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Greifswald Greifswald ist lukrativer als Landhagen
Vorpommern Greifswald Greifswald ist lukrativer als Landhagen
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00:55 28.04.2018
Wackerow

Keine andere Gemeinde des Amtes Landhagen hat sich die gleiche Mühe gemacht wie Wackerow. Eine paritätisch zusammengesetzte Arbeitsgruppe hat acht Mal getagt und Angebote für eine Fusion verglichen, nach Wichtigkeit unterschieden und Punkte vergeben. Mit 116,5 zu 113,9 sei Greifswald knapp besser als eine Großgemeinde Landhagen, informierte Sprecher Diethard Gerecke. Für beide möglichen Hochzeiten liegen ausgehandelte Vertragsentwürfe vor.

Greifswald – im Hintergrund ist die Stadtsilhouette zu sehen – könnte für Wackerow einen Rettungsanker darstellen. Quelle: Foto: Sven Jeske

Gemeinden entscheiden im Mai

Weitenhagen und Hinrichshagen entschieden, allein zu bleiben.

Dersekow hat sich gegen eine Fusion entschieden.

Für die Großgemeinde votierten die Gemeindevertretung von Levenhagen und Dargelin sowie im zweiten Anlauf Neuenkirchen.

Mesekenhagen führt am 4. Mai die Bürgeranhörung durch. Im gleichen Monat wird entschieden Diedrichshagen und Behrenhoff haben schon angehört, die Entscheidung steht an.

Die Arbeitsgruppe setzte sich aus Vertretern der Gemeindevertretung und der „Unterschriftensammler“ zusammen. Das ist eine Gruppe, die 187 Unterschriften sammelte, weil sie den Kurs der Gemeindevertretung Richtung Eingemeindung nach Greifswald ablehnt (die OZ berichtete). Viel war von Bewahrung des ländlichen Raums die Rede.

Dieses Argument hat die Arbeitsgruppe nur mit sechs von zehn möglichen Punkten bewertet. „Was ist das überhaupt“, fragte Gericke. Jarmshagen und andere Ortsteile hätten den sicher ländlichen Charakter. Wackerow selbst sei nicht anders als die Greifswalder Obstbausiedlung. Die Hansestadt bekam bei diesem Kriterium 4,7 Punkte, die Großgemeinde 5,4.

Besonders wichtig (10 Punkte) waren der Wackerower Arbeitsgruppe eine leistungsfähige Ortsteilvertretung, die Höhe der Grund- und Gewerbesteuern sowie ein Bauhof. Bei den Steuern kann sich Wackerow nur verbessern. Mit einem Hebesatz von 700 Prozent für die Grundsteuer B (bebaute und bebaubare Grundstücke) liegt die Gemeinde auf Rekordniveau. Um trotz der hohen Verschuldung zu investieren, wäre eine weitere Anhebung nötig. Laut dem stellvertretenden Bürgermeister Karlheinz Tietze wären es zur Wiedererlangung wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit gar 1400 Prozent. Darum ist allein bleiben keine Option für die Gemeindevertretung. Auch die Kommunalaufsicht empfiehlt eine Fusion.

Bei den Steuern erwartet die Arbeitsgruppe bessere Bedingungen in der Großgemeinde, beim Bauhof, also den Gemeindearbeitern, punktet Greifswald. Auch noch sehr wichtig (neun Punkte) waren der Arbeitsgruppe eine funktionierende Verwaltung, die freie Schulwahl, der Erhalt der Feuerwehren von Groß Petershagen und Wackerow sowie die Wiedererlangung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit. Bei der Verwaltung punktete Landhagen mit kürzeren Wartezeiten, Greifswald mit der Kfz-Zulassungstelle, Wackerower müssten nicht mehr nach Anklam fahren, um dort ihr Auto anzumelden. Auch bei der Straßenerneuerung (sieben Punkte) schnitt Greifswald etwas besser ab.

Bei der freien Schulwahl hatte Landhagen die Nase vorn. Für Bürgermeister Manfred Hering war das unverständlich. „Als Rechtsnachfolger von Wackerow wird Greifswald in den Amtsschulen Dersekow und Neuenkirchen Schulträger“, begründete er. Damit könnten die Wackerower künftig weiter diese Schulen wählen.

Hering dankte der Arbeitsgruppe für die tolle Arbeit. Auf die Anregung von Diethard Gerecke, angesichts des knappen Ergebnisses bis zum letztmöglichen Zeitpunkt zu warten, ging die Gemeindevertretung nicht ein. Noch steht nicht fest, ob überhaupt genug Partner für eine Großgemeinde Landhagen zusammenkommen.

Die Gemeindevertretung will im Mai auf ihrer nächsten Sitzung entscheiden.

Eckhard Oberdörfer

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