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Greifswald „Greif“ für den Winter gerüstet
Vorpommern Greifswald „Greif“ für den Winter gerüstet
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00:00 23.10.2017
Greifswald

Das Greifswalder Flaggschiff ist frisch gestrichen, die Segel wurden am Sonnabend abgetakelt und eingelagert. Für die „Greif“ ist die Saison 2017 endgültig zu Ende. Sonntag wurde der 66 Jahre alte Zweimaster mit Motorkraft noch von der Südseite des Ryck auf die Nordseite vor das Hafenamt zum Winterliegeplatz verlegt.

80 Frauen und Männer kamen zum Abtakeln nach Wieck / Knapp 2000 Gäste im Jahre 2017

„Wir hatten wieder an die 2000 Gäste im Jahr“, berichtet Volker Pesch, Leiter des Greifswalder Seesportzentrums. Der Segler lud 2017 zu 18 Mehrtages- und 30 Tagesfahrten ein. Die Gäste kamen aus ganz Deutschland. „Bei den Tagesfahrten hat uns der schlechte Sommer schon Probleme bereitet“, so Pesch. Wer dagegen mehrtägige Reisen bis Kopenhagen, Karlskrona in Schweden oder Memel (Klaipeda) in Litauen gebucht habe, der lasse sich von Kälte und Regen nicht abschrecken.

Insgesamt könne man mit der Saison zufrieden sein. Das meint auch Anne Stielow, seit April dieses Jahres Vorsitzende des Trägervereins Rahsegler Greif mit seinen etwa 530 Mitgliedern. Mitglied ist die aus Thüringen stammende Biologin seit 1994. Etwa 150 bis 200 seien aktiv und würden ehrenamtlich den Betrieb mit absichern, so Stielow. „Hand für Koje“, nennt sich das Prinzip, obwohl viele Segelenthusiasten in so mancher Saison nur für Tagestörns aufsteigen. „Ohne die Hand-für-Koje-Leute könnten wir den Betrieb gar nicht mehr aufrecht erhalten“, bestätigt Volker Pesch. 1991 gehörten der Stammbesatzung noch elf Mitglieder an, jetzt sind es noch sechs. Auch das Stammpersonal werde zum Teil ehrenamtlich vertreten.

2018 gehen der erste nautische Offizier und ein Bootsmann in Rente. Die Neuen müssten zum Schiff passen, so Pesch. Wer auf der „Greif“ fährt, sei auch so etwas wie ein Animateur für die Gäste. „Wer Hand-für-Koje-Segler werden will, muss keine Segelerfahrung mitbringen“, so Stielow. „Wir sorgen für die Ausbildung.“ Auch das Entern der Masten werde vor dem Einsatz geübt. Aktuell gebe es elf Anwärter für Hand-für-Koje-Segler. „Wir werben auch unter den Studenten“, erzählt die Vereinsvorsitzende.

Etwa 80 Frauen und Männern waren am Sonnabend beim Abtakeln, dem Bergen der beweglichen Teile, in Wieck dabei. Sie kamen dazu aus ganz Deutschland, sogar aus Nordrhein-Westfalen und Bayern. Anne Lehmann aus Cottbus hat es da nicht ganz so weit. Sie ist seit 2004 Hand-für-Koje-Seglerin und von der Atmosphäre an Bord begeistert. „Der Umgang mit den Gästen ist toll, wir haben viel Spaß“, erzählt sie. Drei bis vier Mal im Jahr versuche sie, zu Tagesfahrten nach Wieck zu kommen. Das Abtakeln sei für sie so etwas wie ein Pflichttermin.

Auch wenn der Sommer durchwachsen war, am Tag des letzten Törns hatte die „Greif“ Glück. „Es war Hochwasser, so dass wir mit dem Einlaufen das Sperrwerk passieren konnten“, erzählt Pesch. Bei normalem Wasserstand ist das nicht möglich, weil der Tiefgang im Sperrwerk zu gering ist. Und das Schiff hätte erst noch einmal am Sommerliegeplatz an der Südmole festmachen müssen, um auf Hochwasser zu warten. Dass die „Greif“ in der Saison nicht mehr wie vor dem Sperrwerkbau dem Majuwi liegt, sei kein Problem.

Segelschiff als Höhepunkt des Wiecker Adventsmarkts

Die „Greif“, ein Wiecker Wahrzeichen, soll in diesem Winter besichtigt werden können. „Wir wollen möglichst oft open ship anbieten“, sagt der Leiter des Seesportzentrums, Volker Pesch. Um die Führungen zu ermöglichen, müssen natürlich die richtigen Leute vor Ort sein, der Plan ist noch nicht festgezurrt. Ein erster Termin stehe schon fest – der 9.

Dezember.

Denn an jenem Wochenende findet außerdem erstmals ein vom Ortsrat Sebastian Heiden und seinen Mitstreitern organisierter Wiecker Adventsmarkt statt. In diesen soll die „Greif“ eingebunden werden. Das Schiff liegt dann vor dem Hafenamt, weil vor dem Majuwi Bauarbeiten laufen. Für den Markt ist viel geplant: Tanneschmücken mit der Feuerwehr, Musik, Tanz, Angebote maritimer Produkte, eine weihnachtliche Dekoration, Plätzchenbacken Kinderbelustigung, Glühwein, Bratwurst und so weiter. Der Weihnachtsmann komme natürlich auch, so Heiden auf der Sitzung der Ortsteilvertretung Wieck/Ladebow. „Die Lichterkette soll möglichst bis zur ,Greif’ reichen“, so Heiden. Zur Deckung der Unkosten hat Heiden eine Unterstützung der Veranstaltung aus dem in diesem Jahr erstmals zur Verfügung stehenden Ortsteilbudget beantragt.

Und nach dem Winter? In der nächsten Saison wird es wieder Mehrtagesfahrten mit der „Greif“ zu bewährten Zielen wie Karlskrona oder Helsinki ab ihrem Liegeplatz an der Südmole geben, kündigt Pesch an. Im Juni 2018 werde der Segler etwa zwei Wochen einen besonderen Einsatz absolvieren: Die „Greif“ ist einer der Akteure im Programms der 38. Hansetage der Neuzeit in Rostock. eob

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