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Greifswald Graffiti-Streit: Stadt soll legale Flächen bereitstellen
Vorpommern Greifswald Graffiti-Streit: Stadt soll legale Flächen bereitstellen
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00:00 13.07.2016

In Greifswald sollen Flächen für legale Graffiti ausgewiesen werden. Das hat die Bürgerschaft während ihrer Sitzung am Montagabend beschlossen. Derzeit gibt es keine einzige Wand, die legal mit Kunstwerken besprüht werden darf. Die letzte Fläche an der Hafenstraße wurde im Zuge der Vorbereitungen für das neue Wohngebiet entfernt. „Die Wand an der Hafenstraße war über Jahre immer wieder neu gestaltet worden. Man muss nicht alles schön finden, was dort entstanden ist, aber die Sache an sich ist gut“, sagt Thomas Lange (SPD) und findet damit Zustimmung in allen Fraktionen.

Als Flächen schlägt Jörn Kasbohm (Linke) Unterführungen vor, wie die am Haupt- und Südbahnhof sowie an der Scharnhorststraße. Denkbar seien außerdem Wände an Schulen, Kindergärten, Sporthallen oder Umzäunungen von Wertstoffsammelstellen. Ein Dämpfer kommt von Ulf Burmeister (Bürgerliste): „Ich kann der Vorlage zustimmen. Wir werden aber nicht die erreichen, über die wir uns ärgern.“

Das sind nämlich die illegalen Sprayer, die ihre sogenannten Tags an Häuserwänden, Trafostationen, Brücken, Denkmälern oder auf Bänken hinterlassen. Diesen „Schmierfinken“ wollte die CDU den Kampf ansagen. Doch ihre Beschlussvorlage, geschnappte Sprayer zur Entfernung der Graffiti heranzuziehen, fand keine Mehrheit. Die Idee ist einfach: „Unser Ziel ist es, die Betroffenen zu sensibilisieren und zu erziehen. Der Straftäter soll sehen, was er angerichtet hat“, erklärt Richter Sascha Ott (CDU). Er betont, dass es keineswegs darum gehe, Richter oder Staatsanwälte zu beeinflussen. Vielmehr solle ein Brief aufgesetzt werden, in dem die Stadt den Gerichten die Möglichkeit in Erinnerung ruft, solche Auflagen zu erteilen.

Doch weil das in mehreren Fraktionen den Eindruck erweckt, man wolle den Richtern in ihre Arbeit hineinreden, wurde der Vorstoß abgelehnt. „Es steht uns nicht zu, der Staatsanwaltschaft zu sagen, was sie wie zu machen hat“, sagt SPD-Mann Lange. Heiko Jaap (Kompetenz für Vorpommern) findet die Idee zwar gut. „Ich habe mit Richtern gesprochen. Sie sagen, das geht nicht“, so Jaap.

Problem sei einerseits, dass kaum Täter geschnappt werden, wie Kasbohm betont. Die Rate liegt nach seiner Schätzung unter einem Prozent. Andererseits sei für die Entfernung der Schmierereien Sachkenntnis erforderlich, die bei den Tätern nicht vorhanden ist. „Hier kann am Ende noch mehr Schaden angerichtet werden“, sagt Kasbohm. Die Linken haben die Beschlussvorlage zu den legalen Graffiti-Flächen als kreativen Gegenvorschlag entwickelt, wie Kasbohm es nennt.

Ulrich Rose (Alternative Liste) sind vor allem die Hansa-Aufkleber in der Stadt ein Dorn im Auge. Sein Vorschlag: „Wir laden den Fanbeauftragten von Hansa Rostock ein und zeigen ihm, was die Fans bei uns für einen Dreck machen.“ Er hofft, dass der Fanbeauftragte dann wiederum auf die Anhänger des Fußballclubs einwirkt.

Katharina Degrassi

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