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Greifenwächter als Umweltschützer unterwegs

Greifswald Greifenwächter als Umweltschützer unterwegs

15 Kinder von Unimitarbeitern und Studenten nahmen am Programm der Uni teil/ In der Ferienwoche drehte es sich um Nachhaltigkeit, Up- und Recycling

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Diese kleinen Greifenwächter sind nach einer Woche Ferienfreizeit Profis bei der Mülltrennung.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Sie hatten eine aufregende Ferienwoche: 15 Mädchen und Jungen waren bis Freitag als Greifenwächter in der Hansestadt unterwegs. Sie nahmen an der Ferienfreizeit teil, die vom Familienservice der Uni angeboten wurde. „Greifenwächter beschützen Natur, Tiere und Bäume“, erklärt die sechsjährige Frederike.

Ich bin sicher, dass ein Umweltbewusstsein bei den Kidern zurück bleiben wird. “ Till Lüers, Erzieher und Organisator

Den Titel verliehen hat Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) höchstpersönlich. Ausgedacht hat sich das Projekt Till Lüers. Der Erzieher für Notfall- und Randzeitbetreuung an der Universität Greifswald hat bisher alle sechs Ferienfreizeiten organisiert. „Die Kinder würden sonst zu Hause rumhocken“, so Lüers. Das Programm richtet sich an Grundschulkinder von Unimitarbeitern und Studenten.

Da die Universität die Ferienfreizeit finanziell unterstützt, müssen die Mitarbeiter sich nur mit 60 Euro an den Kosten beteiligen. Studierende zahlen sogar nur 30 Euro. Die Kinder werden von 8 Uhr bis 16 Uhr betreut.

Das Programm hat immer ein zentrales Thema. Diesmal ging es um Nachhaltigkeit, Up- und Recycling. In der Sage über die Gründung Greifswalds heißt es, dass die Klostermönche im Wald auf einen brütenden Greifen stießen und daraufhin ihre Stadt dort gründeten. Das sagenumwobene Geschöpf ist lange verschwunden. Deshalb passen nun die Kinder an seiner Stelle auf Wald und Stadt auf, heißt es in Lüers Programm. „Die Greifenwächter achten darauf, dass Menschen keinen Müll in die Umwelt schmeißen“, erklärt Frederike weiter. „Denn wenn der Wind kommt, pustet der den Müll in Flüsse und ins Meer. Tiere denken dann, das ist Essen und sterben.“ Die Umwelt-Leibwächter besuchten unter anderem den Recyclinghof Greifswald, sammelten Müll am Ufer des Rycks und bauten Igeln Häuser für den Winter. In der Nähwerkstatt Kabutze nähten sie aus gebrauchten Stoffen Kuscheltiere – jedoch keine Teddy-Bären. Es entstanden Schlangen, Schmetterlinge und Geister. „Viele Kinder haben sich auch eine Kuschelspinne genäht, obwohl sie sich eigentlich vor den Tieren fürchten“, berichtet Lüers. So würden sie die Angst vor dem Fremden verlieren, denn wie es in ihrem Greifenwächter-Versprechen so schön heißt: „Greifenwächter schützen alle Tiere, egal wie klein.“

„Je früher man Kindern Themen wie Up- und Recycling nahebringt, desto früher nehmen sie sie auf“, sagt Lüers. Kinder seien für alles offen. „Sie besitzen ein ureigenes, angeborenes Gerechtigkeitsempfinden“, ist Lüers der Meinung. „Sie können jetzt Erfahrungen und Wissen sammeln, wofür sie später vielleicht zu voreingenommen wären.“ So säße Mädchen wie Junge vor der Nähmaschine.

Indem Kinder Situationen so oft wie möglich testen, würden sie herausfinden, was ihnen Spaß macht, erklärt der Erzieher.

„Ein Umweltbewusstsein wird zurückbleiben“, ist sich Till Lüers sicher. Auch Mitbetreuerin Melissa Gawens meint: „In unseren drei Mülleimern ist der Abfall jetzt perfekt getrennt.“ Und ein kleiner Greifenwächter verkündet: „Wenn ich jemanden sehe, der seinen Müll irgendwo nicht in einen Mülleimer schmeißt, dann sag ich dem, dass er das nicht darf, weil das schlecht für die Umwelt ist.“

Veronika Uhl

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