzelne Kunden. Ebenso im über 1000 Quadratmeter großen Aldi und im gleichfalls gerade fertiggestellten, 650 Quadratmeter großen dm-Markt.

Für Sven Schneider und seine 51 Angestellten war das die Ruhe vor dem Sturm. Erst 28 Jahre alt, gebietet Schneider über Mecklenburg-Vorpommerns größten Edeka-Markt. Den hat er mit Produkten aus Vorpommern bestückt. Honig aus ihrer Stadt finden Greifswalder hier und Wildfleisch aus den Wäldern ringsherum. Käse aus Züssow gibt es und Fischprodukte aus Kröslin (Amt Lubmin). Die Bauernmanufaktur Ferdinandshof lieferte ungewöhnliche Brotaufstriche. Von Rügen bezog Schneider Schokolade, Nudeln und Joghurt, aus Postlow bei Anklam und aus Lassan diverse Säfte. Trockenobst kommt vom Pommerndreieck bei Grimmen. Und aus Schloss Rothenklempenow (Amt Löcknitz-Penkun) vegane Fertiggerichte des Start-up-Unternehmens „LunchVegaz“.

Die Greifswalderin Petra Adam findet das „erfrischend“. Das neue Einkaufszentrum gefällt ihr. „So etwas hat uns an dieser Stelle gefehlt.“ Paula Wulf, Studentin, braucht nun kein Fahrrad mehr, um Lebensmittel zu besorgen. „Ich wohne hier um die Ecke, in der Fleischervorstadt, und kann nun getrost zu Fuß gehen.“ Juliane Clemens indes wird wohl nicht so oft hier sein. „Ich wohne in der Weinertstraße, also ziemlich weit weg“, erklärt sie. Das neue Einkaufszentrum gefällt ihr. „Es ist sehr großzügig und übersichtlich.“

Bis zu seiner Eröffnung gingen fünf Jahre ins Land: Anfang 2012 hatte Jürgen Sallier, ein Immobilienmakler und Entwickler von Bauprojekten aus Lüneburg, erstmals öffentlich erklärt, aus dem über zwei Hektar großen früheren KAW-Gelände ein Einkaufszentrum machen zu wollen. Seine spätere Absicht, auch Läden für Textilien und Unterhaltungselektronik einzurichten, stieß auf Proteste von Innenstadthändlern und einer Bürgerinitiative. Umstritten war bis zuletzt die von Sallier betriebene Ansiedlung des Wohnaccessoire-Händlers „Depot“. Am 20. März erst hatte der Hauptausschuss der Bürgerschaft einer Ansiedlung der Kette „Depot“ und des Tiernahrungshändlers „Fressnapf“ im „Gleis vier“ zugestimmt. Sallier nutzte die Eröffnung des neuen Einkaufszentrums, um sich auch bei seinen Kritikern zu bedanken.

Sven Jeske

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