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Greifswald Graffiti empören Greifswalder
Vorpommern Greifswald Graffiti empören Greifswalder
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00:01 27.04.2017

Schmierereien verschandeln die Hansestadt. Auf diesen Missstand macht jetzt Manfred Zielinski auf besondere Weise aufmerksam. Ihn packe die Wut, wenn er die verschandelten und beschmierten historischen Türen sehe, die Greifswald mit prägen, schreibt der Hansestädter der OZ.

Im Auftrag des Rates der Stadt gestaltete Zielinski 1984 einen Poster mit Greifswalder Türen, das heute noch in vielen Wohnungen zu finden ist. „Als ich in letzter Zeit einmal mehr aufmerksam durch Greifswald ging und die verschandelten Haustüren fotografierte, guckte mir ein Handwerker über die Schulter“, erzählt er. Die „Bekloppten“, die das getan hätten, müsste man erwischen, damit sie mit eigenen Mitteln die Türen wieder herstellten, habe der Handwerker angemerkt. „Dann merken diese Leute, wieviel Arbeit und Mühe das kostet!“

Zielinski gestaltete ein „Gegenposter“ der Türen von 1984 mit aktuellen Fotos. „Wer einen Blick darauf wirft, kommt vielleicht zum Nachdenken.“ Im Rathaus sollten diese Untaten nicht nur sporadisch Beachtung finden. Leider würden nicht nur Türen verschandelt, sondern auch Fassaden, Stromkästen, Schilder von Arztpraxen, Bauwagen, Regenrinnen und Skulpturen im Stadthafen. „Diesem Treiben gilt es, endlich Einhalt zu gebieten“, so Zielinski.

Wie das funktionieren könnte, ist noch nicht wirklich klar. Den Antrag der CDU, eine Videoüberwachung zu prüfen, um Täter zu erwischen, hat die Bürgerschaft abgelehnt. Eine Mehrheit sieht darin einen zu großen Eingriff in die Freiheitsrechte und bezweifelt den Nutzen.

Die Mittel für die Beseitigung von Schmierereien sind erheblich. An öffentlichen Plätzen, Brücken und Gebäuden seien 2016 Kosten in Höhe von 19800 Euro entstanden, so Stadtsprecherin Andrea Reimann. „Wir haben im letzten Jahr 266 Aufträge zur Beseitigung illegaler Graffiti erteilt“, informiert Jana Pohl, Sprecherin der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG). „Dafür wurden 26000 Euro ausgegeben.“ Für die Wohnungsbaugenossenschaft Greifswald (WGG) nennt Juliane Bouthala knapp 5000 Euro. Wie die WVG reagiere die Genossenschaft sofort nach Bekanntwerden der Schmierereien. Beide Gesellschaften setzen außerdem auf Zusammenarbeit mit Künstlern für legale Graffiti. Die Stadt sucht Flächen dafür.

Unisprecher Jan Meßerschmidt spricht indes von einem deutlichen Rückgang der Graffiti an den Gebäuden der Hochschule. Er führt das auf die unverzügliche Beseitigung der Schmierereien inklusive Anzeigen zurück.

eob

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